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Bis zu 1.000 Marinesoldaten für den Einsatz

Bonn, 01.12.2011, Jörg Briedigkeit (aktuell).
Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr kommen auch auf die Marine tiefgreifende Änderungen zu. Im Gespräch mit „aktuell" skizziert der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, wie die Deutsche Marine zukünftige Herausforderungen meistern will.

Die südafrikanische und die deutsche Task Group beim taktischen Fahren.

Task Group in Formationsfahrt (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Ann-Katrin Fischer)Größere Abbildung anzeigen

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Herr Admiral, wie wird die Marine künftig aussehen? Fangen wir mit dem Umfang an?

Die Marine verfügt künftig über 13 050 Dienstposten (DP) für Soldaten sowie bis zu 800 weitere Freiwillig Wehrdienstleistende. Dazu kommen 1670 für zivile Mitarbeiter. Ferner Schülerstellen und Reservisten. Mit Blick auf den Personalumfang wird vielmehr ein Personalumbau als ein Personalabbau vollzogen. Mit dem Umfang kann die Marine bis zu 1.000 Soldaten dauerhaft in den Einsatz schicken. Sie wird damit einen außerordentlich engagierten und sichtbaren Beitrag beim Einsatz von deutschen Streitkräften leisten können.

Unsere Marine wird künftig ihre maritimen Fähigkeiten erhalten und eine durchhaltefähige Beteiligung an lang andauernden Einsätzen sicherstellen. Deshalb sind neue Mehrbesatzungsmodelle wichtig. Beispielsweise werden für die vier neuen Fregatten F 125 acht Besatzungen geplant. Damit können diese Schiffe ausdauernd im Einsatzgebiet stehen. Aber nicht alle maritimen Fähigkeiten müssen dauerhaft im Einsatz stehen. Das vom Verteidigungsminister geforderte breite Fähigkeitsprofil ist daher mit einer abgestuften Durchhaltefähigkeit verbunden. Es gilt: „Breite vor Tiefe“.

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Portraitaufnahme vom Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, in seinem Büro auf der Hardthöhe in Bonn.

Vizeadmiral Axel Schimpf in seinem Büro (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Thomas Ströter)Größere Abbildung anzeigen

Wie sieht die Führungsstruktur der Marine künftig aus?

Die Inspekteure werden künftig nicht mehr Angehörige des Verteidigungsministeriums sein. Sie bleiben aber künftig für ihre militärischen Organisationsbereiche – ihre Teilstreitkraft (TSK) – verantwortlich. Sie stellen dem Einsatzführungskommando fähigkeitsbezogene Kräfte für die Einsätze zur Verfügung. Das neue Führungskommando steht in Rostock und soll so schnell wie möglich arbeitsfähig sein. Dort werden die verbliebenen Aufgaben meines derzeitigen Führungsstabes der Marine, des Flottenkommandos und des Marineamts zusammengeführt. Zeitlinien sind aber noch Gegenstand der Feinausplanung.

Unterhalb dieser Ebene werden wenige Eingriffe vorgenommen. Die Seekriegsmittel und landgebundenen Einheiten im Ostseeraum bleiben der Einsatzflottille 1 in Kiel unterstellt, die Fregatten und Versorgungsfahrzeuge der Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven. Allerdings werden die Marinestützpunkte nun den Flottillen direkt zugeordnet und ihre Möglichkeit zur landgebundenen Einsatzausbildung weiter gestärkt.

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Das Unterseeboot U 34 liegt vor der Marineschule Mürwik.

U 34 vor der MSM (Quelle: © 2009 Bundeswehr / Ricarda Schönbrodt )Größere Abbildung anzeigen

Zu den Großgeräten: Über welche Kräfte wird die Deutsche Marine künftig verfügen?

Die Entscheidungen zu Obergrenzen der künftigen Flottenstruktur sind durch den Verteidigungsminister getroffen worden. Künftig werden elf Fregatten (vier F 125, drei F 124 und vier F 123) sowie fünf Korvetten K 130 den Kern der Überwasserkampfeinheiten bilden. Zur Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit plant die Marine zudem bis zum Anfang des kommenden Jahrzehnts die Beschaffung von sechs Mehrzweckkampfschiffen (MKS) der Klasse 180. Ab 2013 stehen drei Einsatzgruppenversorger (EGV) und sechs U-Boote 212 A zur Verfügung.

Ein Kampfmittelbeseitiger entschärft eine angeschwemmte Ankertaumine mit dem Leinen und Haken Satz.

Mit ruhiger Hand (Quelle: © 2009 Bundeswehr / Ricarda Schönbrodt)Größere Abbildung anzeigen

Außerdem ist die streitkräftegemeinsame Beschaffung von zwei „Joint Support Ships“ (JSS) beabsichtigt. Damit soll die streitkräftegemeinsame Fähigkeitslücke „gesicherte militärische Seeverlegefähigkeit“ geschlossen werden. Dieses Schiff ist ein entscheidender Schlüssel zur Nutzung der See als Basis für streitkräftegemeinsame Einsätze von See an Land. Dies schließt Vorausstationierung und Demonstration des politischen Willens, Führen von Einsätzen an Land, Evakuierungsoperationen, Humanitäre Hilfe sowie Unterstützung in Katastrophenfällen mit ein. Die Finanzierung dieser Schiffe ist gegenwärtig aber noch offen.

Zur Flotte gehören natürlich auch, und das ist mir wichtig, unsere landgebundenen Kräfte. Die Marine verfügt künftig über ein Seebataillon und ein Kommando Spezialkräfte Marine (KSM), die in den heutigen und künftig wahrscheinlichen Einsatzszenarien wichtig sind, wie etwa der Operation ATALANTA. Sie können fallweise an Bord seegehender Einheiten und im maritimen Umfeld auch an Land eingesetzt.

Aufklärungsflugzeug P-3C auf dem Rollfeld bei NORTHERN COASTS 2010.

Aufklärungsflugzeug P-3C bei NORTHERN COASTS 2010 (Quelle: © 2010 / Finnish Defence Forces)Größere Abbildung anzeigen

Die Klassenvielfalt der Minenabwehreinheiten wird bereinigt, gleichzeitig die Anzahl an Booten auf zehn reduziert. Durch Modernisierungsmaßnahmen wird das breite Spektrum der Minenabwehr auch künftig abgedeckt. Die zwei Nachfolgeeinheiten für die Betriebsstofftransporter RÖHN und SPESSART und die sechs Versorgungsschiffe (Tender) sollen die Gesamtheit der Unterstützungseinheiten vervollständigen. Ein weiterer elementarer Baustein der künftigen Flottenstruktur ist der neue Marinehubschrauber, dessen Finanzierung jedoch bislang noch offen ist. Mit der Beschaffung eines neuen Marinehubschrauber-Typs soll so unter anderem das gesamte Fähigkeitsprofil der Fregatten wirksam erhalten beziehungsweise erschlossen werden. Die acht Seefernaufklärer vom Typ P-3C ORION komplettieren den Bestandteil der fliegenden Flotte.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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