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Ein guter Verbindungsoffizier muss ein echter „Kümmerer" sein

Kiel, 17.06.2011, Christian Grohmann (Presse und Informationszentrum Marine).
Sie gehören zu den Ersten, die den Beginn der Kieler Woche hautnah zu spüren bekommen. Die Rede ist von den Verbindungsoffizieren. Lange bevor sich die Leinenkommandos und das Marinemusikkorps Ostsee im Kieler Marinestützpunkt zum Einlaufen der ausländischen Marineeinheiten einfinden, gehen die „Verbinder" an Bord. Das ist in der Regel irgendwo draußen auf der Kieler Förde. Das Kieler Woche PIZ-Team und ein Fernsehteam von RTL begleiteten Kapitänleutnant Tobias Kiesel, der als „Verbinder" auf dem dänischen Führungsschiff Kommandant und Besatzung unterstützen soll.

Kapitänleutnant Kiesel steht dem RTL-Kamerateam Rede und Antwort.

Im Interview mit RTL (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Christian Grohmann)Größere Abbildung anzeigen

Dichte Wolken haben sich über der Kieler Förde zusammengeballt. Ein gutes Dutzend Verbindungsoffiziere hat in dem kleinen V-Boot Platz genommen. „Solange es nicht stürmt, ist alles halb so wild“, meint Kapitänleutnant Tobias Kiesel. Sein Schiff ist heute das dänische Führungsschiff ABSALON. Der Reserveoffizier ist heute zentrale Person in einem Film, den RTL-Redakteurin Frederike Erhard und ihr Team über die Arbeit der Verbindungsoffiziere während der Kieler Woche drehen wollen. „Wenn wir die Jacobsleiter aufgeentert sind, ist eine Hürde für den heutigen Tag bewältigt“, erzählt Kiesel der Journalistin.


Im Morgengrauen läuft die ABSALON in die Kieler Förde ein.

Einlaufen der ABSALON (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Christian Grohmann)Größere Abbildung anzeigen

Hürde Lotsenleiter

Bevor die Barkasse den mit der ABSALON vereinbarten Treffpunkt erreicht, erklärt Kiesel der Fernsehredakteurin die Aufgaben eines Verbindungsoffiziers: „Wir sind in den kommenden Tagen das Bindeglied zum Kommandanten des Gastschiffes. Unser wichtigster Auftrag besteht darin, dass der Aufenthalt im Auslandshafen für Besatzung und Schiff so angenehm und reibungslos wie möglich verläuft." Es muss sehr viel organisiert werden - vom offiziellen Empfang bis hin zu den Formalitäten im Stützpunkt. Verbinder sind mit anderen Worten wahre „Kümmerer".

Kiesel bringt es auf diesen Punkt: Keep your Captain happy." Er hat in den letzten zehn Jahren schon amerikanische, niederländische und Besatzungen aus baltischen Ländern betreut. Was den besonderen Reiz dieser Position ausmacht? „Immer wieder neue Menschen und ihre Mentalitäten kennen zu lernen und die Bundesrepublik und unsere Marine als herzlichen Gastgeber zu repräsentieren“, antwortet Kiesel.

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Die MOUNT WHITNEY nähert sich als erstes Schiff der Verbinder-Barkasse.

Die MOUNT WHITNEY in Sicht (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Christian Grohmann)Größere Abbildung anzeigen

Betreuung für Besatzung und Schiff

Die Barkasse steuert die ABSALON an und geht längsseits, dabei auf und ab gehend. Die Lotsenleiter hängt bereits außenbords. Kiesel ergreift die Leiter, wartet kurz, bis er einen sicheren Auftritt hat und nimmt dann Stufe für Stufe. Der RTL-Tontechniker schluckt kurz. Sein Blick fällt auf die schwere Gerätetasche. Kiesel beruhigt: „Das Einstiegsschott der ABSALON ist nicht ganz so hoch. Bei der MOUNT WHITNEY hätten wir jetzt sicher drei Meter zu überwinden gehabt. Wir machen da einen Tampen rum, und dann wird die Kameratasche langsam hochgezogen. Kein Problem.“

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v.l.n.r. Kapitänleutnant Tobias Kiesel und Kapitänleutnant Soren Dreijer.

Ansprechpartner (Quelle: © 2011 Bundeswehr / Christian Grohmann)Größere Abbildung anzeigen

Überraschend komfortabel

Kapitänleutnant Søren Dreijer begrüßt die deutschen Gäste an Bord. Der dänische Schiffsversorgungsoffizier ist direkter Ansprechpartner für den deutschen „Verbinder" Tobias Kiesel. Der meldet sich auf der Brücke beim Kommandanten, Fregattenkapitän Kristian Haumann.

Kiesel und sein dänischer Ansprechpartner gehen den umfangreichen Ablaufplan Schritt für Schritt durch. Dass die Besprechung an Bord eines Marineschiffes stattfindet, ist in der nach zivilen Schiffbaustandards eingerichteten Offiziersmesse kaum wahrzunehmen: An Bord eines Kriegsschiffes geht es normalerweise viel beengter zu. Der geräumige und wohnlich möblierte Raum ist bestens geeignet, um Kraft für einen langen Tag zu schöpfen.

Auf der Scheermole im Kieler Marinestützpunkt hat sich rechtzeitig Oberbootsmann Sven Herrmann eingefunden. Auch für den 34-jährigen Reservisten ist die ABSALON „sein Schiff". Für Herrmann ist es die dritte Kieler Woche als „Verbinder". Eine Tätigkeit, die er „immer wieder spannend und abwechslungsreich" findet. Denn jedes Schiff und jede Besatzung sind eine Art Mikrokosmos. Herrmann freut sich auf den Dänen. „Das ist ja ein vergleichsweise junges Schiff. Ich bin gespannt, wie es innen aussieht." Die ABSALON hat den Marinestützpunkt erreicht und steuert die Scheermole, ihren Liegeplatz für die Dauer der Kieler Woche, an. Das Besondere: Die Dänen verzichten beim Anlegemanöver auf Schlepperassistenz. Das ist schon eine Leistung, denn mit ihrer Größe bietet die ABSALON jede Menge „Segelfläche". Man könnte auch sagen: Windangriffsfläche.

Leinen werden übergeben, das Schiff festgemacht. Als die Stellingverbindung hergestellt ist, schlägt die Stunde von Sven Hermann. „Ich muss jetzt an Bord." Kurz danach verlässt auch das RTL-Fernsehteam das Schiff. „Das hatte schon was", meint Redakteurin Frederike Erhard. Ihr Kameramann ist auch erleichtert: „Von Bord ging es glücklicherweise über die stabile Stelling. Das mit der Lotsenleiter muss ich so nicht schnell wieder haben."

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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