Das Flottenkommando verabschiedet sich
Glücksburg, 17.08.2012.
Nach 52 Jahren wird das Flottenkommando den Standort Flensburg/Glücksburg verlassen. Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr und der damit erfolgten Stationierungsentscheidungen wird die Höhere Kommandobehörde der Marine am 30. September 2012 aufgelöst. Aufgaben und Zuständigkeiten gehen vor allem an das neue Marinekommando in Rostock.

Der amtierende Befehlshaber der Flotte Konteradmiral Michael Mollenhauer nutzte am 16. August 2012 die Teilnahme der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ an den „5. Flensburg Nautics“, um sich mit einem abendlichen Empfang auf dem Flugdeck des Schiffes stellvertretend für das gesamte Flottenkommando von Stadt, Land und Region zu verabschieden. Über 150 Gäste aus Politik und Gesellschaft folgten seiner Einladung, unter ihnen der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein Andreas Breitner, der Oberbürgermeister der Stadt Flensburg Simon Faber und die Bürgermeisterin der Stadt Glücksburg Dagmar Jonas.
Konteradmiral Mollenhauer dankte in seiner Rede für die sehr gute Zeit, die das Flottenkommando und seine Angehörigen in dieser Region erleben durften. Sie könnten, so anschließend der Inspekteur der Marine Vizeadmiral Axel Schimpf, mit Stolz auf das Geleistete zurückblicken und nun das Neue als Chance sehen.

Der Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg Dr. Wolfgang Buschmann verband sein Grußwort mit guten Wünschen für die Zukunft.
Dank des Marinemusikkorps Ostsee aus Kiel endete der Empfang besonders stimmungsvoll: Vor Sonnenuntergang und Flaggenparade ließen die Marinemusiker mit einer Serenade den Abend ausklingen.
Der Marsch „Gruß aus Rostock“ war die passende Hintergrundmusik bei diesem gebührenden Abschied vom Flottenkommando und der Flensburger Förde.
Von der Jade an die Flensburger Förde
Die Geschichte des Flottenkommandos in Glücksburg reicht zurück bis zum 1. Dezember 1960. An diesem Tag begann gegen den Willen des damaligen Befehlshabers der Flotte Konteradmiral Rolf Johannesson die Verlegung des „Kommandos der Flotte“ von Wilhelmshaven-Sengwarden, wo es am 15. Juni 1956 als „Kommando der Seestreitkräfte“ aufgestellt worden war, nach Glücksburg. Am 1. Januar 1967 wurde die Dienststelle in „Flottenkommando“ umbenannt.

Bei der Wahl des Standortes spielten die Nähe zum neu errichteten Alliierten Kommando Ostseezugänge in Karup (Dänemark) sowie geostrategische Gründe eine Rolle. Dem benachbarten Dänemark, aber auch den Warschauer Pakt-Staaten wurde damit signalisiert, dass die deutsche Flotte an der Seite der Dänen ihre Hauptaufgabe in der Ostsee finden sollte.
Weltweite Führung
Aus dem Flottenkommando mit dem integrierten Marinehauptquartier, dem sogenannten „Maritime Operations Centre MOC“ führte der Befehlshaber der Flotte über viele Jahrzehnte die schwimmenden, fliegenden und landgebundenen Marinekräfte in ihrer weltweiten Einsatzausbildung und stellte sie für Aufgaben im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung, zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung sowie zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus einsatzfähig zur Verfügung.

Hier wurden die dafür notwendigen operativen Einsatzvorstellungen entwickelt und darüber hinaus die materielle Einsatzbereitschaft der Flotte sichergestellt. Gleichzeitig konnten die Fähigkeiten des MOC zur Führung internationaler Übungen und Operationen, zum Beispiel im NATO- und EU-Rahmen, genutzt werden. Zur Zeit versehen noch etwa 900 Soldaten und Zivilbeschäftigte ihren täglichen Dienst im Flottenkommando.
Blick in die Zukunft
Mit der Auflösung des Flottenkommandos am 30. September 2012 wird die Kasernenanlage in Glücksburg-Meierwik nicht sofort geschlossen. Das Datum markiert lediglich den Beginn des Übergangs in die neue Zielstruktur der Marine. Die einzelnen Abteilungen werden nach und nach an ihre neuen Bestimmungsorte umziehen. Der Abschluss dieser Maßnahmen ist für Mitte 2013 vorgesehen.
Das Herzstück des Flottenkommandos, das größtenteils unterirdische MOC, wird allerdings bis zur Errichtung der entsprechenden Infrastruktur in Rostock-Warnemünde noch am Standort Flensburg/Glücksburg verbleiben. Rund 400 Soldaten und zivile Mitarbeiter werden dort so lange weiterhin ihren Dienst im 24-Stunden-Schichtbetrieb versehen.
