Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Archiv > Das Jahr 2011 > Großereignisse 2011 > NORTHERN COASTS 2011 > Hintergrund > DANEX/NOCO 11: Hintergründe zum Szenario

Das Szenario DANEX/NOCO 11

Eine Karte des Übungsgebietes

Das Übungsgebiet (Quelle © 2011 Bundeswehr / NORTHERN COASTS)Größere Abbildung anzeigen

Die Übung findet in einem fiktiven Operationsgebiet in der realen Geographie von Nordeuropa, auf dem generischen Kontinent PESCADIA, statt. Die Anrainerstaaten sind ARBOLIA (ARB), BARRACUDIA (BAR), FERIA (FER), CONGERIA (CON) und DARIA (DAR). Im Süden grenzt der neutrale Staat UNITED GRISU an. Zwei weitere Staaten, die zwar nicht direkt an das Übungsgebiet angrenzen, jedoch Einfluss auf das Geschehen haben können, sind UROS (URO) und TRECES (TRE). Eingeschlossen in diese Übungsgeographie ist eine verletzbare und lebenswichtige maritime Schlagader über die mehr als ein Drittel des Welthandels läuft: die PESCADIA STRAITS (PEST) (LANGELAND BELT / SUND). Diese verbindet die EAST PESCADIA SEA mit der WEST PESCADIA SEA.

Die Grenzverläufe zwischen den Staaten sind fiktiv und dem Übungsszenario angepasst. Die Europäische Union liegt ca. 2.000 km entfernt im Westen. Die durchschnittliche Transitzeit von dort zu den PESCADIA STRAITS beträgt drei Tage.

In PESCADIA gab es bis zum Jahr 1756 15-20 Eingeborenen-Königreiche. Zwischen 1756 bis 1783 errichteten einige europäische Nationen Kolonien in Nord- und Mittel-PESCADIA. Die Kolonialmächte konzentrierten ihre Kontrolle vornehmlich auf Schlüsselobjekte wie Häfen, Großstädte und Industrieregionen. 1807 wurde die Insel FEHMARN für 200.000 Gold Taler von der Kolonialmacht in SCHONEN, die nun die südlichste Provinz von BARACUDIA ist, an die Kolonialmacht in DARIA/CONGERIA verkauft. Die ethnische Herkunft der Bevölkerung FEHMARNs ist größtenteils barracudisch. Um die Insel Fehmarn entbrannten in den Folgejahren Streitigkeiten.

Sowohl BAR, als auch DAR beanspruchten die Zugehörigkeit der Insel zu ihrem Territorium. Da die Insel seit 1807 zu DARIA gehört und in den Territorialgewässern DARIAS liegt, wurden die Anspruchsforderungen BARRACUDIAS 1958 vom UN Sicherheitsrat zurückgewiesen und FEHMARN eindeutig DARIA zugesprochen, was nochmals in der UN Resolution 3366 von 2011 bekräftigt wurde.
Nach dem Great War von 1905 bis 1909 strebten die Kolonien von PESCADIA nach Unabhängigkeit und erlangten ihre Unabhängigkeit in den Jahren von 1923 bis 1937. Die neuen Staaten bildeten sich gemäß unterteilt nach ethnischen Gruppierungen. Ethnische Spannungen waren gering.

BAR behielt auch während der Kolonialzeit ein recht hohes Maß an Eigenständigkeit. Dies und die lange Tradition barracudischer Zaren resultierten in dem Streben nach der regionalen Vormachtstellung. Mit den Gewinnen aus Ölfeldern im Norden von BARRACUDIA konnte das Land eine relativ moderne militärische Macht aufbauen. Etliche europäische Nationen unterstützten BAR in den 50er und 60er Jahren mit militärischem Gerät und Beratern.


In den 70er Jahren bauten sich Spannungen auf, als die national-religiöse Bewegung in BAR mehr Einfluss bekam. Der Zar unterdrückte diese Bewegung zunächst, war aber 1987 zur Flucht gezwungen. Ein Rat übernahm die Macht.


In dieser Zeit begannen ARBOLIA und CONGERIA den Schutz ihre Küsten auszubauen. Sie befürchteten Invasionen von BAR. ARBOLIA begann den erwarteten Landungsabschnitt (ECKERNFÖRDER Bucht bis DAMP) zu verminen und den Strand mit Sprengfallen und Landminen auszulegen. Ähnlich war es an den Küsten von DARIA (zwischen Fehmarn und Neustadt) und CONGERIA (zwischen Kühlungsborn und Darßer Ort).


Nach diplomatischen Interventionen und einer Verurteilung durch die Vereinten Nationen im Jahre 1988 stoppten DARIA, CONGERIA und ARBOLIA die Verminung der Küsten. Auf Grund fehlender Dokumentation wird das Gebiet immer noch als minengefährdet eingeschätzt, da nicht alle Minen und Sprengfallen gefunden sind.


