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Beispielhafte deutsch-indische Kooperation auf hoher See

In See, 17.08.2012.
An Bord der sich aktuell im Indischen Ozean befindenden Fregatte „Bremen“ kam es am 14. August 2012 bei einem der Besatzungsangehörigen zu einem lebensbedrohlichen medizinischen Notfall. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt circa 450 Seemeilen vor der indischen Küste, welche bei Höchstfahrt erst in etwa 15 Stunden hätte erreicht werden können. Auch für einen Hubschraubertransfer war in diesem Augenblick die Entfernung zu groß. Während der Patient durch die Facharztgruppe der Bremen medizinisch erstversorgt wurde, prüfte der deutsche Militärattachéstab in Indien sofort Möglichkeiten, wie der Erkrankte schnellstmöglich in fachärztliche Behandlung übergeben werden könnte.

Luftbild der Fregatte „Bremen“.
Fregatte „Bremen“ im „Atalanta“-Einsatz am Horn von Afrika (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Mirko K.)Größere Abbildung anzeigen

Nach Kontaktaufnahme mit der indischen Marine wurde umgehend eine Rettungskette in Gang gesetzt: Während des frühen Nachmittags des 14. August 2012 befand sich die „Bremen“ in Reichweite einer indischen Trägerkampfgruppe um den Flugzeugträger INS „Viraat“. Dieser scherte aus dem Verband aus und näherte sich der deutschen Fregatte bis auf 60 Seemeilen.

Von dem Träger aus startete ein Hubschrauber vom Typ „Sea King“ Mk 42 C, der den erkrankten Soldaten von der Fregatte „Bremen“ übernahm und nach Mumbai in das indische Marinehospital flog. Dort wurde er notoperiert und weiter stabilisiert.

Perfekte Rettungskette

Dank der hervorragenden und professionellen Zusammenarbeit zwischen deutschen und indischen Marinesoldaten gelang es, den akuten lebensbedrohlichen Zustand zu entschärfen.

Sobald der erkrankte Soldat transportfähig ist, wird er nach Stuttgart geflogen, um von dort zur weiteren Behandlung ins Bundeswehrkrankenhaus Ulm verlegt zu werden. Für derartige Notfälle verfügt die Luftwaffe über speziell ausgerüstete Flugzeuge vom Typ Airbus. Dank der sogenannten MedEvac-Flugzeuge ist es jederzeit und von jedem Punkt der Erde aus möglich, deutsche Soldaten unter medizinischer Betreuung nach Deutschland zu überführen.

Update vom 22. August:

Nachdem sich der Zustand des Patienten stabilisiert hatte, wurde er am 18. August nach Deutschland ausgeflogen. Mittlerweile befindet er sich im Bundeswehrkrankenhaus Ulm zur weiteren Behandlung. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut.

Kurs Indien

Die „Bremen“ beteiligte sich vom 19. Mai bis zum 13. August an der EU-geführten Anti-Piraterie-Operationen „Atalanta“. Anschließend nahm das Schiff Kurs auf Indien, um dort an den Feierlichkeiten des „Deutschland-Jahres“ teilzunehmen.

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Stand vom: 24.08.12 | Autor: 


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