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Torpedo im Anmarsch

In See, 13.04.2011, Sascha Jonack (Presse- und Informationszentrum Marine).
Mit 21 Knoten (rund 40 Km/h) durchschneidet die Fregatte AUGSBURG die Nordsee. Das graue Schiff teilt die Wellen mit dem Bug und hinterlässt eine weiße Schaumkrone. Ein Marinesoldat steht in der Nock, einem Balkon für den Ausguck an den Brückenseiten, und beobachtet mit dem Fernglas das umliegende Gewässer. Die Übung hat begonnen.

Marinesoldaten koodinieren im Leitstand den Ablauf des Gefechts.

Koordination im Leitstand (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Ricarda Schönbrodt)Größere Abbildung anzeigen

Plötzlich gefriert sprichwörtlich das Blut in den Adern. Der Atem stockt. In der Ferne sieht der Ausguck eine weiße Luftblasenspur im Wasser. Er realisiert sofort: Ein Torpedo kommt in diesem fiktiven Szenario auf die AUGSBURG zu. Schnell alarmiert er den Wachhabenden Offizier in der Brücke: „Torpedo im Anmarsch aus ein Uhr!“.

Ein ohrenbetäubender Rington ertönt auf dem Schiff: „Alarm! Torpedoangriff! Alle Mann auf Gefechtstation“, hallt es durch die Lautsprecher. Nun geht alles schnell. Die Soldaten der Fregatte schnappen sich ihren Helm, die Schwimmweste und ihre persönliche ABC-Schutzausstattung und eilen zu ihren Gefechtsposten.


Soldaten bei der Leckabwehr.

Leckabwehr an Bord (Quelle: © 2011 Bundeswehr / PIZ Marine)Größere Abbildung anzeigen

Gefechtsübung auf der Nordsee

Sekunden später ertönt ein lauter Knall. „Ein Treffer im hinteren Bereich des Schiffes“, wird bekanntgegeben. Im Schiffstechnischen Leitstand laufen nun alle Fäden zusammen. Dort gehen alle Stör- und Schadensmeldungen ein. Auf den Anzeigen sind alle wichtigen technischen Informationen über die Funktionstüchtigkeit des Schiffes sichtbar.

Der Zustand der technischen Anlage, Störungen, Wassereinbrüche und Brände sind visualisiert. Aus dem Leitstand folgen die ersten Sofortmaßnahmen: „Wassereinbrüche abwehren und die Brandabwehrtrupps bereiten sich auf die Löschung der Brände vor“, so der Befehl durch die Sprechanlage.

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Der Feuerlöschtrupp geht zu Übungszwecken gegen ein Feuer an Bord vor.

Brandabwehr an Bord (Quelle: © 2011 bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Erstversorgung von Verletzten

Die ersten Verletzen werden in die Offiziermesse gebracht. Im Gefechtsfall dient dieser als Verbandsplatz. Zwei Soldaten hocken über einen verletzen Soldaten, der vor Schmerz schreit. Sie befreien ihn vorsichtig von seiner Schwimmweste und legen seinen Oberkörper frei. „Nun wird der Körper auf Verletzungen überprüft. Anschließend wird der Rumpf des Verletzten sorgsam abgetastet und festgestellt, ob Brüche vorhanden sind“, erklärt Stabsärtzin Julia Würfl.

Als Schiffsärztin überwacht sie die Arbeitsabläufe der Sanitäter und greift im Notfall ein. „Verbände werden angelegt. Der Vitalzustand des Patienten wird überprüft und eine weitgehende Stabilisierung durch die Sanitätssoldaten sichergestellt“, erklärt die 30-jährige Ärztin die Arbeitsabläufe am Verbandsplatz.

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Bordsoldaten versuchen ein Leck abzudichten.

Starke Bemühungen bei der Leckabwehr (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Positives Fazit

Die Gefechtsübung dauert rund zwei Stunden. Dann ist alles vorüber. „Die Brände sind gelöscht. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Leckabwehr waren erfolgreich und die Erstversorgung der verletzen Kameraden hat funktioniert“, so der Kommandant, Fregattenkapitän Bernhard Veitl.

Die Schiffbesatzungen der Deutschen Marine trainieren regelmäßig den Ernstfall. Die Maßnahmen zur Brand- und Leckabwehr zählen dazu. Wie gut die Besatzung der Fregatte AUGSBURG auf derartige Bedrohungen vorbereitet ist, zeigt das Resümee des Kommandanten: „Die Besatzung hat bewiesen, was in ihr steckt“, zeigt sich Fregattenkapitän Veitl am Ende der Übung zufrieden.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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