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Verwendungsgruppe 34 - Kampfschwimmer

Die Aufgabenbereiche

Kampfschwimmer sichern den Hafenbereich ab

Kampfschwimmer sichern den Hafenbereich ab (Quelle: © Archiv Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Kampfschwimmer sind hoch spezialisierte, hervorragend ausgebildete Soldaten, die äußerst motiviert und körperlich außergewöhnlich belastbar sind.

Von Soldaten der Verwendungsgruppe 34 werden Leistungswille, Selbstdisziplin, Teamfähigkeit, geistige Flexibilität und Bescheidenheit gefordert.

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Eingangsberufe

Die Einstellung erfolgt entsprechend dem Wunsch des Bewerbers in eine beliebige Verwendungsreihe unter Berücksichtigung der zivilberuflichen Ausbildung (auch Schüler sind geeignet), der Eignung und dem Bedarf.

Beim Zentrum für Nachwuchsgewinnung müssen die künftigen Soldaten auf Zeit in einer körperlichen Eignungsfeststellung nachweisen, dass sie folgende sportliche Mindestleistungen erbringen:

  • 5000-Meter-Lauf in höchstens 22 Minuten;
  • 1000-Meter-Schwimmen in höchstens 24 Minuten;
  • mindestens 60 Sekunden Zeittauchen;
  • mindestens 30 Meter Streckentauchen;
  • mindestens 8 Klimmzüge im Ristgriff;
  • mindestens 15 Wiederholungen Bankdrücken mit 50 kg Gewicht (unabhängig vom eigenen Körpergewicht).

Vor der Einplanung in die Verwendungsgruppe 34 muss die zweitägige Untersuchung auf Taucherverwendungsfähigkeit mit Sauerstofftoleranztest beim Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine in Kiel erfolgen.

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Die Tätigkeiten

Kampfschwimmer führen ihre Fähigkeiten mit dem Kajak vor.

Kampfschwimmer unterwegs im Kajak (Quelle: © 2009 Bundeswehr / Thomas Lerdo)Größere Abbildung anzeigen

Hauptaufgaben der Kampfschwimmer sind:

  • Beherrschen der kampfschwimmerspezifischen Einsatzwaffen, des Einsatztauchgerätes und der vertikalen Verbringungsmittel;
  • Einsatzbezogenes Bedienen der kampfschwimmereigenen Transportmittel und kampfschwimmerspezifischen Fernmeldegeräte;
  • Durchführen von kampfschwimmerspezifischen Land-, Tauch- und Fallschirmsprungeinsätzen;
  • Führen einer operativ abgesetzten Kampfschwimmerrotte;
  • Unterstützen bei Koordinierungsaufgaben auf taktischer Ebene;
  • Pflege und Wartung der persönlichen Einsatzausrüstung;
  • Planen, Leiten und Überwachen von Einsätzen einer Kampfschwimmergruppe;
  • Durchführen und Mitwirken bei der Erarbeitung der fachbezogenen Aus- und Weiterbildung; Mitarbeiten bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung von speziellen Operationen;
  • Mitarbeiten bei bi- und multinationalen Manövern;
  • Mitwirken bei der Erarbeitung und Verfeinerung von kampfschwimmerspezifischen Einsatzgrundsätzen und Einsatzverfahren.

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Weitere zivilberufliche Qualifikationsmöglichkeiten/ Befähigungsnachweise

Im Verlauf der Kampfschwimmerausbildung erlangt der Kampfschwimmerschüler eine Reihe von Qualifikationen, die in zivile Befähigungsnachweise umgeschrieben werden können. Es handelt sich hierbei beispielsweise um

  • Tauchscheine;
  • den amtlichen Sportbootführerschein See;
  • Fahrerlaubnis der Klassen B, C und E;
  • Fallschirmspringerlizenz;
  • bei Sportvereinszugehörigkeit: Trainer C-Lizenz und Lehrschein Rettungsschwimmen.

Durch eine Spezialisierung bei den Spezialisierten Einsatzkräften Marine (SEK M) kann, bei entsprechendem Bedarf und nach Eignung, die ebenfalls zivil anerkannte Ausbildung zur Rettungssanitäterin oder zum Rettungssanitäter durchgeführt werden.

Im Rahmen der zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung wird über SAZ 12 Truppendienst VR: 24, 27 und 76 angeboten. Die Marine bietet den Soldaten in der Verwendungsgruppe 34 zudem die Möglichkeit, im Rahmen von zusätzlichen Lehrgängen

  • Lichtbogen-Handschweiß-Grundlagen (2 Wochen),
  • Schiffstaucher (12 Wochen),
  • Ergänzungslehrgang "geprüfter Taucher" (2 Wochen)

Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen, um die Prüfung zur staatlich geprüften Taucherin oder zum staatlich geprüften Taucher abzulegen.

Voraussetzung hierfür sind der Schwimmtaucherlehrgang, der Nachweis von mindestens 200 Tauchstunden, ein anerkannter Ausbildungsberuf (zum Beispiel Bauschlosser, Zimmerer, Wasserbauer, Matrose sowie alle elektrotechnischen Berufe) oder - bei fehlendem Berufsabschluss - eine Gesamtdienstzeit von 6 bis 8 Jahren.

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Ausbildungsablauf

Bootsmannanwärter
ZeitraumAusbildungAusbildungseinrichtung
Drei Monate Allgemeine Grundausbildung für
Bootsmann/-anwärter
Marineunteroffizierschule in Plön
Zwei MonateBootsmann Lehrgang Teil IMarineunteroffizierschule in Plön
Drei MonateBootsmann Lehrgang Teil IIMarineunteroffizierschule in Plön
Zwei MonateSchwimmtaucherausbildungEinsatzausbildungszentrum Schadensabwehr in Neustadt
Sechs WochenAuswahllehrgang Kampfschwimmer/MinentaucherAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Fünf WochenKampfschwimmervorausbildungAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Achtzehn WochenKampfschwimmereinsatzausbildungAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Drei
Wochen
KraftbootführerscheinAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Neun WochenKampfschwimmertaktikausbildungAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Sechs WochenEinzelkämpferausbildung
Zwei MonateFallschirmspringerausbildungLuftlande- und Lufttransport-schule in Altenstadt
Drei MonateSprachenlehrgang EnglischMarineoperationsschule in Bremerhaven
Sechs WochenKraftfahrerausbildung
Sieben WochenSonderlehrgänge (Überlebenslehrgang, Sanitätslehrgang)
Zwei MonateKampfschwimmereinsatzleiterausbildungAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Ein MonatSprengleiterlehrgang Marine mit TauchereinsatzAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Drei MonateKampfschwimmerkampftruppführerausbildungAusbildungsinspektion SEK M in Eckernförde bzw. Nachfolgeorganisation
Anschließend Einsatz als Bootsmann (Regelbeförderung erfolgt nach 36 Monaten).

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Weitere Ausbildungsmöglichkeiten

Es besteht auch die Möglichkeit, Kampfschwimmeroffizier zu werden. Dazu muss die entsprechende Offizierlaufbahn durchlaufen. Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium kann man sich für die Kampfschwimmertätigkeit bewerben und die Kampfschwimmerausbildung beginnen, aber nur nach einer positiv verlaufenden Eignungsfeststellung. Diese verläuft analog zur Ausbildung der Kampfschwimmerbootsleute.

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Bilder


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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.karriere.faktenun.verwendu.kampfsch