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Die Marine seit 1990

Hilfseinsatz der Marine nach dem Seebeben in Südostasien

Hilfseinsatz der Marine nach dem Seebeben in Südostasien (Quelle: © Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

1989/1990 markierte der friedliche Umbruch in der DDR, ermöglicht durch die sowjetische Perestroika, die das Ende der Blockkonfrontation eingeläutet hatte, ost-westliche Systemgegensätze. Damit änderten sich alle bisherigen Rahmenbedingungen für deutsche Streitkräfte und damit auch für die Deutsche Marine.

Eine scherzhafte Formulierung lautete: Die Bundesrepublik Deutschland ist von den Feinden im Stich gelassen und von Freunden umstellt worden. Folglich lauten die Aufgaben der Bundeswehr und damit auch der Marine heute völlig anders: Landes- und Bündnisverteidigung stehen zwar an erster Stelle der Aufzählung des Auftrages sind aber derzeit wohl am unwahrscheinlichsten. Die Deutsche Marine gewährleistet durch die Teilnahme an NATO-Manövern und Kooperationsübungen in diesem Zusammenhang eine "Verteidigungsbereitschaft im Bündnis".

Krisenbewältigung und Konfliktverhinderung sind zwei der neu in den Mittelpunkt gerückten Aufgaben der Marine, die hierzu 40% ihrer Gesamtkräfte verwendet. Das bedeutet eine maritime Präsenz vor der Küste eines Krisenverursachers bis hin zum Eingreifen mit Waffengewalt. Seestreitkräfte und eventuell hierauf eingeschiffte Heereskontingente sind wegen ihrer hohen Flexibilität und Mobilität hierzu besonders geeignet und können Krisengebiete innerhalb kürzester Zeit erreichen und dort wirkungsvoll eingesetzt werden.

Die Bedingungen für einen derartigen Einsatz sind rechtlich geregelt und bedürfen immer der schließlichen Zustimmung des Deutschen Bundestages. Die vierte Aufgabe ist wohl die publikumswirksamste, welche die Bundeswehr hat: Humanitäre Aufgaben. Hierzu gehören Rettungseinsätze zu Lande und zu Wasser sowie sonstige Hilfsleistungen, welche die Streitkräfte erfüllen.

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Schlussbetrachtungen

Damit ergibt sich eine zeitliche Chronologie der insgesamt neun Marinen, die nicht mit sachlicher und inhaltlicher Kontinuität zu verwechseln ist, aber personelle Kontinuitäten aufweist. Konrad Adenauer sagte im Rahmen der Gründung der Bundeswehr, hinsichtlich dieser personellen Kontinuitäten sinngemäß: 'Glauben Sie im Ernst, irgend jemand kauft uns einen achtzehnjährigen Admiral oder General ab?' Adenauer brachte damit seine Überzeugung zugleich zum Ausdruck, dass sich der Demokratisierungsprozess bereits tief in die neugegründete Bundeswehr verwurzelt hatte.


Vizeadmiral Friedrich Ruge

Vizeadmiral Friedrich Ruge (Quelle: Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Ein Mann wie der erste Inspekteur der Marine, Friedrich Ruge, lebte und wirkte in vier Marinen- am wirkungsvollsten für die demokratischen Streitkräfte nach 1955. Auch er hatte den Personalbegutachterausschuss durchlaufen. Den Ausschuss, der vor Einstellung in die neugegründete Bundeswehr kriegsgediente Offiziere hinsichtlich ihrer möglichen Beteiligungen an NS-Verbrechen oder ihre Parteizugehörigkeit überprüfte. Damit hat die Bundeswehr eine Vorreiterrolle übernommen. Einer nachträglichen Aufarbeitung von NS-Vergangenheiten wie in den Berufsgruppen der Juristen, Mediziner oder Historiker hat die Bundeswehr frühzeitig vorgebeugt.

Sehen wir heute die Entwicklung des Novembers 1989 in der ehemaligen DDR und die daraus resultierende Vereinigung beider Deutscher Staaten am 3. Oktober 1990, so drängt sich die Rückbesinnung auf die Ideen der ersten Deutschen Bundesflotte, die einmal zur Reichsflotte werden sollte, auf: Gesamtdeutsch sollte sie sein, unter parlamentarischer Kontrolle sollte sie stehen, die schwarz-rot-goldene Fahne sollte sie führen, von ausländischen Marinen sollte sie in der Aufbauphase profitieren und an deren Entwicklungen partizipieren. Sie sollte einen ausgewogenen Auftrag ihrer Zusammenstellung nach haben und sollte mit Seemächten kooperieren und im Bündnis mit ihnen verbunden sein. Aus diesem Grund begeht die Deutsche Marine am 14. Juni eines jeden Jahres ihren "Geburtstag".

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.deutschemarine1990