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Traumberuf Pilot

Jacksonville, 29.12.2010, Sylvia Jaeck (BMVg).
Schon als kleiner Junge wollte Jörn Broeksmid ein Flugzeug fliegen. Mit 14 Jahren saß er dann zum ersten Mal in einem Segelflugzeug und war sich sicher: „Das ist meine Zukunft.“ Vor dem Abitur absolviert er alle notwendigen Tests, um bei der Marine Pilot zu werden.„Ich wollte irgendwie immer die BREGUET ATLANIC fliegen“, sagt Kapitänleutnant Broeksmid heute. Das ist ihm auch gelungen und noch viel mehr: Denn mittlerweile fliegt der 33-Jährige den Seefernaufklärer P-3C ORION, der die BREGUET ATLANTIC bei der Marine ablöste.

Der Austauschpilot und seine Flugschüler.

Die internationale Crew der P-3C ORION (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Sylvia Jaeck)Größere Abbildung anzeigen

Seit 2006 ist die ORION Teil des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin" in Nordholz. Das Propellerflugzeug wird in Deutschland vorrangig für die luftgestützte Überwachung und Aufklärung über See sowie unter Wasser eingesetzt und unterstützt außerdem im Bereich Such- und Rettungsdienst sowie bei Hilfs- und Sonderaufgaben, wie beispielsweise die Aufklärung über Land.

Doch wenn Broeksmid aus dem Cockpit der ORION schaut, sieht er derzeit nicht etwa die Kreidefelsen von Rügen sondern den südlichsten Punkt der Vereinigten Staaten und ein beliebtes Urlaubsziel: Key West.

Der Marineoffizier ist Austauschpilot und unterrichtet in Jacksonville Flugschüler sowie zukünftige Fluglehrer. Ein abwechslungsreicher Beruf. „Aber zwischen der deutschen und amerikanischen Variante der ORION gibt es eigentlich keinen Unterschied - zu 98 Prozent ist alles identisch“, sagt Broeksmid. Lediglich die Anzahl der Piloten unterscheidet sich: Während in Deutschland ein Pilot und ein Co-Pilot im Cockpit sitzen, ist in der amerikanischen Version noch ein weiterer Ersatzpilot an Bord.

„Dass mich die US-Navy dann in die Standardisierungsgruppe berufen hat, ist bis heute ein Höhepunkt meiner Zeit hier in Florida“, sagt Broeksmid. Denn es ist schon etwas Besonderes, an der Modifizierung und Überarbeitung des ORION-Handbuches mitzuwirken; als deutscher Pilot noch viel mehr.

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Vielfältiger Aufgabenbereich

Jörn Broeksmid (l.) mit seinen australischen und amerikanischen Kameraden im Cockpit der P-3C ORION.

Internationales Cockpit (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Sylvia Jaeck)Größere Abbildung anzeigen

Die US-Navy bringt dem deutschen Soldaten aber noch mehr Vertrauen entgegen: „Es bedeutet mir wirklich viel, dass ich hier die zukünftigen Fluglehrer der Amerikaner ausbilden darf“, betont Broeksmid. Und so hat er auf der Naval Air Station Jacksonville besonders viele Aufgaben, die den Dienst nie langweilig werden lassen. Aufgaben, die er im ganzen Land wahrnehmen muss.

So kontrolliert er die Standardisierungen der Einsatzstaffeln oder nimmt Checkflüge ab. 40 Bundesstaaten hat er schon bereist. Für ihn Lust und keine Last. „Auch mit meiner Frau versuche ich, besonders viel von den USA zu sehen - aber dieses Land ist wahnsinnig groß. Bis jetzt ist der Mittlere Westen noch immer ein weißer Fleck auf unserer Karte“, sagt der Pilot und schmunzelt.

Noch hat er knapp acht Monate, um auch Idaho, Minnesota oder Wisconsin zu besuchen. „Eine Reise ist mir aber besonders wichtig“, betont Broeksmid: „Der chilenische Austauschoffizier hat mich und meine Familie in seine Heimat eingeladen. Das möchte ich gerne annehmen. Wir sind hier in den USA zu Freunden geworden.“

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„Manchmal bin ich auch der Kummerkasten“

Er genießt die Internationalität – trifft sich nach Dienst mit Argentiniern, Australiern oder Kanadiern, die wie er Austauschoffiziere sind. Aber manchmal wird es auch ganz Norddeutsch:

Derzeit sind zwei deutsche Flugschüler in Jacksonville und werden auch von Broeksmid unterrichtet. „Ein Vorteil“, wie er findet. „Dann helfe ich ihnen, wenn es darum geht, eine Wohnung zu finden und sich einzuleben. Und manchmal bin ich dann auch der Kummerkasten.“

Einen deutschen Kameraden, der sich mit den Gepflogenheiten in den USA auskennt, hätte er bei seiner Ankunft vor zwei Jahren sicher auch gebrauchen können. „Wir sind genau zur Wirtschaftskrise in die USA gekommen“, erinnert sich der Pilot.

„Da war es wirklich schwierig, ohne Referenzen ein Bankkonto zu bekommen, ein Haus zu mieten oder Strom und Telefon anzumelden.“ Doch es ist für ihn ein wirkliches Privileg, diese Erfahrungen machen zu können und drei Jahre in einem doch recht fremden Land leben und arbeiten zu dürfen.

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Alte Bekanntschaften

Vor dem japanischen Berg Fujiyama: Eine P-3C ORION der US-Navy.

P-3C ORION im Flug (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Sylvia Jaeck)Größere Abbildung anzeigen

Das die Welt und die USA auch ganz klein sein können, hat der Kapitänleutnant in seiner neuen Nachbarschaft gelernt: Broeksmid wohnt heute nur zwei Straßen von seinem ersten Kommandanten bei der Deutschen Marine, einem ehemaligen amerikanischer Austauschoffizier, entfernt.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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