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Tagebuch eines Flottendienstbootes 7. und 8. Tag

In See, 13.08.2010.
Pfingstmontag. Wasser überall, auch von oben. Heute regnet es fast ununterbrochen. Wer nicht raus muss, bleibt im Boot. Allerdings muss der Rondengänger seinen Rundgang machen. „Bewaffnet“ mit Plotbrett und Stift macht sich der Soldat auf den Weg: Sind alle Leitungen noch dicht? Stimmen die Anzeigen? Ist generell alles in Ordnung?

Die Besatzung des Flottendienstbootes ALSTER bei der Morgenmusterung.

Tägliche Vollzähligkeitsprüfung (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Flottendienstboot ALSTER)Größere Abbildung anzeigen

Peinlich genau wird alles kontrolliert und protokolliert, was nicht durch eine elektronische Anlage abgesichert ist. Er ist 45 Minuten unterwegs, bis alle Stationen überprüft sind.

Dieser Vorgang wiederholt sich alle zwei Stunden. Zwischendurch „röhrt“ der Lautsprecher: „Pfeifen und Lunten aus“ - für „Landratten“ übersetzt: Das Rauchen ist einzustellen.

Und wieder wird die tägliche Vollzähligkeit der Besatzung überprüft. Danach ist Sport angesagt. Oder auch Waschtag. An Bord befinden sich eine Waschmaschine und ein Trockner. Somit hat jeder die Gelegenheit, seine Wäsche auf Vordermann zu bringen. Allerdings, wie alles an Bord, gibt es eine festgelegte Reihenfolge. Eine Liste zeigt an, wann wer waschen darf.

Sanitätsausbildung mit einer Übungspuppe auf dem Flottendiensboot ALSTER.

Herzdruckmassage an der Übungspuppe (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Flottendienstboot ALSTER)Größere Abbildung anzeigen

Der 8. Tag auf dem Flottendienstboot

Der Bordalltag ist nach dem Pfingstwochenende an Bord der „Alster“ zurückgekehrt. Frühstück, Sanitätsausbildung, Rollendienst.

Um 9 Uhr pfeift es aus dem Lautsprecher: „Reise, Reise, aufsteh’n“. Dieser Weckruf ist nicht für die Langschläfer gedacht. Und natürlich ist zu diesem Zeitpunkt auch für die Nachtseewache die Nacht vorbei.

Die Schiffsapotheke des Flottendienstbootes ALSTER.

Alles hat seinen Platz (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Flottendienstboot ALSTER)Größere Abbildung anzeigen

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Das Wetter ist etwas unruhig. der Himmel bedeckt. Eine Wellenhöhe von zwei Metern lässt die „Alster“ etwas mehr als in den letzten Tagen schaukeln.

Für den ein oder anderen „Frischling“ an Bord eine völlig neue Erfahrung. Plötzlich wird einem etwas flau in der Magengegend. Der Seemann zeigt keine Schwäche. oder doch? Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn die Seekrankheit über einen hereinbricht. Etwa 75 Prozent aller Menschen sind davon betroffen.

Aber da gibt es ja noch den Sanitätsmeister an Bord. Ob eine Schnittwunde, eine Zerrung, Kopfschmerzen und natürlich Seekrankheit - er hat für alles eine Pille oder Pflaster parat. Einen Arzt gibt es nicht an Bord. In dringenden Notfällen würde ein erkrankter oder verletzter Soldat mit einem Hubschrauber von Bord gebracht werden.

Krankenliege im Schiffslazarett des Flottendienstbootes ALSTER.

Funktionalität geht vor Komfort (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Flottendienstboot ALSTER)Größere Abbildung anzeigen

Der Kommandant ist zufrieden

Heute muss sich der Sanitätsmeister ordentlich ins Zeug legen. Die nächste Rolle „Feuer im Schiff“ wurde ausgelöst. Die Brandabwehrtrupps rüsten sich aus und hasten zum vermeintlichen Brandherd. Plötzlich die Durchsage „Zwei Verletzte“. Sofort begibt sich der Sanitätstrupp unter Führung des Sanitätsmeisters zu den Verletzten. Diese Übung wird sowohl als Vorbereitung auf den Ernstfall als auch für die Ausbildung genutzt.

Bei den Verletzten angekommen, fragt der Sanitätsmeister seine Soldaten über die nächsten Schritte bei der Versorgung ab. Zur Not greift er helfend ein.

Und so endet diese Übung zur Zufriedenheit des Kommandanten, der seinen Groll über den Verlauf der vorherigen Übung abgelegt hat. Die erste, zweite oder dritte Seewache, als Außenstehender verliert man leicht den Überblick, bringt Boot und Besatzung sicher durch die etwas aufgewühlte Ostsee.

Und unser russischer Freund? Er steht noch immer unverändert auf Position.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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