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Geschwaderausbildung: Schnellboote in Aktion

In See, 24.11.2011.
Mitte November während eines dreiwöchigen Manövers: Schwerer Dunst liegt über der Ostsee. Vier Schnellboote durchschneiden mit knapp 40 Knoten in Formation die See. Der beißende Wind verschluckt fast jedes Wort. Nur das laute „Aussingen“ der Befehle und die Beobachtungen der Ausgucks helfen bei der Kommunikation auf der Brücke. Die kalt-nasse Luft frisst sich durch alle Kleidungsschichten. Die Abgase der Bootsmotoren brennen in den Augen. Es riecht nach Diesel. Es ist Seefahrt pur.

Die Schnellboote S 72 PUMA und S 75 ZOBEL auf der Ostsee.

Mit 40 Knoten durch die Ostsee (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Kevin Goebel)Größere Abbildung anzeigen

Am 14. November ging es für das 7. Schnellbootgeschwader in die zweite Woche der Geschwaderausbildung. Neben den Schnellbooten S 72 PUMA, S 75 ZOBEL, S 71 GEPARD und S 80 HYÄNE nahmen auch der Tender DONAU und der Betriebsstofftransporter TEGERNSEE teil. Nach dem Hafenaufenthalt im dänischen Arhus machten sich die Besatzungen voller Tatendrang klar zum Ablegen.

Beeindruckend dabei war vor allem das Zusammenspiel innerhalb der Besatzungen. Jeder kennt ohne viele Worte seine Aufgaben und kann die dafür notwendigen Handgriffe nahezu perfekt ausüben. Vor allem die Arbeit der Decksdienst-Soldaten erfordert von jedem Einzelnen ein hohes Maß an Konzentration und Können.


Ein Soldat gibt Morsezeichen an ein anderes Schnellboot.

Kommunikation auf See - Morsezeichen (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Kevin Goebel)Größere Abbildung anzeigen

Gute Vorbereitung für den Einsatz

Auf See werden die verschiedensten Situationen und seemännischen Manöver geübt. Es gibt Rollenübungen, wie Mann über Bord, Feuer im Schiff oder Leckabwehr, die das Überleben des ganzen Bootes sicherstellen. Aber auch komplexe Fahrmanöver wie das Anlegen am abgedunkelten Tender bei Nacht, die Postbeutelübergabe, das Anlegen am treibenden Boot oder das Back zu Back Manöver werden von der Besatzung immer wieder wiederholt.

Taktische Übungen, die auch Helikopter und Seefernaufklärer vom Typ P-3C ORION mit einbezogen haben, fordern vor allem die Fähigkeiten von den Operationszentralen (OPZ) der Schnellboote.

Besonders komplex und anspruchsvoll für die Kommandanten und ihre Wachoffiziere auf den Booten ist das Fahren in Formation, unter Schnellbootfahrern auch „WUPL´n“ genannt. Jede falsche Entscheidung kann hierbei fatale Folgen haben. So muss um jeden Preis die Kommunikation zwischen den verschiedenen Booten stimmen.

Ob über Funk oder Morsesignale, alle Optionen um Daten wie Kurs- oder Geschwindigkeitsänderungen untereinander auszutauschen werden genutzt. Nur so ist es dem fahrenden Wachoffizier möglich, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Formation zu halten.

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Die Schnellboote legen im Päckchen hinter dem Tender DONAU an.

Anlegemanöver im Flensburger Hafen (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Kevin Goebel)Größere Abbildung anzeigen

Seefahrt in seiner reinsten Form

Bemerkenswert sind auch die Bedingungen an Bord der Schnellboote. Es ist laut, der Platz ist begrenzt. Gegessen wird meistens im Stehen. Für die 35 Männer und Frauen stehen drei Toiletten und eine Dusche zur Verfügung. Die Kojen der Mannschaftsdienstgrade befinden sich im Vorschiff des Schnellbootes, können aber aus Sicherheitsgründen nicht während des Fahrtbetriebs benutzt werden.

So kommt es schon oftmals auf längeren Fahrten vor, dass man sich einen geeigneten Schlafplatz suchen muss. Dreieinhalb Tage in See sind dabei im Einsatz keine Seltenheit. Trotz alledem wollen die meisten der Soldaten mit niemandem ihren Arbeitsplatz tauschen. Besonders die Kameradschaft, die sich in so einem Umfeld entwickelt, ist einzigartig. Rücksichtnahme und gegenseitiges Unterstützen sind für die Soldaten reine Selbstverständlichkeit.

In der letzten Woche steht eine Seeklarbesichtigung an. Nun heißt es für die Besatzungen noch einmal: Zähne zusammen beißen und alles aus sich herausholen. Die Seeklarbesichtigung ist eine von vielen Voraussetzungen für den Einsatz vor der libanesischen Küste (UNIFIL).

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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