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Der lange Weg in den Einsatz

In See, 20.12.2011.
ATALANTA, UNIFIL, ACTIVE ENDEAVOUR und die Standing NATO Groups (SNG): Auslandseinsätze und Bündnisverpflichtungen, an denen sich die Marine regelmäßig beteiligt. Dabei ist es egal ob große Fregatte, hilfreicher Einsatzgruppenversorger oder Minenjagdboot – zahlreiche Einheiten der Marine erfüllen während ihres Einsatzes wichtige Aufträge, wie zum Beispiel die Bekämpfung von Piraterie oder die Beseitigung von Minen aus beiden Weltkriegen. Doch kann ein Schiff oder Boot einfach so in den Einsatz fahren? „Einfach so“ sicher nicht, denn der Weg zur vollständigen Einsatzbereitschaft ist lang und nicht immer einfach. Mensch und Material müssen dabei auf „Herz und Nieren“ geprüft werden.

Ein Soldat schreibt Informationen zum Übungsverlauf mit.

Koordination der Übung (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Nils Loock)Größere Abbildung anzeigen

Anfang Dezember, es ist 8 Uhr morgens. Durch die Schiffslautsprecheranlage (SLA) der Fregatte KARLSRUHE tönen die Worte, auf die die Besatzung und ihr Kommandant lange gewartet haben: „Alle Mann auf Manöverstation! Bereit machen zum Ablegen!“ Jeder Soldat der Fregatte reagiert fast schon instinktiv und besetzt den ihm zugewiesenen Posten. Nach präzisem Zusammenspiel von allen Bereichen des Schiffes legt die Fregatte der Klasse 122 aus dem Marinestützpunkt in Wilhelmshaven ab.

Zuletzt musste die KARLSRUHE knappe neun Monate aufgrund von Instandsetzungsarbeiten in der neuen Jade Werft in Wilhelmshaven verbringen. Doch nun ist der „graue Riese“ wieder in seinem Element. Anmutig gleitet sie nach den Anweisungen des neuen Kommandanten, Fregattenkapitän Volker Blasche, zuerst durch die stürmische Nord- und später durch die etwas ruhigere Ostsee mit Kurs Richtung Kiel.


Soldaten des Brandabwehrtrupps während einer Brandabwehrübung auf See.

Brandabwehrtrupp während einer Übung (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Nils Loock)Größere Abbildung anzeigen

Zeit wird intensiv genutzt

Selbst auf dem eigentlichen Transit in das Übungsgebiet vor Kiel nutzt die Besatzung die Zeit, um spezielle Manöver wie zum Beispiel Mann über Bord-, Flugabwehr- oder Torpedoabschusssimulation zu trainieren. Jedes Szenario wird genau geprobt. Und das hat auch seinen Grund: „Um die vollständige Einsatzbereitschaft herzustellen, müssen wir diese Szenarien möglichst realitätsnah üben und hinterher noch einmal durchsprechen. Nur so können wir uns noch verbessern“, so Kommandant Blasche. Diese Aussage bestätigt sich sehr schnell. Nach nur kurzer Zeit werden die Bewegungsabläufe flüssiger. Selbst schwerere Herausforderungen werden vom Schiff und seiner Besatzung beinahe mühelos bewältigt.

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Die Verletzten werden während einer Übung versorgt.

Verletztenversorgung auf See (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Nils Loock)Größere Abbildung anzeigen

Der erste Zwischenstopp

Nach einem ausbildungsreichen Transit sind Schiff und Besatzung bereit, ihren ersten Zwischenstopp auf dem Weg zur Einsatzfähigkeit einzulegen. Es erfolgt das Einlaufen in den Marinestützpunkt Kiel.

Beim dazugehörigen Anlegemanöver beweist die Besatzung erneut ihre Teamfähigkeit. Nach nur geringer Zeit werden die Festmacherleinen an der Scheermole in Kiel befestigt. Hier angekommen steht ein kurzer Landgang für die Besatzung auf dem Programm. Hauptgrund für das erste Festmachen ist jedoch ein ganz anderer: Das sogenannte Major Harbour Fire. Bei dieser großen Brandabwehrübung muss die eingeteilte Hafenwache nicht nur ein großes Feuer bekämpfen, sondern auch Verletzte bergen und diese auf dem Schiffslazarett versorgen.

Am Ende der Übung sind alle Teilnehmer der Großübung zwar geschafft, aber trotzdem auch ein wenig Stolz auf die vollbrachte Leistung.

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Die Vorbereitungen zur Kraftstoffübernahme werden getroffen.

Vorbereitungen zur Kraftstoffübernahme (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Nils Loock)Größere Abbildung anzeigen

Vermessungsfahrt für hochmoderne Technologie

Nach dem Verlassen des Hafens stehen wichtige akustische Vermessungsfahrten für die hochmodernen Anlagen auf dem Dienstplan. Ferner wird ein Systemschießen durchgeführt. Hierbei werden Seeziele, die von einem Seeschlepper durch die Ostsee gezogen werden, mit der 76 Millimeter Bordkanone bekämpft.

Außerdem probt die Fregatte während dieses Seeaufenthalts gemeinsam mit dem Betriebsstofftransporter RHÖN ein Versorgungsmanöver in See. Bei dieser „Betankung“ übergibt das Versorgungsschiff der Fregatte KARLSRUHE während der Fahrt wichtigen Kraftstoff.

Nachdem auch dieses schwierige Seemanöver mit Bravour gemeistert wurde, haben sich Schiff und Besatzung eine kleine Pause redlich verdient, bevor es in diesem Jahr zum voraussichtlich letzten Mal durch die SLA tönt: „Alle Mann auf Manöverstation! Bereit machen zum Ablegen!“ Dann aber mit Kurs Richtung Heimat: Wilhelmshaven.

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Der Betriebsstofftransporter RHÖN auf hoher See.

Betriebsstofftransporter RHÖN auf See (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Nils Loock)Größere Abbildung anzeigen

Bis zur vollständigen Einsatzbereitschaft

In der darauf folgenden Winterpause haben die Soldaten der KARLSRUHE die Möglichkeit, Weihnachten mit ihren Familien und Freunden daheim zu verbringen, bevor es Anfang Januar in die weitere Vorbereitung geht.

Abschließen wird die Einsatzvorbereitung erst im Mai 2012 beim sogenannten GOST (German Operational Sea Training) im Seegebiet vor Plymouth/England. Dort wird die Fregatte von einem deutsch-englischen Prüfteam noch einmal auf ihre Einsatzbereitschaft getestet.

Wenn die Fregatte KARLSRUHE dieses Testverfahren erfolgreich durchlaufen hat, ist das Schiff samt Besatzung am lang ersehnten Ziel: Der vollständigen Einsatzbereitschaft.

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Ein Luftbild der Fregatte KARLSRUHE während des Einsatzes im Mittelmeer.

Die Fregatte KARLSRUHE im UNIFIL- Verband (Quelle: © Bundeswehr / Pressestelle Limassol)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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