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Auf Ausbildungsfahrt - Einmal England und zurück

In See, 29.09.2011, Pascal Störk.
Nach mehr als zwei Jahren verließ die Korvette BRAUNSCHWEIG erstmalig für längere Zeit ihre heimischen Gewässer. Der Navigations-Track führte sie und ihre Besatzung nach England. Die Stationen sollten Plymouth und London heißen.

Die Korvette BRAUNSCHWEIG in See.

Korvette BRAUNSCHWEIG in See. (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Krupp Technologies AG)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildung in außerheimischen Gewässern (AAG) startete mit einem besonderen Ereignis - vor allem für den Abschnitt Waffen und Führungsmittel (W&F). Die Korvette BRAUNSCHWEIG wurde zum ersten Mal mit dem Flugkörper RBS-15 Mk 3 beladen, dem Hauptwaffensystem der K 130-Klasse. Eine Team, bestehend aus dem Abschnitt W&F und Teilen der Operationszentrale (OPZ), belud schnell und routiniert die Korvette mit den vier Flugkörpern. Der „Löwe“ - das Wappentier der BRAUNSCHWEIG - hatte endlich seine Krallen bekommen.


FGS BRAUNSCHWEIG, FGS MAGDEBURG und Schnellboot S 72 PUMA beim Postbeutelmanöver.

Formationsfahrt (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Marinefliegergeschwader 5)Größere Abbildung anzeigen

Navigatorische Präzision

Mit Flugkörpern beladen hieß es: „Leinen los und ein!“. Doch noch ging es nicht mit direktem Kurs nach England. Vorher stand ein Treffen mit dem Schwesterschiff F 261 MAGDEBURG und dem Schnellboot PUMA auf dem Plan. Für eine Kommandantenprüfung, die auf der Korvette MAGDEBURG stattfand, wurden diverse Übungen in Formationsfahrt absolviert. Dazu gehörte auch ein Postbeutelmanöver, bei welchem sich der PUMA zwischen zwei Korvetten wiederfand. Nach Passieren der Große-Belt-Brücke hieß es Abschied nehmen. Eine letzte „Front nach Steuerbord“ und der Kurs führte den „Braunschweiger-Löwen“ mit Höchstfahrt gen England.

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Das neue Hauptwaffensystem wird auf der Korvette Braunschweig angebracht.

Neues Hauptwaffensystem (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Korvette BRAUNSCHWEIG)Größere Abbildung anzeigen

Die Überfahrt

Die Überfahrt galt der Vorbereitung des BOST (Basic Operational See Training), einem der Hauptgründe für diese AAG. Das BOST dient dazu, seegehende Einheiten auf bevorstehende Einsätze und Ernstfälle vorzubereiten, aber auch deren Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Die Korvette BRAUNSCHWEIG ist die erste Einheit ihres Typs, die beim BOST „vorstellig“ werden sollte. So arbeitete jeder Abschnitt akribisch daran, sich bestmöglich vorzubereiten. Seemännische Manöver, das Gefechtsklarmachen des Schiffes sowie Notmanöver wie Mann über Bord, Brand- oder auch Leckabwehr standen auf dem Tagesbefehl. Alle Übungen erfolgten zur vollsten Zufriedenheit der Schiffsführung. Ehe sich die Besatzung versah, war Plymouth in Sicht und der „Löwe“ in England angekommen.

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Korvette BRAUNSCHWEIG und Korvette MAGDEBURG bei gemeinsamen Übungen.

Entwickelt für den Einsatz in küstennahen Gewässern (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Marinefliegergeschwader 5)Größere Abbildung anzeigen

Vier Tage voller Herausforderungen

Tag 1
Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Kennenlernens. Deutsche und englische Searider (Ausbilder) kamen an Bord, um den Übungsablauf vorzustellen und ihrerseits den neuesten Schiffstyp der Deutschen Marine genauer anzuschauen.

Tag 2
Der Morgen des zweiten Tages begann mit Abschnittsausbildung. Die OPZ hatte Kommunikationsausbildung, der Leitstand in Zusammenarbeit mit der Brücke Maschinenstörübungen sowie eine Funktions- und Standprobe. Zeitgleich inspizierte der German Liaison Officer zusammen mit dem Ersten Wachoffizier (I WO) und dem Decksmeister den Reinschiff- und Gefechtsklarzustand des Schiffes. Am Nachmittag wurde eine Gefechtsübung im Hafen absolviert. Mehrere simulierte Feuer und Lecks galt es zu löschen und abzudichten.

Tag 3
Der dritte Tag führte die Korvette BRAUNSCHWEIG und ihre Besatzung zunächst wieder auf See. Im Fokus der folgenden Übungen war das an und von Bord Gehen von zum Beispiel Lotsen während der Fahrt. Anschließend demonstrierte die Besatzung den Ausbildern den Ablauf eines „Mann über Bord“-Manövers und diverse Maschinenstörübungen, die zuvor im Hafen trainiert wurden.

Am Nachmittag stand eine Gefechtsübung auf dem Plan. Mehrere Flugzeuge hatten die Korvette BRAUNSCHWEIG fiktiv angegriffen und erheblichen Schaden verursacht. Verletzte mussten geborgen, Feuer gelöscht und Lecks abgedichtet werden. Trotz der im Verhältnis zur Größe des Schiffes relativ kleinen Besatzung, gelang all dies reibungslos. Während der Übungen nahm der stellvertretende Kommandeur der Einsatzflottille 1, Kapitän zur See Jan Kaack, am Dienst teil. Er machte sich vor Ort ein umfangreiches Bild über das Fähigkeitsspektrum im inneren- und äußeren Gefecht der Korvette.

Tag 4
Zum ersten Mal seit 2008 sollte die Korvette BRAUNSCHWEIG wieder in einem Verband mit mehreren englischen Fregatten und Hilfsschiffen fahren. Gemeinsam stand man vor einer Vielzahl von Bedrohungen: Flugzeuge, Kriegsschiffe und Uboote hatte der „Gegner“ aufgefahren. Feuer im Schiff, Wassereinbrüche, Verletzte und die durchgängige Bedrohung von außen – alles wurde geboten aber auch gemeistert.

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Korvette BRAUNSCHWEIG auf hoher See.

Korvette BRAUNSCHWEIG (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Marinefliegergeschwader 5)Größere Abbildung anzeigen

Kurzbesuch in London

Nach erfolgreichem Abschluss des BOST setzte die BRAUNSCHWEIG Kurs auf London.
Dort nahm die Korvette an der diesjährigen Defence Security Equipment international (DSEi) teil. Die DSEi ist die größte Rüstungsausstellung der Welt und findet alle zwei Jahre statt. Die Korvette BRAUNSCHWEIG war in diesem Jahr eines der „Exponate“. Während der Ausstellung wurden Führungen für Vertreter der Industrie und Besucher der Messe durch die Besatzung angeboten.

Eines der Highlights in London war der Botschaftsempfang mit über 180 Gästen auf dem kleinen Schiff. Zu den hochrangigen Gästen gehörten der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Georg Boomgaarden, sowie der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf.

Als Belohnung und Ausgleich für die Strapazen der letzten Tage bot sich für die Besatzung zudem die Möglichkeit, die Millionenmetropole London näher zu erkunden. Ein Angebot, das gerne genutzt wurde.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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