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Die Rolle der Marine im Widerstand

Der Großteil der Offiziere der Marine war nicht am militärischen Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime beteiligt. Dies liegt zu einem an der geographischen Entfernung der Marineangehörigen zum Widerstand an Land. Des weiteren bestand seitens der Heeresoffiziere, die den Widerstand organisierten, ein hohes Missvertauen gegenüber den Marineoffizieren.

Admiral Wilhelm Canaris

Admiral Wilhelm Canaris (Quelle: © Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Dieses Misstrauen begründete sich in Ableitung der Verhaltensweisen der höchtsen Marineführung. Diese war dem NS-Regime treuergeben.

Oppositionelles Verhalten von Marineoffizieren an Bord der seegehenden Einheiten, wie das Abhängen von Führerbildern in Messen oder mündliche Protestäußerungen sind nur zum Teil überliefert und belegt.

Sicherlich sind aber derartige Verhaltensweisen von Offizieren der Marine an den Tag gelegt worden. Damit kann und darf allerdings der Marine keine "Generalabsolution" erteilt werden: Die Marineoffiziere haben das Hitler-Regime während des Zweiten Weltkrieges zum Teil ebenso willfährig mitgetragen wie alle anderen Angehörigen der Wehrmacht, die ebenfalls in Treue und Glauben handelten.

Offiziere der Kriegsmarine sind in den Widerstandsgruppen der Vorkriegszeit und der Kriegszeit nur bedingt nachweisbar. Die Ausnahmen bilden im Schwerpunkt Admiral Canaris und Korvettenkapitän Kranzfelder, welche im Zusammenhang mit dem 20.Juli 1944 aktiv mitarbeiteten.


Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Bruder von Berthold Schenk Graf von Stauffenberg.

Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Quelle: © 1944 Bundeswehr / Filmschau)Größere Abbildung anzeigen

Marineoberstabsrichter Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, Bruder von Claus von Stauffenberg, war in der Seekriegsleitung tätig und nahm im Herbst 1943 Kontakt zu Alfred Kranzfelder auf.
Der Widerstandsgruppe um Stauffenberg kam es darauf an, dass sich nach einem geglückten Attentat die Verschworenen ihres Machteinflusses vergewissern konnten und zugleich verhinderten, dass ein Nachfolger der NS-"Elite" das entstehende Machtvakuum für sich nützte.

Dabei galt es auch, die Nachrichtenmittel der Marine in die Hand zu bekommen oder wenigstens für die Gegner zu blockieren.


Korvettenkapitän Alfred Kranzfelder

Korvettenkapitän Alfred Kranzfelder (Quelle: © Presse- und Informationszentrum Marine)Größere Abbildung anzeigen

Über Berthold Schenk Graf von Stauffenberg indirekt und Alfred Kranzfelder direkt wurden weitere Marineoffiziere für nachrichtentechnische und allgemeine Aufgaben in den erweiterten Kreis der Widerstandsgruppe, ohne dass diese allerdings detaillierte Kenntnisse über die Gesamtoperation besaßen, angeworben: Kapitän zur See Max Kupfer, Chef der Abteilung Nachrichtenübermittlungsdienst, Korvettenkapitän Dr. Sidney Jessen aus der Nachrichtenabteilung, Fregattenkapitän Dr. Arnold Mardersteig, Chef des deutschen Nachrichtenbüros und Führer des Kriegstagebuches der Operationsabteilung sowie Korvettenkapitän Prof.Dr. Kurt Bauch, Admiralrichter Dr. Curt Eckhardt und Korvettenkapitän Otto Mejer, die alle in der Seekriegsleitung eingesetzt waren.

Berthold Schenk Graf von Stauffenberg wurde am 10. August 1944 neunundreißigjährig hingerichtet. Den übrigen Marineoffizieren blieb ein vergleichbares Schicksal erspart, da sie nicht in den Zusammenhang mit den Ereignissen des 20. Juli von Seiten der Ermittlungsstellen gebracht wurden.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.ueberuns.geschichte.reichsundkriegsmarine.widerstand