Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Service > Marinelexikon > G > Glasen an Bord

Glasen an Bord

Glücksburg, 22.07.2010, Presse- und Informationszentrum Marine.
Unter „Glasen“ versteht man das akustische Bekanntgeben der Uhrzeit an Bord. Dazu wird die Schiffsglocke halbstündlich für alle hörbar und in einem festgelegten Rhythmus geschlagen.

Ein Besatzungsmitglied der GORCH FOCK läutet die Schiffsglocke.

Glasen (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Medienarchiv)Größere Abbildung anzeigen

„Geglast“ wird jeweils zur halben und zur vollen Stunde. Dabei sind sowohl die Anzahl der Schläge als auch der Rhythmus wichtig. Zur halben Stunde wird am Ende einmal geglast, zur vollen Stunde ertönt ein Doppelschlag. Die Glockenschläge addieren sich bis maximal acht Glasen, was vier Stunden entspricht. Danach erfolgt der Wachwechsel. Daher rührt auch der Seefahrer-Spruch Eight bells and all is well“.

Ursprung der Tradition

Entstanden ist das Glasen in einer Zeit, in der die Seeleute noch nicht über eigene Uhren verfügten. Das Wort wurde von den gläsernen Sanduhren abgeleitet, die an Bord zur Zeiterfassung verwendet wurden. Mit jeweils einer Halbstunden- und einer Viertelstundensanduhr konnte die aktuelle Zeit bestimmt werden. Heutzutage wird diese maritime Tradition in der Marine nur noch auf dem Segelschulschiff GORCH FOCK gepflegt.

nach oben


Das Segelschulschiff GORCH FOCK läuft nach ihrer Werftzeit wieder in den Kieler Marinestützpunkt ein. Rechts: Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN.

GORCH FOCK wieder Zuhause (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Ann-Kathrin Fischer)Größere Abbildung anzeigen

Glasen an Bord der GORCH FOCK

Verantwortlich für das Glasen an Bord der GORCH FOCK ist der „Läufer an Deck“, der meist von einem Mannschaftsdienstgrad einer Segelwache gestellt wird. Geglast wird zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends; nachts wird nicht geglast. Die GORCH FOCK fährt meist einen „4er-Wachstopp“. Das heißt, dass es vier Segelwachen gibt. Die erste Segelwache beginnt um 8 Uhr und endet folglich mit acht Schlägen auf die Schiffsglocke um 12 Uhr. Die folgende Segelwache steht bis 14 Uhr (vier Schläge) an Oberdeck. Obwohl um 16 Uhr acht Schläge ertönen, dauert die dritte Segelwache bis 18 Uhr (vier Schläge). Allerdings endet die vierte Segelwache um 20 Uhr wieder getreu des Spruches Eight bells and all is well“. Anschließend übernimmt wieder die erste Segelwache und so weiter.

back Zurück zur Übersicht

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


http://www.marine.de/portal/poc/marine?uri=ci%3Abw.mar.service.lexikon.lexikon_g&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB070000000001%7C87LHM2372INFO