Flaggschiff des EAV 2012 läuft in Wilhelmshaven ein
Wilhelmshaven , 19.07.2012.
Nach der Führung des Einsatz- und Ausbildungsverbandes als Flaggschiff ist die Fregatte „Hessen“ am 19. Juli in ihren Heimathafen zurückgekehrt. Neben der Ausbildung des Offiziernachwuchses und der Darstellung der Einsatzreserve der Marine repräsentierte die „Hessen“ Deutschland bei Feierlichkeiten in den USA und nahm eine Führungsrolle in einem internationalen Manöver ein.

Kapitän zu See Christoph Müller-Meinhard, Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, führte den noch aus der Fregatte „Emden“ und dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ bestehenden Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV). Der EAV hatte Wilhelmshaven am 27. Februar 2012 verlassen und bildete seit dem die operative Einsatzreserve der Marine. Dabei nahm er an zahlreichen militärischen Seemanövern teil und war zugleich die Plattform für das Bordpraktikum der Offizieranwärter der Crew VII/11. In diesem Jahr wurden rund 190 Kadetten in zwei Törns ausgebildet.
„Es erfüllt einen mit Freude, wenn man all die vielfältigen Aufgaben vernünftig erfüllt hat. Deshalb ziehe ich eine sehr positive Bilanz für die Besatzungen und Schiffe des EAV“,
sagte Kapitän zur See Müller-Meinhard nach dem Einlaufen.

Von der Nordsee an die Ostküste der USA
In den ersten vier Wochen führte der Verband im Nordseebereich mit NATO-Partnern verschiedene Übungen durch. Dabei wurden die Häfen Hamburg, Portsmouth (Großbritannien) und Bergen (Norwegen) angelaufen. Nach dem Crewwechsel in Wilhelmshaven folgte eine zweiwöchige Teilnahme am internationalen Manöver „Joint Warrior" vor der Westküste Schottlands. Intensive Übungen mit der französischen Marine und Luftwaffe im Seegebiet bei Brest standen vor der Atlantiküberquerung auf dem Programm. Mit dem Hafenaufenthalt in Halifax (Kanada) endete die Offizieranwärterausbildung an Bord.
Mit Beendigung des Hafenaufenthalts trennten sich die Schiffe. Die „Emden" und die „Frankfurt am Main" fuhren über Québec (Kanada) und Reykjavik (Island) zurück nach Deutschland und sind bereits am 23. Juni in ihren Heimathäfen Wilhelmshaven bzw. Kiel eingelaufen. Die Fregatte „Hessen" fuhr Anfang Juni erst nach Norfolk und anschließend nach Baltimore (beides USA), um dort an dem 200-jährigen Jubiläum des „War of 1812" teilzunehmen. Es folgte das internationale Manöver „1812 Fleetex" im
Seegebiet südöstlich Kap Hatteras.

Inspekteur an Bord
Knapp 30 internationale Einheiten und eine Vielzahl an amerikanischen Luftfahrzeugen waren Teilnehmer an der US-Übung. Der 40.000 Tonnen Hubschrauberträger „USS Wasp“ war das Führungsschiff. Die Fregatte „Hessen", die bereits Erfahrungen in einer Trägergruppe der US Navy sammeln konnte, hatte hierbei die Verbandsführung über zwei amerikanische Zerstörer, ein britisches Hilfsschiff und ein Boot der US Coast Guard. In zahlreichen Übungen galt es verschiedene Szenarien, von der Luftverteidigung bis zur Abwehr von Ubooten, zu durchlaufen.
Vizeadmiral Axel Schimpf, Inspekteur der Marine, nutzte einen zeitgleichen Arbeitsbesuch in den USA, um seine Soldaten auf der „Hessen“ im Anschluss an das Manöver nach Boston zu begleiten. An Bord informierte er sich über die gemachten Erfahrungen und führte intensive Gespräche mit den Soldaten. Diese zeigten sich erfreut, ihren Inspekteur einige Zeit „für sich zu haben
“.
Den Abschluss des USA-Aufenthaltes der „Hessen“ markierte die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag der amerikanischen Unabhängigkeit am 4. Juli in Boston. Der Rückweg verlief über einen Zwischenstopp in Reykjavik auf Island.
Bilder
Empfang mit Blumen beim Einlaufen der „Hessen“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sophie Fiebeler)
Größere Abbildung anzeigenFregatte „Hessen“ läuft in Wilhelmshaven ein (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sophie Fiebeler)
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