Die 90er Jahren waren in BAR durch interne Kämpfe gegen Unterstützer des Zaren gekennzeichnet. Viele Einwohner flohen aus BAR nach Europa und UNITED GRISU. Viele Zaristen flohen nach FEHMARN und versuchten dort ihren Einfluss auszuweiten. Gerüchteweise soll dies auch auf das zu CONGERIA gehörende BORNHOLM zutreffen.


Isoliert vom Westen und Rest PESCADIA, suchte BAR Unterstützung bei UROS und TRECES.
2002 richtete BAR eine eigene Wirtschaftszone in der EAST PESCADIA SEA ein und begann Fischerboote aus FER, CON, ARB und DAR zu bedrängen, wenn sie sich den Territorialgewässern BAR näherten. Einzige Ausnahme betraf die Fischereiflotte FEHMARNS. Dieser Flotte wurden Fischereirechte in den Hoheitsgewässern BARACUDIAS eingeräumt. Seit dieser Zeit und durch diese Maßnahme von BAR, hat DARIA den Zuspruch und die Zusammenarbeit weiter Teile der Bevölkerung FEHMARNS verloren.
Im Rahmen des Fischereikonfliktes versenkte eine BAR Korvette im Jahre 2008 ein Schiff des Fischereischutzes 15 nautische Meilen südöstlich von MOEN.


Entlang der arbolischen Küste war Piraterie seit Jahrhunderten ein großes Problem für die internationale Schifffahrt. Diese hat seit 2010 deutlich zugenommen und sich auch auf das Seegebiet vor der Küste CONGERIAS ausgeweitet. Zusätzlich wurden sowohl Raubüberfälle als auch terroristische Aktivitäten beobachtet Dies hat die UN zum Anlass genommen in der Resolution 3365 die Staaten aufzufordern dagegen vorzugehen.


Im Februar 2011 schloss BAR die PESCADIA STRAITS für Schiffe aus Europa und den Staaten ARBOLIA, DARIA, CONGERIA und FERIA. Schiffe aus anderen Staaten wurden zu erheblichen Passagegebühren gezwungen.


Sowohl die Sperrung der vielbefahrenen Wasserstraße als auch die Erzwingung von Passagegebühren führten zu der UN-Resolution 3366 gegen BAR.

Nach Verstreichen eines Ultimatums des UN-Sicherheitsrates am 01. April sowie einem gescheiterten Vermittlungsversuchs UROS, beschloss der Sicherheitsrat die Durchsetzung der Resolutionen 3365 und 3366.


Die Piratengebiete werden durch schwarz- weiße Felder angezeigt.

Piratengefahr (Quelle: © 2011 Bundeswehr / NORTHERN COASTS)Größere Abbildung anzeigen

Aktuelle Situation

Die NATO hat sich bereit erklärt, im Auftrag der UN die militärische Operation zur Umsetzung der Resolutionen 3365 und 3366 zu führen. Zur internationalen Koalition gehören spezialisierte und maritime Streitkräfte in der Stärke von insgesamt ca. 3500 Soldaten. Die Kräfte werden unter der Bezeichnung UNIPES (United Nations Interim Force to PESCADIA) geführt.

Neben der Beteiligung mit Seestreitkräften hat sich Deutschland verpflichtet, die Operation der internationalen Seestreitkräfte und der internationalen Spezialkräfte aus dem Flottenkommando in Glücksburg/Meierwik zu führen. Ein Mandat des Deutschen Bundestages liegt vor.

nach oben


Ausblick

Zu Beginn der Übung laufen die an der Operation beteiligten Marineeinheiten in den dänischen Hafen Frederikshavn ein. Die Vorbereitungsphase Dauert vom 09. bis 12. September. Nach dem Auslaufen am 12. September begibt sich der Verband auf den (simulierten) Transit nach PESCADIA und führt bis zum 17. September gemeinsame Übungen zur Steigerung der Einsatzfähigkeit und Verbesserung der Zusammenarbeit im Verband durch. Mit Eintritt in das Operationsgebiet am 18. September beginnt die operative Phase der Übung DANEX/NOCO, welche im Laufe des 22. September enden wird. In dieser Phase sind die bestehenden UN Resolutionen durchzusetzen.
Das Übungsgebiet umfasst die Übungsgebiete Deutschlands und Dänemarks in der westlichen Ostsee, dem Kattegat und Skagerrak zwischen Bornholm und Skagen sowie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.aktuelle.archiv.jahr2011.grossereignisse.northerncoasts2011.ueber&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7C8LHHTG112DIBR