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Deutsch-Französischer Marineverband übt vor Brest

In See, 15.05.2012.
Im Seegebiet vor Brest übte der Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) zwei Tage intensiv mit der französischen Marine. Diese Möglichkeit der Zusammenarbeit wurde dazu genutzt, kurzfristig den Deutsch-Französischen Marineverband, kurz DEFRAM, unter Führung des EAV-Verbandsführers Kapitän zur See Christoph Müller-Meinhard zu aktivieren.

Ein französischer "Sea Lynx" landet mit Hilfe eines Lotsen auf der Fregatte "Hessen".
Landung französischer "Sea Lynx" (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Der DEFRAM wird bereits seit Jahren regelmäßig als bilateraler Marineverband auf taktischer Ebene ins Leben gerufen. Er gibt sowohl der deutschen als auch der französischen Marine die Möglichkeit, in enger Zusammenarbeit maritime Einsatzgrundsätze und Verfahren in See zu üben und dabei voneinander zu lernen. Der Verband spiegelt insbesondere die engen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Marinen wider.

Französischer NH-90 kam von der Marinebasis NAS Lanveoc. Unten die Fregatte HESSEN.
Blick aus einem französischen NH-90 (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen

In der Luft, über und unter Wasser

Übungsschwerpunkte des diesjährigen DEFRAM waren im Bereich der Luftabwehr und Uboot-Jagd angesiedelt. Die Ujagdteams der Fregatten „Hessen“ und „Emden“ erhielten die Möglichkeit, ihr Können gegen das französische Nuklear-Uboot FS „Saphir“ zu beweisen. Für den Verband war es eine sehr realitätsnahe Uboot-Jagdübung. Die „Saphir“ zeigte sich dabei als professioneller Übungsgegner und gab den Besatzungen zum Schluss den Anblick eines Nuklear-Ubootes aus nächster Nähe.

Auch die „Hessen“ wurde in ihrer Hauptaufgabe, der Verbandsflugabwehr und das Lenken von Kampfflugzeugen, gefordert. In mehreren Szenarien wurde eine Kampfflugzeugpatrouille durch die Fregatte geleitet. Übungspartner waren die bewährten französischen „Rafale“ Mehrzweckkampflugzeuge sowohl in der Rolle der Angreifer als auch gleichzeitig der des Verteidigers. Hierbei zeigten sich auf beiden Seiten die hohe Professionalität und die sichere Handhabung der NATO-Verfahren.

Den Abschluss bildete eine Verbandsflugabwehrübung. Die „Hessen“ verteidigte dabei unter Einsatz von zugewiesenen Flugzeugen den Verband gegen eine angreifende Rotte „Rafale“. Der Verband bestand aus der Fregatte „Emden“, dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ und dem französischen Versorger „Somme“,

Ein französischer NH-90 und ein deutscher Einsatzgruppenversorger fahren nebeneinander um das RAS Manöver auszuführen.
Versorgungsmanöver auf See (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Seeversorgung zwischen zwei Versorgern

Die „Frankfurt am Main“ führte mit dem Versorger „Somme“ ein Seeversorgungsmanöver, oder auch kurz RAS (Replenishment at Sea) genannt, durch. Aufgrund des hohen Ausbildungsstandards auf beiden Seiten konnte das Manöver schnell und problemlos durchgeführt werden. Beiden Schiffe lieferten während der Versorgung zusammen ein beeindruckendes Bild ab, denn es ist nicht alltäglich das zwei Schiffe dieser Art sich gegenseitig in See versorgen.

Die deutschen Einheiten konnten zudem Flugbetrieb mit verschiedenen Helikoptertypen der französischen Marine durchführen. Unter anderem landeten Hubschrauber vom „Typ Lynx“, „Alouette III“ und ein französischer NH 90 auf den deutschen Einheiten. Es war erst die zweite Landung dieses Helikoptertyps auf einem deutschen Schiff.

Kapitän zur See Müller-Meinhard zog am Ende ein positives Fazit: „Bei der diesjährigen Aktivierung des DEFRAM zeigte sich wieder, dass beide Marinen über ein ausgeprägtes gemeinsames taktisches Verständnis verfügen. So war es möglich, den Verband innerhalb von kurzer Zeit zu aktivieren und gemeinsam anspruchsvolle Übungen durchzuführen. Es waren zwei Tage, die sich für beide Marinen richtig gelohnt haben.“

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Stand vom: 16.11.12 | Autor: 


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