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590 Meilen in die neue Heimat

In See, 25.10.2012.
Ende September hieß es für den Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“: Umzug. Statt Kiel lautet künftig der Heimathafen Wilhelmshaven. Die knapp 600 Seemeilen führten von der Ostsee, um Dänemark herum, bis in den Nordseestützpunkt. Weit gefehlt, wer hier nur an ruhige Seefahrt von A nach B denkt.

Der Mehrzweckhubschrauber „Sea King“ auf dem Flugdeck des Einsatzgruppenversorgers „Frankfurt am Main“.
Bereit zum Abheben (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Jelena Wiedbrauk/)Größere Abbildung anzeigen

Ein ohrenbetäubendes Flattergeräusch ist vom Hubschrauberlandedeck des Einsatzgruppenversorgers (EGV) zu hören. Ein „Sea King“ hat seine Rotoren angeworfen und wartet auf die Starterlaubnis. Am Hangar steht der Flugdeckoffizier (FDO). Dieser ist für die Flugsicherheit verantwortlich.

Er gibt ein Handzeichen an sechs Soldaten, die kniend auf ihren Einsatz lauern. Auf sein Zeichen hin bewegen sich die Sechs geduckt in Richtung Hubschrauber. Mit einem gekonnten Handgriff lösen sie die „Laschings“, die den Hubschrauber auf dem Landedeck fixieren. Kurze Zeit später gibt der FDO die Erlaubnis zum Starten. Fast majestätisch hebt der „Sea King“ ab und schwebt über das Flugdeck. Über die Backbordseite (linke Seite des Schiffes) fliegt er auf die offene See.

Präzisionsarbeit im Nebel

Der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ vor der Beltbrücke.
Blick durch den Nebel (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Jelena Wiedbrauk)Größere Abbildung anzeigen

Revierfahrt, Revierfahrt“, hallt es durch die Lautsprecher. „Anker klar machen zum Fallen, Rudermaschinenraum besetzen“. Im regnerischen und nebligen Gewässer Dänemarks ist nur eine lange, graue Silhouette am Horizont zu erkennen. Die Beltbrücke liegt vor dem EGV. „Für ein so großes Schiff, wie die „Frankfurt am Main“, ist es wichtig, die Brücke am richtigen Punkt zu durchqueren“, erklärt der Navigationsmeister.

Langsam nähert sich der Koloss der Brücke. Mit geschultem Auge schaut er auf seine Instrumente und überprüft ständig die genaue Position. „Immerhin ist der höchste Punkt des Schiffes bis zu 38 Meter“, erklärt der Navigationsmeister die Präzisionsarbeit, als sie genau unter der Brücke fahren. Kaum ist die Durchfahrt passiert, erklingt aus den Lautsprechern: „Revierfahrt beendet.“

Tanken während der Fahrt

Der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ und die Fregatte „Emden“ bei der Kraftstoffübernahme auf See.
Tanken auf hoher See (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Jelena Wiedbrauk)Größere Abbildung anzeigen

Die „Frankfurt am Main“ pflügt sich weiter durch die Ostsee. Eine Fregatte nähert sich an. Der Versorger verringert seine Geschwindigkeit, so dass die „Emden“ aufschließen kann. „In Deckung oder wahrnehmen und schauen“, ruft der Decksmeister der „Frankfurt am Main“, als die Fregatte auf selber Höhe ist. „Die „Emden“ schießt gleich ein beschwertes Seil zu uns rüber“, fügt er hinzu. Kurze Zeit später ein Knall. Das Deckspersonal läuft aus der Deckung und greift sich die sogenannte „Bola“. Die erste Verbindung ist geschaffen. Mit Hilfe des ersten Seils werden nun weitere Seile und ein Stahlseil per Muskelkraft durch die Decksdienstsoldaten ausgetauscht. Langsam wird der „Zapfhahn“, am Stahlseil hängend, in Richtung Fregatte gezogen.

Kurze Zeit später beginnt das Betanken auf See. Während des ganzen Manövers trennen die beiden Schiffe gerade mal 40 Meter voneinander. Für die Einhaltung des Abstandes sind die wachhabenden Offiziere verantwortlich. Am vordersten Seil sind alle sechs Meter Wimpeln angebracht. Durch die unterschiedlichen Farben kann der eingeteilte Posten schnell Veränderungen erkennen und dem Offizier melden. Nach etwa einer Stunde ist das Tankmanöver beendet und die Fahrt geht weiter Richtung Wilhelmshaven.

Angekommen

EGV „Frankfurt am Main“ passiert zusammen mit dem Hubschrauber „Sea King“ die Molenköpfe der 4. Einfahrt.
Neuer Heimathafen für die „Frankfurt am Main“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sophie Fiebeler)Größere Abbildung anzeigen

Jade Traffic, Jade Traffic, hier ist die „Frankfurt am Main“. Wir passieren gerade die Jade Tonne eins – einlaufend“, meldet der Navigationsmeister über Funk. „Wir melden uns in unser zukünftiges Heimatrevier Wilhelmshaven“, fügt er hinzu. Kurze Zeit später wird die Fahrt des „Neulings“ von einem Schlepper und einem „Sea King“ empfangen und begleitet.

Beim Passieren der Hafeneinfahrt ertönen die Schiffhörner der im Marinehafen liegenden Schiffe und die Klänge des Marinemusikkorps Nordsee sind bereits von Weitem zu hören. Traditionell haben alle Schiffe „Großen Flaggenschmuck“ gesetzt und die Besatzungen empfangen den Einsatzgruppenversorger mit einer Passieraufstellung. Auch an Land heißen Vertreter der Einsatzflottille und der Stadtführung den „Neuzuwachs“ willkommen. Die „Frankfurt am Main“ ist am neuen Heimatort angekommen.

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Stand vom: 07.11.12 | Autor: 


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