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Internationale Zusammenarbeit auf hohem Niveau

Golf von Biskaya, 18.01.2010, OGefr OA Scharf und OGefr OA Grünewald.
PASSEX (Passage Exercise) ist der Überbegriff für eine Reihe von Übungen, die zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen NATO-Ländern sowie zur Übung für die Besatzungen dienen. Für den Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) eine ideale Chance, seinen hohen Ausbildungsstand zu erhalten.

Die Fregatte F 215 Brandenburg läuft aus dem Marinestützpunkt Wilhelmshaven aus.
Auslaufen der Fregatte BRANDENBURG (Quelle: © 2009 Bundeswehr / Ann-Katrin Winges)Größere Abbildung anzeigen

Im Norden der Biskaya herrscht gänzlich Stille. Kein Licht zu sehen, kein Geräusch zu hören.
Lediglich am Horizont ist die Beleuchtung eines Fischers zu erkennen. Ein leises monotones Summen im Hintergrund und ab und zu eine durch die Lautsprecheranlage eingehende Meldung unterbrechen die sich monoton brechenden Wellen am Bug.

Die Brücke des Einsatzgruppenversorgers FRANKFURT AM MAIN liegt ansonsten völlig still und abgedunkelt da, nicht einmal die Oberdecksbeleuchtung ist angeschaltet. Die Sicht beträgt nur wenige Seemeilen, ein Großteil der Besatzung schläft, darunter auch knapp 40 Offizieranwärter der Marine.

Unter diesen Umständen ein sogenanntes PASSEX (Passage Exercise) durchzuführen, gestaltet sich alles andere als einfach. Gemeinsam mit den Fregatten NIEDERSACHSEN (F 122) und BRANDENBURG (F 123), mit denen die FRANKFURT AM MAIN den Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) 2010 bildet sowie der französischen Fregatte LATOUCHE TREVILLE(LTT) und zeitweise auch zwei französischen Aufklärungsflugzeugen vom Typ BREGUET ATLANTIQUE, führt die FRANKFURT AM MAIN zurzeit mehrere Manöver und Übungen im Rahmen eines PASSEX durch.

PASSEX ist der Überbegriff für eine Reihe von Übungen, die zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen NATO-Ländern sowie zur Übung für die Besatzungen dienen. Des Weiteren sollen die in das Bordleben integrierten Offizieranwärter im Rahmen des PASSEX erstmalig erleben, was es heißt, operativen Dienst an Bord eines Kriegsschiffes zu leisten.


Die französichen Fregatte LATOUCHE TREVILLE, die Fregatte NIEDERSACHSEN und der Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN bei einer gemeinsamen Übung
Multinationale Zusammenarbeit beim EAV 2010 (Quelle: © 2010 Marine / Ricarda Schönbrodt)Größere Abbildung anzeigen

"Godland" gegen "Crazyland"

Während der EAV weiterhin seinem NAV-Track folgt, begleitet die LTT die deutschen Einheiten die nächsten zwei Tage auf ihrem Weg Richtung Süden. Unter anderem sind die Übungen „NCX“, eine Kommunikationsübung, eine Hubschrauberlandeübung („FlyEx“) sowie ein „LinkEx“, wobei die Übermittlung und Verarbeitung von Aufklärungsdaten geübt wird, angesetzt.

Das im Moment gefahrene „SurfEx“ (Surface Exercise) hingegen ist eine moderne Form des Versteckspielens auf technologisch höchstem Niveau. Hierbei wird ein imaginäres Szenario durchgespielt, wobei der EAV eine Flottille des Staates „Goodland“ darstellt und die französische Fregatte eine Einheit des mit „Goodland“ verfeindeten „Crazyland“ fungiert.

Der Auftrag der „Goodland“-Einheiten besteht darin, ein ziviles Handelsschiff, welches von Seiten „Crazyland“ willkürlich des Schmuggels bezichtigt wird, vor dem Zugriff der LTT zu schützen. Hierzu muss der Verband bis um 4:30 Uhr einen bestimmten Seeraum erreichen, in dem sich das imaginäre Handelsschiff befindet.


Die LTT hingegen kann nur gewinnen, indem es die FRANKFURT AM MAIN mit simuliert geschossenen Flugkörpern zweimal trifft. Die beiden Fregatten, die sogenannten Goalkeeper, haben den Auftrag, eventuelle gegnerische Flugkörper von der FRANKFURT AM MAIN abzuwehren, bzw. die LTT vorher zu vernichten. Auf gut Deutsch - wer zuerst gesehen wird, hat verloren. Um genau dies zu verhindern, werden verschiedene Tricks angewandt, um den Gegner zu täuschen.

Bei dem herrschenden schlechten Wetter können die beiden eingeplanten Aufklärungsflugzeuge jedoch nicht ihrem Auftrag nachkommen, ihrer jeweils zugewiesenen Seite Aufklärungsinformationen zukommen zu lassen. Unter dem Schutz der schlechten Sicht (drei Seemeilen) und gelungenen Täuschungsmanövern schafft es der Verband - ohne entdeckt zu werden - in das Zielgebiet vorzustoßen, und das bereits weit vor der eingeplanten Zeit, allerdings auch ohne die französische Fregatte selbst zu entdecken. In nächster Zeit werden außer den oben genannten Übungen auch noch verschiedene andere Manöver - wie zum Beispiel Versorgungsmanöver – stattfinden, um den EAV auf einem hohen Ausbildungstand zu halten.

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Stand vom: 07.08.12 | Autor: 


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