Wie die Schiffe und Boote der Marine zu ihren Namen kommen
Glücksburg, 24.08.2011, Presse- und Informationszentrum Marine.
Die Schnellboote der GEPARD-Klasse sind echte Exoten in der Marine: Denn mit ihnen pflügen die letzten „grauen Raubtiere“
durch die Wellen. Neuere Schiffe und Boote der Marine tragen nämlich die Namen von Bundesländern, Städten oder Gemeinden. Allerdings bilden die Uboote eine weitere Ausnahme, da sie aus Tradition durchnummeriert werden.

„Bei einer neuen Schiffsklasse wird immer die erste Einheit den Namen der Schiffsklasse tragen
“, erläutert Stabskapitänleutnant Karsten Klapschinski vom zuständigen Zentralreferat im Führungsstab der Marine. „Beispielsweise bilden die drei Fregatten der Klasse 124 die SACHSEN-Klasse, benannt nach ihrem gleichnamigen Typschiff.“
Bei der Marine ist ein Schiffsname nicht nur eine bloße Bezeichnung; Namensgeber und -träger gehen eine tatsächliche Patenschaft ein. „Zur Pflege einer aktiven Patenschaft gibt es regelmäßige gegenseitige Besuche oder andere Aktionen, wie z.B. gemeinsame sportliche Wettkämpfe oder die Unterstützung von karitativen Einrichtungen“
, sagt Klapschinski. „Natürlich nutzen wir die Patenschaften auch, um für unsere Blauen Jungs etwas Werbung zu machen.“

Bundesländer, Städte und Gemeinden
Nach der aktuellen Regelung werden Fregatten nach Bundesländern und alle kleineren Einheiten nach Städten benannt. Auch die durchnummerierten Uboote haben ihre Patentstädte.
„Besonders interessant sind die Namen unserer Einsatzgruppenversorger
“, erläutert der Stabskapitänleutnant. „Berlin wurde als heutige und Bonn als ehemalige Hauptstadt der Bundesrepublik ausgewählt, in Frankfurt am Main wurde 1848 die erste deutsche Marine überhaupt gegründet
.“

Auswahl der Namen durch den Bundesminister
Grundsätzlich erfolgt die Namensauswahl durch den Bundesminister der Verteidigung selbst. Wenn ein Neubau ansteht, erhält er vom Inspekteur der Marine einige Vorschläge mit einer Empfehlung. „Bei den Vorschlägen an den Minister achten wir z.B. darauf, dass die Größe der Gemeinde zu der des Bootes passt
“, sagt Klapschinski.
Bundesländer, Städte und Gemeinden können sich um eine Patenschaft bewerben. Das Interesse, Namensgeber für eines der grauen Schiffe zu werden, ist so groß, dass es mehr Anfragen als freie Einheiten gibt. Doch da könnte sich künftig eine neue Möglichkeit auftun.
„Wegen des Mehrbesatzungskonzeptes auf den neuen Ubooten der Klasse 212 A wird überlegt, dass jede Besatzung eine eigene Patenschaft erhält
“, erläutert der Experte aus dem Führungsstab der Marine. Mit der Indienststellung der Fregatten der Klasse 125 ist ebenfalls die Einführung eines Mehrbesatzungskonzeptes vorgesehen. Hier ist gleichsam die Vergabe von zusätzlichen Patenschaften in Aussicht. Somit stehen bei zukünftigen Patenschaften nicht mehr allein das Schiff oder Boot im Mittelpunkt, sondern die rotierenden Besatzungen.




