Berichte vom Segelschulschiff „Gorch Fock“
GORCH FOCK ist in den Hafen von Ushuaia (Argentinien) zurückgekehrt.
Am 14. Januar war der historische Moment endlich soweit. Die GORCH FOCK hat nach der Passage der Magellan-Straße (von Ost nach West) und anschließendem Südkurs erstmalig in ihrer Geschichte gegen 09.30 Uhr Ortszeit (13.30 MEZ) das Kap Hoorn erreicht.
Mit viel Spannung wurde sie erwartet, die Durchfahrt durch die Magellan-Straße. Diese rund 320 Seemeilen - oder knapp 600 Kilometer - lange Durchfahrt führt vom Atlantik auf die andere Seite Südamerikas, in den Pazifik. Mit der Einfahrt am Montag, dem 10. Januar 2011, war es dann tatsächlich soweit. Leider gestaltete sich der Wind sehr widerspenstig und blies den ganzen Tag mit 10 Beaufort aus der Straße heraus, so dass das Schiff ziemlich zu kämpfen hatte.
Mit Sonnenaufgang früh um 05:30 Uhr ist das Segelschulschiff GORCH FOCK am Montag, dem 10. Januar 2011, unter Segeln in den atlantikseitigen Eingang der Magellanstraße hinein gefahren. Relativ bald war der Wind zwar immer noch stark genug, aber hinsichtlich seiner Richtung leider nicht mehr segelbar, so dass die Segel zunächst einmal geborgen werden mussten und nun „Johann“
, der Antriebsdiesel, auch mal wieder zum Zuge kommen darf.
Genau eine Woche nach Verlassen des Hafens der uruguayischen Hauptstadt Montevideo hat das Segelschulschiff GORCH FOCK den östlichen, den atlantischen Eingang des Estrecho de Magallanes, der Magellan-Straße erreicht. Sie ist damit ein gutes Stück früher dran, als ursprünglich kalkuliert war. Die guten Segelwinde und die daraus resultierenden hohen Schnitte der ersten Tage haben diese komfortable Situation ermöglicht. Abgesehen von zwei kurzen „Sprüngen“ unter Zuhilfenahme der Maschine, um jeweils aus der Flaute einer Hochachse wieder in ein Windfeld zu gelangen, konnten die seit Montevideo zurückgelegten knapp 1.500 Seemeilen komplett gesegelt werden.
Im südlichen Atlantischen Ozean, in dem Seegebiet, welches das Segelschulschiff GORCH FOCK derzeit in Richtung Kap Hoorn befährt, sind Begegnungen mit anderen Schiffen selten. Seit fünf Tagen, die der Dreimaster nun seit Auslaufen aus Montevideo unterwegs ist, gab es nicht eine einzige solche Begegnung. Verwunderlich ist es nicht, gibt es doch in dieser Gegend keine größeren Häfen, die von Seeschiffen angelaufen werden. So ist man mit Ausnahme der Gesellschaft von Seevögeln und ab und zu ein paar Delphinen ziemlich allein in der Weite des Südatlantiks.
Daniel Schwark arbeitet in der Segellast der „Gorch Fock“. Der junge Mann aus Lübeck ist 23 Jahre alt und hat in Travemünde das Handwerk des Segelmachers erlernt. Nach Abschluss seiner Lehre hat er zwei weitere Jahre zunächst als Geselle im gleichen Betrieb gearbeitet. Dann zog es ihn hinaus. „Ich wollte was von der Welt sehen und das nach Möglichkeit mit meinem Beruf verbinden“
, bekennt er freimütig.
Mit Südkurs und gutem Segelwind nähert sich das Segelschulschiff GORCH FOCK langsam aber stetig dem seglerischen Höhepunkt der gesamten zehnmonatigen 156./157. AAR (Auslandsausbildungsreise).
Eine Silvesterfeier fern der Heimat mag kein Problem sein; eine Silvesterfeier ohne den allseits bekannten und jedes Jahr wiederkehrenden Sketch um den 90. Geburtstag von Miss Sophie und ihren kaum jünger erscheinenden Butler James geht dagegen gar nicht - Das gilt auch für das Segelschulschiff GORCH FOCK in Uruguays Hauptstadt Montevideo.
Buenos Aires, Argentiniens Hauptstadt, ist das derzeitige Etappenziel der GORCH FOCK. Das Segelschulschiff der Deutschen Marine machte am vergangenen Mittwoch im Hafen der argentinischen Metropole fest. Anlass des Besuchs sind die dortigen Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag zur Unabhängigkeit des Landes. Für das Schiff ist Buenos Aires im Verlauf der laufenden Reise nach der ostbrasilianischen Hafenstadt San Salvador de Bahia der zweite Hafen auf dem südamerikanischen Kontinent.
nach oben