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„Einmal Infanterie, bitte!“

Nordholz, 24.03.2016.
Gefreiter Maximilian Schütz wollte schon immer zur Bundeswehr. Der Dienst für das Vaterland mache ihn stolz. Seit Jahresbeginn wird der 19-jährige Abiturient als Marineinfanterist im ABC – Abwehrzug „Nordsee“ in Nordholz beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ eingesetzt – die zweite Station in seinem zwölfmonatigen Freiwilligen Wehrdienst.

Marineinfanterist, Gefreiter Maximilian Schütz im Portrait.

Marineinfanterist, Gefreiter Maximilian Schütz (Quelle: 2016 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Geplant war seine Karriere anders. Nach seinem siebenjährigen Aufenthalt in Finnland, wo der gebürtige Dessauer auch sein Abitur erwarb, wollte er eigentlich zum Heer und dort die Offizierlaufbahn einschlagen. Kurzerhand bewarb er sich 2014 beim Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr, der ehemaligen Offizierbewerberprüfzentrale, in Köln. Er bestand sämtliche Prüfungen, scheiterte jedoch an der letzten Station: das Gespräch mit einem Psychologen. „Ich habe mich zu sehr in Ecken drängen lassen, weil es mir einfach noch an Reife fehlte“, sagt der junge Marinesoldat. Aber es kam auch der Hinweis, er solle es im nächsten Jahr noch einmal probieren oder sich alternativ um eine Laufbahn als Feldwebel bewerben. Letzteres kam für ihn zwar nicht in Frage, aber das bedeutete nicht, dass seine Zeit bei der Bundeswehr endete, bevor sie überhaupt begann.

Marineinfanterie als Heeresalternative

Nach einem Gespräch mit dem Karriereberater ließ er sich vom Freiwilligen Wehrdienst für ein Jahr bei der Marineinfanterie, den „76ern“, überzeugen. Im Oktober 2015 begann er seine Grundausbildung an der Marinetechnikschule in Parow bei Stralsund. In der 9. Inspektion wurde für ihn der Grundstein des Soldatenseins gelegt. Viele Unterrichte, die ihn über Rechte und Pflichten als „Bürger in Uniform“ aufklärten sowie Formaldienst standen auf seinem Stundenplan. Sport, den der 19-Jährige eigentlich im Übermaß erwartete, spielte eher eine kleinere Rolle. „Ich bin ein sportlicher Typ und wollte an meine Grenzen geführt werden“, hob er hervor. In den anderen Ausbildungsabschnitten, wie der Sanitätsausbildung, wurden die Rekruten dann aber doch ins Schwitzen gebracht. Während einer eingespielten Lage mussten die jungen Rekruten ihre „verletzten“ Kameraden abtransportieren oder aber während der Märsche im Dreck herumkriechen. Dies forderte den jungen Soldaten zwar, aber den Spaß während seiner Ausbildung verlor er nie: „Hier kam ich auf meine Kosten und genoss es in vollen Zügen!“

Auch wenn für den sportlichen Soldaten die Erschöpfung ausblieb, wurde er nicht von seinen Hoffnungen auf Kameradschaft enttäuscht. „Sowohl im Zug, als auch vor allem mit meinem Stubenkameraden hat sich ein toller Zusammenhalt entwickelt“, erzählt er begeistert.

Auch die Ausbildung an der Waffe gehörte für den jungen Rekruten zum Tagesgeschäft. Der sichere Umgang mit Waffen ist für einen echten Infanteristen eine Selbstverständlichkeit. Bei der Schießausbildung an der Pistole P8, dem Gewehr G36, sowie dem Maschinengewehr MG3 bewies er viel Geschick. „Sie machen Ihrem Namen alle Ehre!“, sagte ihm einer seiner Ausbilder und deutete dabei auf sein Namensschild „Schütz“.

Mit Fachausbildung steigen alle Anforderungen

Marineinfanterist, Gefreiter Maximilian Schütz im Vollschutzanzug gegen eine atomar-biologisch-chemische Bedrohung.

Marineinfanterist, Gefreiter Maximilian Schütz unter ABC Schutz (Quelle: 2016 Bundeswehr / Sascha Jonack)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Grundausbildung stand im Januar 2016 die Versetzung zum ABC-Abwehrzug im Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz an. In seiner neuen Verwendung lernt er nun, wie man Verschüttete aus unwegsamem Gelände borgen kann und seine Utensilien und Hilfsmittel richtig einsetzt. Des Weiteren werden die Rekruten an dem TEP-90, dem mobilen Truppenentseuchungs, -entgiftungs und -entwesungsplatz, ausgebildet. Um körperlich auf alle Widrigkeiten vorbereitet zu sein, steht in Nordholz mindestens drei Mal pro Woche Sport auf der Agenda.

Besonders freuen er und seine Kameraden sich auf das Manöver „Toxic Fish 2016“, bei dem sein ABC-Zug besonders gefordert wird und alle erlernten Fähigkeiten unter äußerst realen Bedingungen geprüft werden.

Zweiter Anlauf zum Offizier

Nach knapp einem halben Jahr voller Erfahrungen in der Truppe sieht sich der junge Soldat in seinem Berufswunsch bestärkt. „Ich will auf jeden Fall Offizier werden und jetzt mehr denn je zur Infanterie und ein Politikwissenschaftsstudium an der Bundeswehruniversität in Hamburg absolvieren“, betont er. Der Freiwillige Wehrdienst hat ihn persönlich voran gebracht, diszipliniert und reifer gemacht. „Ich habe jetzt noch konkretere Vorstellungen, was ich bei der Bundeswehr erreichen möchte. Für Bundeswehrinteressierte aber auch Unentschlossene ist der Freiwillige Wehrdienst ein guter Schnupperkurs hinter die Kasernentore“, sagt der Marineinfanterist abschließend.


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Stand vom: 23.06.16 | Autor: 


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