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Vorbereitung auf den Einsatz

Warnemünde, 20.09.2012.
„Gefechtsbereitschaft herstellen“, ertönt es aus dem Lautsprecher. Im selben Moment ist das gesamte Boot in Bewegung. Jedes Mannschaftsmitglied rüstet sich mit seinem Flammschutz und seinem Gefechtshelm aus. „Schutzalarm Deckung!“ lautet das nächste Kommando - ein Treffer wird erwartet. Obergefreiter Florian Wiese duckt sich ab und hält sich fest.

Das Schnellboot S 72 „Puma“ in Fahrt auf hoher See.
Schnellboot S 72 „Puma“ (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Schwere Erschütterungen im Boot“, heißt es wieder aus dem Lautsprecher. „Raum- und Bilgenkontrollen im gesamten Boot durchführen!“, wird aus dem Lautsprecher befohlen. Der Freiwillig Dienstleistende begibt sich zügig zum Sammelpunkt. „Jede Luke muss geöffnet und durchsucht werden“, sagt der Marinesoldat. „Keine Schäden und keine Verletzten in meinem Bereich“, meldet er nach seiner durchgeführten Kontrolle.

Jedes Bedrohungsszenario wird geübt

Soldaten öffnen und durchsuchen die Luken.
Jede Luke muss kontrolliert werden (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Christin Krakow)Größere Abbildung anzeigen

Obergefreiter Florian Wiese* gehört der Besatzung des Schnellbootes S 72 „Puma“ an. Geht ein Schiff oder Boot der Marine in den Auslandseinsatz, so bedeutet das für alle Beteiligten volle Konzentration auf die Vorbereitung. Die Abläufe und Verfahren an Bord werden wieder und wieder geübt, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind und sprichwörtlich im Schlaf beherrscht werden. Im Ernstfall ist kein Platz für Fehler.

Zusammen mit seinen Kameraden ist er gerade in der einsatzbezogenen Schadensabwehr- und Gefechtsausbildung (SAGA) in Neustadt. Diese Ausbildung ist nun der letzte Teil einer langen Vorbereitung zum bevorstehenden Auslandseinsatz. Während der SAGA befinden sich mehrere Prüfer des Einsatz- und Ausbildungszentrums Schiffsicherung (EAZS) mit an Bord. Sie spielen Gerätefehler ein, simulieren Verletzungen, aber auch externe Bedrohungen werden unter anderem mit Hilfe von Flugzeugen dargestellt.

Wichtige Navigationsgeräte sind ausgefallen“, erklärt Obergefreiter Wiese. Genau jetzt ist sein Können gefordert. Als Navigationsgast muss er im Ernstfall in der Lage sein, wie in alten Seefahrerzeiten, die genaue Position des Bootes nur mit Hilfe von markanten Stellen an Land zu bestimmen. „Peilung“, ruft er. Schnell werden ihm drei Fixpunkte genannt, die er mit Bleistift und Lineal in seine Seekarte überträgt. „Der Schnittpunkt der drei Punkte ergibt unsere aktuelle Position“, erläutert er dem Prüfer. Mit wachsamen Augen schaut dieser, wie der Navigationsgast den Schnittpunkt ermittelt. „Hier muss schnell und genau gearbeitet werden“, sagt der Prüfer.

Vielseitigkeit ist gefragt

Obergefreiter Wiese arbeitet mit der Seekarte.
Orientierung per Seekarte (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Christin Krakow)Größere Abbildung anzeigen

Schutzalarm Deckung“, ertönt es wieder aus dem Lautsprecher. „Raum- und Bilgenkontrollen im gesamten Boot durchführen!“, heißt es. Wieder läuft Wiese zum Sammelpunkt. „Mit jeder Lageänderung müssen die Prioritäten neu geordnet werden“, erklärt der Kommandant, Kovettenkapitän Oliver Ertel. Auf einem Schnellboot arbeiten 36 Soldaten. „Bei unserer geringen Besatzungsstärke kann ich die Soldaten nicht immer in ihrem eigentlichen Tätigkeitsbereich einsetzen. Für die Brand- und Leckabwehr ist jeder Soldat an Bord verantwortlich“, fügt Korvettenkapitän Ertel hinzu.

Eigentlich berichtige ich an Bord die Seekarten, führe das Schiffstagebuch, erstelle die Wetterlage und gehe Wache“, sagt Obergefreiter Wiese. Die Aufgaben rücken bei Bedrohungslagen in den Hintergrund. Dann heißt es, die Bedrohung zu bekämpfen. „Wir müssen immer hundert Prozent geben, damit im Ernstfall auch alles klappt und keine Überraschungen entstehen. Dauerhaftes Training ist das Wichtigste“, sagt der Marinesoldat.

In einigen Tagen wird seine Einheit in den Auslandseinsatz gehen. Sie werden vor der libanesischen Küste am maritimen Einsatzverband der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) eingesetzt, um die Küste zu überwachen und damit den Waffenschmuggel auf den Seewegen zu unterbinden.

* Name von der Redaktion geändert

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Stand vom: 26.09.12 | Autor: 


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