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Nervenkitzel für den General

Flensburg, 30.03.2011, Helge Adrians (Presse- und Informationszentrum Marine).
Der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalleutnant Günter Weiler, war am Dienstag, den 29. März, zu Gast an der Marineschule Mürwik. Deren Kommandeur, Flottillenadmiral Thomas Ernst, empfing den hohen Gast und informierte ihn über die abwechslungsreiche Offizierausbildung der Deutschen Marine.

Generalleutnant Günter Weiler lässt sich die Vorgesetztenausbildung an der MSM erläutern.

Besuch des stellvertretenden Generalinspekteurs (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Ricarda Schönbrodt)Größere Abbildung anzeigen

Einen besseren Tag hätte sich General Weiler kaum aussuchen können, um die nördlichste Bundeswehrschule - die Flensburger Marineschule Mürwik (MSM) - zu besuchen: Der Wind war kalt, der Himmel grau. Das norddeutsche Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Was lag also näher als eine Seefahrt?

Diese fand zwar auf der Flensburger Förde statt, allerdings nicht auf einem Schiff, sondern im Simulator. Der General ließ sich die „Ausbildungsausstattung für Nautische Schiffsführung“ (AANS) erklären. „Ich habe schon verschiedenste Hubschraubertypen im Simulator zum Absturz gebracht. Und heute werde ich noch ein Schiff versenken“, kündigte er an. Die AANS ist einer der größten Schiffssimulatoren in Europa, ausgestattet mit der modernsten Ausrüstung, die es in der Seefahrt gibt.


Der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalleutnant Günter Weiler, lässt sich die AANS erklären.

Modernste Simulationstechnik (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Ricarda Schönbrodt)Größere Abbildung anzeigen

Offizieranwärter spannen General auf die Folter

Von der Simulation ging es nun in die Praxis: In einem kleinen Waldstück trainierten Offizieranwärter (OA) anhand einfacher Aufgaben, was einen guten Vorgesetzten auszeichnet. Es galt, innerhalb einer bestimmten Zeit mit dem zur Verfügung stehenden Personal und Material einen Hügel zu überwinden. Dieser war im Umkreis jedoch mit Minen blockiert. Jetzt war die Kreativität der OAs gefragt.

Etwas abseits beobachteten General Weiler und Admiral Ernst die Übung. „Am einfachsten ist es doch, das Material auf die andere Seite zu werfen“, überlegte General Weiler. Das war aber von der Aufgabenstellung verboten. Der stellvertretende Generalinspekteur lachte: „Da wäre ich als erstes drauf gekommen.“

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Die Offizieranwärter besprechen in einem Debriefing den Verlauf der Übung.

Eine anspruchsvolle Aufgabe (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Ricarda Schönbrodt )Größere Abbildung anzeigen

Bis an die Leistungsgrenze

Sichtlich konzentriert verfolgten alle Beteiligten den Ansatz der OAs: Über den Hügel hatten sie eine Befehlsbrücke aus Hölzern errichtet. Der erste Soldat konnte nun mit seiner Ausrüstung über das Rundholz rutschen. Die Schwierigkeit bestand vor allem darin, das Gleichgewicht zu halten. Ein wahrer Nervenkitzel: Würde er es schaffen oder nicht?

General Weiler, dessen Karriere einst bei der Panzertruppe begonnen hat, war zunächst skeptisch. „Das wird nichts“, prognostizierte er. Unter den hohen Offizieren begann eine Fachsimpelei, wie die Übung am besten zu bewerkstelligen sei. Bei jedem Wanken des Kadetten hielten General Weiler und Admiral Ernst die Luft an. Doch nachdem der erste Soldat die andere Seite des Hügels erreicht hatte, legte sich sowohl bei den übenden Offizieranwärtern als auch dem hohen Besuch die Anspannung. „Das ist wirklich gut“, bemerkte General Weiler.

Obwohl der General nur einen kleinen Ausschnitt der Ausbildung an der Marineschule Mürwik sehen konnte, zeigte er sich überaus überrascht. „Ich habe einen sehr guten Eindruck bekommen“, lobte der stellvertretende Generalinspekteur die Ausstattung der MSM und betonte den Stellenwert der Vorgesetztenausbildung: „Zukünftige Vorgesetzte müssen an ihre physischen und psychischen Grenzen gebracht werden.“

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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