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Mitten zwischen Soldaten und Händlern - Naval Cooperation and Guidance for Shipping

Turku (Finnland), 23.09.2010, Finnish Defence Forces.
Nicht alle Soldaten im finnischen Marinehauptquartier in Turku wissen genau, was hinter der Abkürzung NCAGS steckt. Die finnische Marine zum Beispiel hat keine Einrichtung wie Naval Cooperation and Guidance for Shipping (NCAGS). Das ist der Grund, warum Fregattenkapitän Hans Joachim Dunemann mit nach Turku gekommen ist.

Der finnländische Minenleger HÄMEENMAA bei dem Manöver NORTHERN COASTS 2010.
Minenleger im Einsatz (Quelle: © 2010 / Finnish Defence Forces)Größere Abbildung anzeigen

Kurz erklärt ist NCAGS ein NATO-Procedere. Die Einrichtung soll in Friedenszeiten, während militärischer Übungen und in Krisensituationen trotz allem eine unbeeinträchtigte Handelsschifffahrt ermöglichen. Dazu kooperieren Marine und Handelsschifffahrt. Was gilt es zum Beispiel zu beachten, wenn ein Handelsschiff ein militärisches Übungsgebiet, gefährliche Gewässer oder ein Krisengebiet durchfahren möchte, ohne Zeit, Ladung oder gar Menschenleben zu verlieren?

Die Soldaten bei NCAGS sind dafür da, Fragen dieser Art zu beantworten. Ein aktuelles Beispiel für deren Arbeit ist die Unterstützung in den Gewässern vor der Küste Somalias, in denen Piraten die Handelsschifffahrt bedrohen.

Aufgaben von Naval Cooperation and Guidance for Shipping

Zentral für die Arbeit von NCAGS ist die Zusammenarbeit mit dem NATO Shipping Centre (NSC) in Northwood in Großbritannien. Dort werden Risikoanalysen und Routenempfehlungen erstellt, die dann an Schiffseigner weitergegeben werden. „Wir geben den Kapitänen Navigationsweisungen und sagen Ihnen, was sie tun oder auch nicht tun sollen. In Kriegszeiten würden die Kontrolle der Handelsschifffahrt oder Konvoimanagement zu unseren Aufgaben gehören. Deutsche Gesetze sehen das aber nur in Kriegszeiten vor - alles andere würde eine staatliche Kontrolle über die freie Handelsschifffahrt bedeuten. So etwas wird aber in einem demokratischen Staat natürlich nicht gemacht“, erklärt Dunemann.

Auch bei NORTHERN COASTS (NOCO) spielt NCAGS eine Rolle. Fregattenkapitän Dunemann soll die finnische Marine im Bereich Schifffahrtskoordination beraten. „Meine Aufgabe ist es, die finnische Marine darüber zu informieren, was NCAGS ist, wie man eine solche Einrichtung aufbaut und welche Möglichkeiten einem dadurch eröffnet werden. NCAGS selbst ist nicht aktiv in das diesjährige NORTHERN COASTS Manöver integriert. Ich bin als Berater hier“, sagt Dunemann.

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Noch in den Kinderschuhen

Der Betriebsstofftransporter AMMERSEE während der multinationalen Krisenbewältigungsübung.
Betriebsstofftransporter AMMERSEE in See (Quelle: © 2010 / Finnish Defence Force)Größere Abbildung anzeigen

In Deutschland werden die NCAGS-Offiziere hauptsächlich von Reedereien rekrutiert. Dann erwartet sie eine fordernde Ausbildung. Es kann drei bis fünf Jahre dauern, bis die Anwärter mit allen Funktionen der NCAGS-Organisation vertraut sind.

Die finnische Marine hat noch einen langen Weg vor sich, bis sie diesen Punkt erreicht. „Bezüglich NCAGS steckt die finnische Marine noch in den Kinderschuhen. Aber die finnischen Offiziere, die letztes Jahr an NORTHERN COASTS teilgenommen haben, waren überzeugt, dass die finnische Marine das schaffen kann. Und das glaube ich auch.“

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Stand vom: 07.08.12 | Autor: 


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