Land und Leute
Die Einwohnerzahlen variieren von Quelle zu Quelle, so dass sich keine genau Angabe über die Zahl der Einwohner machen lässt. Man kann davon ausgehen, dass in der Hauptstadt 700.000 Menschen wohnen, während weitere 200.000 Einwohner im übrigen Land leben.
Die Bevölkerung setzt sich im wesentlichen aus zwei ethnischen Gruppen zusammen: Die Afar im Norden und die Issa im Süden.
Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei ungefähr 45 Jahren, nicht zuletzt durch den Umstand, dass 80 Prozent der Bevölkerung HIV-Infiziert sind. In Djibouti spricht man, als Resultat der langjährigen Kolonialzeit, französisch, das gleichzeitig auch Amtssprache ist. Viele Teile der Bevölkerung sprechen zudem arabisch und kuschitische Stammessprachen.
Zumindest beim Glauben herrscht weitestgehend Einigkeit in Djibouti – 95% der Bevölkerung bekennen sich zum Islam, während nur rund 12.000 Christen einer anderen Religion Glauben schenken. Die katholische Gemeinde gehört dem Bistum Djiboutis an. Bischof Girogio Bertin ist außerdem apostolischer Administrator Somalias.
Die „République de Djibouti“ wird demokratisch geführt und seit 1999 von Ismail Omar Guelleh regiert, der der Rassemblement Populaire pour le Progrès (RPP)- der Regierungspartei -angehört.
Bezahlt wird in Djibouti mit – wiederum einem Relikt aus der Kolonialherrschaft – Djibouti Franc. Die Währung obliegt einer hohen Inflation. So erinnern sich Soldaten, die zum wiederholten Male am Horn von Afrika im Einsatz sind, dass man vor einem Jahr für einen Euro rund 150 Djibouti Franc erhielt. Mittlerweile erhält man für den gleichen Betrag fast 200 Djibouti Franc, was einer Teuerungsrate von mehr als 30 Prozent in einem Jahr entspricht.
Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Slums. Sowohl mitten in, als auch im Südwesten der Hauptstadt leben überwiegend somalische und äthiopische Flüchtlinge unter teilweise unmenschlichen Bedingungen.
Der Bevölkerungszuwachs führt zu einem Überangebot an Arbeitskraft. So verdient ein Hafenarbeiter 500 Djibouti Franc (zirka 2,50€) pro Tag. Er muss 10 Tage lang arbeiten um sich für einen Monat ein Bett in einer Unterkunft leisten zu können. Allerdings kostet ein Laib Brot nur 20 Djibouti Franc.


