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„Wir sind gekapert worden“ - ATALANTA - Ein Theaterstück

Wilhelmshaven, 12.09.2012.
Was durchlebt man als Geisel eines von Piraten gekaperten Schiffs? Wie reagiert die Reederei, wenn es sich bei dem gekaperten Schiff um ihr eigenes handelt? Welche Aufgaben hat ein Boarding-Soldat vor Ort?

Was am Horn von Afrika Realität ist, bringt der Regisseur Jens-Erwin Siemssen in seinem Dokumenttheaterstück ATALANTA in Deutschland auf die Bühne. Aus sechs unterschiedlichen Sichten wird dabei das Thema „Piraterie“ beleuchtet. Die eigentlichen Hintermänner kommen allerdings nicht zum Vorschein.

Die Reederin Karin.
„Wir haben die Kontrolle über das Schiff verloren!“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / „Das letzte Kleinod“)Größere Abbildung anzeigen

Mit der Kaperung eines Frachters beginnt das Dokumenttheaterstück ATALANTA. Trotz Flucht in die Zitadelle, einem Sicherheitsraum, in dem „man überleben konnte“ wird diese von den Piraten gestürmt und die Besatzung als Geiseln genommen.

Darunter befinden sich Thomas, der 2. Offizier, der Seemann Shabaan und Kapitän Jack. Für die Reederei war bis dato „dieses Gefühl, dass etwas passiert, viel zu weit weg“. Das ändert sich nun schlagartig: „Das war für uns schlimm zu sehen, dass wir die Kontrolle über das Schiff verloren haben“, gibt Karin, die Reederin zu. Neben ihr und den beiden Geiseln treten auch der Bording-Soldat Stefan und der Händler Nassoro auf, die aus ihrer jeweiligen Sicht die Situation beschreiben.

Auch das Thema Geiselnahme wird in dem Stück behandelt.
Was erlebt man als Geisel? (Quelle: © 2012 Bundeswehr / „Das letzte Kleinod“ )Größere Abbildung anzeigen

So erfährt der Zuschauer beispielsweise von dem Boarding-Soldaten, wie die Gesprächsaufklärung mit Fischern vor Ort erfolgt und dass eine Leiter immer das beste Indiz für Piraten wäre.

Währenddessen warten die drei Geiseln auf die Zahlung des Lösegeldes, was am Ende auch erfolgt. Das Versprechen der Reederei, die befreiten Geiseln finanziell zu entschädigen, wird jedoch nicht eingehalten.

Autoreifen und Container als Requisiten

Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.
Schauplatz des Dokumenttheaterstückes ATALANTA (Quelle: © 2012 Bundeswehr / „Das letzte Kleinod“ )Größere Abbildung anzeigen

Aus Sicht von insgesamt sechs Personen und in deutscher und englischer Sprache greift der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen das Thema „Piraterie“ auf und setzt dieses in einem dokumentarischen Theaterstück um. Rund 12.000 Kilometer vom eigentlichen Schauplatz entfernt, dient dabei der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven als Kulisse.

Lediglich zwei leere Container und Autoreifen nutzt der Regisseur dabei als Requisite. Mit diesen stellt er je nach Situation die Ausrüstung des Boarding-Soldaten, das Lösegeld, Waffen der Piraten oder das Fischerboot dar. Die hoffnungslose Situation in Somalia, die Drogenproblematik, Gefühle und Betroffenheit aller Beteiligten werden eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Recherchereise in Kenia und Tansania

Der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven dient als Kulisse.
Autoreifen und Container als Requisiten (Quelle: © 2012 Bundeswehr / „Das letzte Kleinod“)Größere Abbildung anzeigen

Für die Hintergrundrecherche zum Theaterstück ATALANTA führte Siemssen zahlreiche Interviews in Deutschland und Afrika. Als Interviewpartner standen ihm unter anderem zwei Boarding-Offiziere, der ehemalige 2. Offizier des entführten Schiffes „Hansa Stavanger“, ein Reeder aus Bremen, einer deutschen Geschäftsführerin eines Touristenhotels in Mombasa, sowie eine ehemalige Geisel, die elf Monate lang in Gewalt der Piraten war, zur Verfügung.

Weitere Aufführungen

Bremerhaven: Containerterminal III, vom 12. September bis 15. September, jeweils 20 Uhr

Cuxhaven: Lübbertkai, vom 18. September bis 20. September, jeweils 20 Uhr

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Stand vom: 12.09.12 | Autor: 


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