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Fregatte Klasse F 125 – Ein neues Schiff für neue Aufgaben

Computeranimation der Fregatte Klasse 125

Computeranimation der Fregatte Klasse 125 (Quelle: © 2007 Bundeswehr / ARGE F 125)Größere Abbildung anzeigen

Neue Rahmenbedingungen

Die Konzeption der Bundeswehr legt die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Streitkräfte fest. Einsätze zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung einschließlich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus bestimmen die Struktur und die Ausrüstung der Bundeswehr. In der Folge werden die Streitkräfte in Eingreif-, Stabilisierungs- und Unterstützungskräfte kategorisiert.

Stabilisierungskräfte operieren in friedensstabilisierenden Einsätzen von langer Dauer im multinationalen Verbund. Zu deren Aufgabenspektrum gehören die Durchsetzung von Embargomaßnahmen, die Überwachung von See- und Lufträume und die Unterstützung von Evakuierungsmaßnahmen.

Die Marine verfolgt im Sinne der Transformation der Bundeswehr das Ziel, die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr einsatzorientiert weiterzuentwickeln. Dazu begegnet die Marine den Erfordernissen in friedensstabilisierenden Einsätzen mit einem innovativen Fregattentyp, der mit bisherigen Schiffen nur wenig gemeinsam hat.

Die konzeptionellen Unterschiede reichen von der Art der Effektoren (Bewaffnung) bis hin zu Parametern wie Einsatzdauer und Besatzungsgröße. Das Aufgabenprofil bedarf völlig neuer Ansätze in der betrieblichen Organisation und in der technischen Auslegung.

Verbesserung der streitkräftegemeinsamen Wirksamkeit im Einsatz

Im Zentrum der konzeptionellen Forderungen steht, die streitkräftegemeinsame Wirksamkeit im Einsatz signifikant zu steigern. Charakteristisch für den neuen Fregattentyp F 125 sind daher folgende Fähigkeiten:

  • Fähigkeit zur taktischen Feuerunterstützung von See an Land (Landzielbekämpfung),
  • Befähigung zur Einsatzunterstützung von Spezial- und spezialisierten Kräften (z.B. bei Evakuierungsoperationen),
  • Befähigung zur vernetzten Operationsführung mit Land- und Luftstreitkräften und
  • Langandauernde Verfügbarkeit im Einsatzgebiet.

Flexible Handlungsoptionen

Für den Einsatz in Stabilisierungsoperationen sollen durch ein neuartiges Sensor-Waffen-Konzept flexible Handlungsoptionen bereitgestellt werden. Aufbauend auf einer Grundbefähigung zur dauerhaften Überwachung von Seegebieten bedarf F 125 selektiver, abgestufter und präziser Wirkfähigkeiten, die der Einsatzumgebung entsprechen. Die Fähigkeit, in jeder Lage durch Einsatz entsprechender Mittel sowohl eskalierend wie deeskalierend wirken zu können, ist dabei entscheidend.

Zusätzlich muss F 125 ausgeprägte Schutz- und Wirkfähigkeiten gegen asymmetrische Bedrohungen erhalten. Schutz generiert sich dabei aus Informationsüberlegenheit, raschen, flexiblen Reaktionsmöglichkeiten an Bord und einer geeigneten Schiffskonstruktion. Hinzu kommen automatisierte Überwachungssysteme an Bord sowie die Ausdehnung des unmittelbaren Überwachungsbereiches des Schiffes auf Reede und im Hafen durch den Einsatz von Booten und Unterwasserdrohnen.

Gerade dieser Bereich bedarf intensiver Untersuchungen und der Anwendung von aufeinander abgestimmter Überlegungen, um zu einem wirksamen und technisch handhabbaren Gesamtkonzept zu gelangen. Der geforderten Missionsflexibilität soll durch Einschiffungskapazitäten für Bordhubschrauber, Spezialkräfte, Verbandsführer mit Stab, Marineschutzkräfte sowie durch die Integration von mehreren Booten Rechnung getragen werden.

Intensivnutzung und Zweibesatzungskonzept

Aus der Forderung nach einer langandauernden Verfügbarkeit im Einsatzgebiet folgt auch eine grundlegend andere technische, logistische und betriebswirtschaftliche Auslegung der Schiffe. Gefordert ist hier eine bis zu zweijährige Stehzeit des Schiffes im Einsatzgebiet ohne planmäßige Werftinstandsetzung oder Rückkehr zum Heimathafen.

Dieses als Intensivnutzung bezeichnete Konzept der Fregatte F 125 erfordert im Vergleich mit den In-Dienst-befindlichen Einheiten der Marine eine Verdopplung der Betriebsstunden zwischen den Instandsetzungsphasen.

Der erhöhten Verfügbarkeit der Schiffe folgt – aufgrund der nicht in gleicher Weise steigerbaren Anforderungen an das Personal – die Notwendigkeit eines neuen Besatzungskonzeptes. Gefordert ist die Auslegung des Schiffes für eine ca. 100 Mann umfassende Stammbesatzung, die im viermonatigen Rhythmus im Einsatzgebiet abgelöst wird (Zweibesatzungskonzept).

Die Verdopplung der Betriebsstundenansätze zusammen mit dieser signifikanten Reduzierung des Personals bedingt für Wartung, Betrieb und Einsatz des Schiffes zusätzliche technische Lösungen. Automation und das technische Zusammenspiel der unterschiedlichsten Geräte und Anlagen gewinnen im Vergleich zum bisher gewohnten, personalintensiven Betrieb eine neue und deutlich gewichtigere Rolle. Die bisher im Bau von Marineschiffen verfolgten Lösungsansätze sind hierfür nicht geeignet.

Fazit

Bei der Fregatte F 125 geht es also in keiner Weise um ein Nachfolgedenken für bestehende Schiffe, sondern um die konsequente Umsetzung veränderter Einsatzbedingungen in einem maritimen Großvorhaben. Derzeit gibt es weltweit keine maritime Plattform auf das eingangs dargestellte Aufgabenfeld ausgelegte ist.

Es wird bei F 125 nicht darauf ankommen, all das zu realisieren, was technisch möglich wäre. Vielmehr ist die Industrie aufgerufen, die technischen Möglichkeiten mit den abgestimmten, geforderten Fähigkeiten zu einem Gesamtentwurf zu verbinden.

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Stand vom: 13.12.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.waffenun.zukunfti.f125