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Marineübung unter eisigen Bedingungen

Neustadt/Lübecker Bucht, 07.02.2012.
Anfang Februar bahnten sich zwei Boote mit Marinesoldaten des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr Marine (EAZS) den Weg vom Neustädter Hafen in die vereiste Lübecker Bucht. Dort trafen sie sich mit den Booten des NATO-Einsatzverbandes SNMCMG 1. Eine komplexe Rettungsübung stand auf dem Plan.

Ein SEA KING Hubschrauber evakuiert Personen von dem havarierte Taucherschulboot BALTRUM.

Rettung durch SEA KING Hubschrauber (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Die norwegische VALKYRIEN, die niederländische SCHIEDAM und die deutsche HOMBURG sollten in dem Übungsszenario einem havarierten Küstenmotorschiff zur Hilfe eilen. Das Taucherschulboot BALTRUM stellte den Havaristen dar. Ein simulierter Fettbrand in der Kombüse wurde fälschlicherweise mit Wasser gelöscht. Das Resultat: Eine Fettexplosion, die zu einem Großfeuer mit mehreren Brand- und Rauchgasverletzten führte.

Zusätzlichen Stress erzeugte das „Mann über Bord“ Manöver. Die Außenbords gegangene lebensgroße Puppe, genannt Oscar, wurde recht schnell geborgen. Bei den geringen Wassertemperaturen der Ostsee zählt jede Sekunde. Nach kurzer Zeit traf ein norwegisches Speedboot am Havaristen ein.


Die norwegische VALKYRIEN mit einem Speedboot.

Norwegische VALKYRIEN mit Speedboot (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Gut koordinierte Hilfsmaßnahmen

Ein Fact Finding Team“ kam an Bord. Dessen Aufgabe war es, die Situation an Bord zu erkunden und zielgerichtet zu helfen oder weitere Hilfe anzufordern. Dann ging es Schlag auf Schlag: Erstmaßnahmen wurden eingeleitet, Verletzte aus den Gefahrenbereichen geborgen, die Brandbekämpfung aufgenommen und weitere Brandbekämpfer angefordert. Dies alles geschah unter den prüfenden Augen der Ausbilder vom EAZS Neustadt.

Die Verletztendarsteller hatten reell aussehende Brandwunden geschminkt bekommen. Wurden sie richtig behandelt? Sind sie schnell genug aus dem Gefahrenbereichen geborgen worden? Waren die Brandbekämpfung und die Kühlmaßnahmen effektiv? Alles das notierten die Ausbilder. Alle Hilfsmaßnahmen wurden vom norwegischen Verbandsführer koordiniert. Dabei stützte er sich auch auf die beiden anderen Boote sowie die Schnelleinsatzgruppe Schiffsbrandbekämpfung (SEG-S) der Berufsfeuerwehr Hamburg ab.

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Das Minenjagdboot bahnt sich einen Weg durch die vereiste Lübecker Bucht.

Vereiste Lübecker Bucht (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Übung mit positivem Ausgang

Nach kurzer Zeit traf ein Marinehubschrauber SEA KING über dem Havaristen ein und seilte ein Verletztenversorgungsteam des SEG-S ab. Danach wurde ein Brandbekämpfungsteam Ein- und zwei Verletzte Ausgeflogen. „Diese Übung war gut und sinnvoll und trug zum Zusammenwachsen des Verbandes bei“, resümierte Fregattenkapitän Hagen Diedrich, der die Einsatzausbildung am EAZS leitet. Ähnliche Situationen kann es immer geben, vor rund einem Jahr geriet eine Fähre in der Ostsee durch einen Brand in Seenot. „Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, aber dafür wird schließlich auch geübt“, stellt Diedrich fest.

Insgesamt ist die Übung gut gelaufen. Auch die zivil-militärische Zusammenarbeit ist ein wichtiger Ausbildungsaspekt. Zum Abschluss der Übung sagte Fregattenkapitän Diedrich: „Wir lernen voneinander und helfen uns gegenseitig.“

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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