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Das „Multitool“ der Marine - Seebataillon in Eckernförde aufgestellt

Eckernförde, 01.04.2014.
Am 1. April wurde einer der größten und vor allem vielfältigsten Verbände der Marine neu aufgestellt: Im Seebataillon sind fortan die Marineschutzkräfte, die Minentaucher und Boarding-Soldaten in einer bis zu 800-Mann (und Frau) starken Einheit zusammengefasst.

Soldaten in unterschiedlichen Uniformen, von getarnt bis zum Minentaucher.

Soldaten des „Multitool“ der Marine (Quelle: 2014 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Das mittlerweile dritte Seebataillon der Bundeswehr (nach 1959 und 1988) steht unter der Führung von Fregattenkapitän Arne Krüger. Aufgrund der vielen Fähigkeiten und der Vielseitigkeit der Aufträge, trägt es den Spitznamen „Multitool der Marine“. Zum Verband gehören vier Einsatzkompanien - Bordeinsatzkompanie, Küsteneinsatzkompanie, Aufklärungskompanie und Minentaucherkompanie - sowie der Bereich Stab, Ausbildung, Weiterentwicklung und eine Unterstützungskompanie.

Im Rahmen ihrer Bündnisverpflichtungen, insbesondere bei internationalen Einsätzen zur Krisenbewältigung, Konfliktverhütung und Friedenssicherung findet man die Deutsche Marine weltweit. Der Schutz von Seewegen gehört ebenso zu den Aufgaben wie der Schutz von Schiffen, Häfen, strategisch bedeutsamer Positionen sowie Hilfs-, Rettungs- und Evakuierungseinsätze. Dazu kommen die Bekämpfung von Kampfmitteln unter Wasser und an Land und der Schutz gegen terroristische Angriffe. Nicht wenige Einsätze sind so speziell, dass sie künftig nur von einem Verband durchgeführt werden können: dem Seebataillon.

Einmarsch des Marinemusikkorps Kiel zur Aufstellung des Seebataillons.

Einmarsch des Marinemusikkorps Kiel (Quelle: 2014 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Außergewöhnliche Fähigkeiten

Wir sind kein typischer Marineverband, wir sind an Land genauso wie an Bord von Schiffen und Booten zuhause“, sagte Krüger. Das Motto der Profis: „Vom Land zum Meer - Vom Meer zum Land“. Das Seebataillon ist ein Einsatzbataillon. In jedem Einsatz der Bundeswehr sind die Seesoldaten derzeit präsent und leisten ihren Beitrag für mehr Sicherheit und sichere Seewege.

Wir decken mit unserem außergewöhnlichen und umfassenden Fähigkeitsspektrum die Bereiche Marineinfanterie, Aufklärung, Kampfmittelbeseitigung und Boarding ab, ständig begleitet durch Soldaten mit medizinischer Ausbildung“, sagt Krüger. Der „grüne“ Verband ist mit modernster Technik ausgestattet. Er verfügt über zahlreiche geschützte Fahrzeuge, ferngesteuerte Unterwasserdrohnen sowie kleine Flugdrohnen.

Fregattenkapitän Krüger, Kommandeur des Seebataillons, wird beglückwünscht.

Flottillenadmiral Martens gratuliert Fregattenkapitän Krüger (Quelle: 2014 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Spezialisiert auf allen Ebenen

Die Spezialisten arbeiten meist in kleinen Teams, sehr gut ausgebildeten und hochmotiviert. Spezialisierte Kräfte der Bordeinsatzkompanie können sich aus einem fliegenden Hubschrauber auf das Deck eines fahrenden Schiffes abseilen. Soldaten der Marineinfanterie werden gesondert geschult und unterstützen zivile Schiffe bei der Abwehr von Piratenangriffen. Genauso können sie den Schutz von ganzen Hafenanlagen übernehmen. Körperlich und geistig topfitte Soldaten lassen sich zum Minentaucher ausbilden und übernehmen die Aufgaben der Kampfmittelabwehr. Sie können verschiedenste Kampfmittel, wie zum Beispiel Seeminen, identifizieren und unschädlich machen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Aufklärungskräfte, die wichtige Informationen im Einsatzland sammeln und auswerten. Ihnen zugeordnet sind eigene Scharfschützen. Da der Verband aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt wird, sind die im Bundeswehr Sprachgebrauch beschriebenen „tailored missions“ (maßgeschneiderte Einsätze) möglich, in denen reaktionsschnelle und einzeln zusammengestellte spezialisierte Truppenteile und Gerät in den Einsatz gehen.

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Stand vom: 06.06.14 | Autor: 


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