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Neuanfang und zwei Marinen bis 1989

Am 8. Mai 1945 trat eine Zwischenphase ein, in der es zwar keine deutsche Marine gab, aber dennoch marinespezifische Aufgaben wahrgenommen werden mussten. Wie nach dem Ersten Weltkrieg mussten die Seewege von Minen befreit werden. Während des Zweiten Weltkrieges waren von allen Kriegsparteien ungefähr 580.000 Minen in europäische Gewässer geworfen worden.

Die Minenräumkommandos unter britischer Führung in Cuxhaven und eine Marinedienstgruppe unter amerikanischer Leitung in Bremerhaven räumten bis zum Frühjahr 1948 5.628 qsm in der Nordsee, 450 qsm in der westlichen Ostsee. Nach Beendigung dieser Aufgaben wurden die Verbände aufgelöst, gingen teils in den Bundesgrenzschutz See, teils in eine Arbeitsgruppe der Amerikaner, die Labour Support Unit über.

Volksmarine

Fregatte BERLIN, Hauptstadt der DDR, um 1980.

Fregatte BERLIN (Quelle: © Marineschule Mürwik)Größere Abbildung anzeigen

Minenräumtätigkeiten in der sowjetisch besetzten Zone, der SBZ, sind zunächst nicht feststellbar. Erst nach Gründung der DDR und der Aufstellung "maritimer Polizeikräfte" wurden Zugangswege zu den ostdeutschen Häfen weitestgehend schifffahrtssicher gemacht.

Seit dem "konterrevolutionären Putschversuch am 17. Juni 1953", wurden Schiffseinheiten der mittlerweile in Volkspolizei-See umbenannten Streitkräfte auch zur Küstenbewachung landeinwärts eingesetzt. Die Aufgaben der Seestreitkräfte der Nationalen Volksarmee seit 1956 "bestand[en] darin, gemeinsam mit den anderen sozialistischen Ostseeflotten die Seegrenzen der sozialistischen Ostseestaaten zu sichern und jede Aggression abzuwehren." Alle Aufgaben und ihre Erweiterungen wurden immer abgeleitet aus strategischen Entwicklungen der NATO beziehungsweise den materiellen und operativen Fortschritten der Bundesmarine.

Seit 1956 gab es Übungen aller drei Teilstreitkräfte der NVA, ab 1957 gemeinsame Übungen der Volksmarine (offiziell so im Jahr 1960 benannt) mit der Baltischen Flotte der UdSSR und der Polnischen Seekriegsflotte, die zusammen die "verbündeten Ostseeflotten", (im Kriegsfall: Die Vereinigte Ostseeflotte), mit folgender Aufgabenstellung, bildeten: Kampf um die Seeherrschaft vor der eigenen Küste; Raketen- und Torpedobootsvorstöße in die Kieler Bucht zur Bekämpfung dortiger Seestreitkräfte; Minenlegen bzw. Minenräumen in den Ostseeausgängen; Sicherung im eigenen Küstenvorfeld und Geleitdienst; Wiederherstellung der Befahrbarkeit des Kieler Kanals sowie anschließendes Betreiben desselben und Deckung und Unterstützung großangelegter Landungsoperationen.

Ab 1961 gehörte die Grenzbrigade Küste zur Volksmarine, die damit für eine seewärtige Sicherung der Grenze gegen "Republikflüchtlinge" zuständig war. Waren bis 1976 Ausbildungsfahrten der Volksmarine auf den Ostseebereich beschränkt, ermöglichte dann das neue Schulschiff WILHELM PIECK Ausbildungsreisen auch in das Europäische Nordmeer, in den Atlantik, ins Mittelmeer und ins Schwarze Meer.

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Bundesmarine

Zerstörer Z1 der Bundesmarine

Zerstörer Z1 der Bundesmarine (Quelle: © Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Mit der Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 - Scharnhorsts zweihundertsten Geburtstag - lag bereits ein umfangreiches Konzept für einen deutschen Marinebeitrag zur Europäischen Verteidigungs Gemeinschaft (EVG) vor, der sich später zum deutschen Beitrag als NATO-Mitglied wandelte.

Im Vordergrund des Auftrages der Bundesmarine stand die Sicherung der Ostseezugänge und die Bekämpfung feindlichen Schiffsverkehrs in der westlichen Ostsee sowie die Unterstützung des Heeres durch amphibische Operationen, die Sicherung der eigenen Handelswege in der Nordsee, dem Skagerrak, Kattegat und der westlichen Ostsee sowie die beschränkte Beteiligung an der Sicherung der Seeverbindungen im Atlantik. Hinzu kamen nationale Friedensaufgaben wie die Repräsentanz der Bundesrepublik Deutschland im Ausland, mit dem Stichwort: "Botschafter in Blau" und weltweite Ausbildungsfahrten.

Durch die verstärkte Einbindung in das NATO-Bündnis, wurde der Auftrag der Marine immer mehr den Anforderungen des Bündnisses angepaßt, Unterstützungsmaßnahmen des Heeres hingegen traten immer weiter in den Hintergrund. Eine ständige Beteiligung an NATO-Manövern und in NATO-Verbänden waren die Regel.

Volksmarine und Bundesmarine waren beide Bündnis-Marinen der nationalen und der internationalen Sicherheit. Sie leisteten in diesen Bündnissen einen maritimen Beitrag im Rahmen der möglich gewesenen "heißen Blockkonfrontation auf dem Schlachtfeld Deutschland und den angrenzenden Gewässern".

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.neuanfang