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Wenn Seebeine wachsen

In See, 06.03.2013.
Der Einsatz- und Ausbildungsverband der Marine ist für manche Besatzungsmitglieder die erste richtige Seefahrt - mit großer Aufregung entgegengesehnt, mit Spannung erwartet. Die abwechslungsreichen Herausforderungen auf der Korvette „Braunschweig“ ließen dabei schnell Seebeine wachsen.

Die Korvette „Braunschweig“ mit Tempo in See.

Korvette durchpflügt die See (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Wolff Rosengarten)Größere Abbildung anzeigen

In den ersten Tage machte es die See den jungen und bislang recht unerfahrenen Soldaten ziemlich schwer, den Übungen zu folgen. Der Seegang war rau und Wellen türmten sich bis zu vier Meter auf. Doch nach einer gewissen Zeit gewöhnt sich der Körper auch daran und die erwarteten Stürme in der Biskaya blieben gottseidank aus. Im Vergleich zur Nordsee wurde es hier sogar ruhiger.

Jeden Tag ein Stückchen mehr

Auf dem zehntägigen Transit in Richtung Mittelmeer konnten die Neuen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten jeden Tag ein Stück erweitern. Die täglichen Übungen, sogenannte Serials, verschafften ihnen zunehmend einen genaueren Eindruck über ihre Aufgaben an Bord. Für den Operationsdienst bedeutete das zum Beispiel das Übermitteln von Informationen per Sprechfunk (Reporting), das Austauschen von Daten mit anderen Einheiten per Datenfunk (Link-Netze) oder aber die Abwehr von Bedrohungen durch ein von Terroristen genutztes Sportflugzeug (LSF - Low Slow Flyer). Letzteres ist dabei besonders schwierig, da ausgeschlossen werden muss, dass es sich nicht um einen normalen Privatflieger handelt. All diese Übungen führten letztendlich dazu, dass gerade die Neuen an Bord in kurzer Zeit ihre Aufgaben sicher und selbstständig wahrnehmen können.

Aber auch außerhalb der eigentlichen Verwendungsbereiche gab es viel zu lernen, denn das Bekämpfen von Schäden wie Feuer und Wassereinbruch sind Aufgabe der gesamten Besatzung. In diesem Bereich, bei der Marine Schiffsicherung genannt, standen dann Dinge wie die Abdichtung eines Lecks oder die Feuerbekämpfung mit den dazugehörenden Abläufen (Aufbau Feuerlöschstrecke, Zuschneiden von Leckabwehrstutzen, Abtransport von Verletzten) auf dem Übungsprogramm.

Einsatz- und Ausbildungsverband hat im Hafen von Barcelona festgemacht.

EAV in Barcelona (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Wolff Rosengarten)Größere Abbildung anzeigen

Gesamte Besatzung gefragt

Auch bei anderen Tätigkeiten ist gerade an Bord einer Korvette die gesamte Besatzung gefragt, da aufgrund der geringen Besatzungsstärke einfach kein zusätzliches Personal da ist. Angefangen vom An- oder Ablegen, beim Postbeutelmanöver (Übergabe von Gegenständen von Schiff zu Schiff mittels einer Leinenverbindung) oder anderen seemännischen Manövern, immer stehen z.B. auch Soldaten aus der Operationszentrale mit auf der entsprechenden Station.

Mitte Februar kam das spanische Barcelona in Sicht. Der erste Eindruck war erstaunlich. Schon der Hafen war riesig und die Stadt versprach viele Sehenswürdigkeiten, die noch mehr Freude auf die kommenden Tage an Land machten. Unsere Einheiten bekamen einen Liegeplatz nah an der Innenstadt, der optimal für die Ausflüge in die Stadt war. Besonders beeindruckend war das Interesse der Bevölkerung an unseren Schiffen während der, auch „Open Ship“ genannten, Freigabe für Besucher. Schnell entwickelten sich hier freundliche Gespräche und interessante Kontakte zwischen Besatzungsangehörigen und Einheimischen.
So angenehm der Aufenthalt auch war, so schnell gingen die vier Tage im Hafen auch vorbei, so dass wir nach einem erholsamen Wochenende mit dem Verband wieder in See gingen. Das Ziel hieß diesmal Sizilien, wo der EAV an der NATO-Übung „Proud Manta“ teilnehmen sollte.

Verband während der Übung „Proud Manta“.

„Proud Manta“ hat begonnen (Quelle: © 2013 Italian Navy)Größere Abbildung anzeigen

Vorbereitung auf das Manöver

Im Gegensatz zu den Tagen vor dem Einlaufen in Barcelona zeigte sich das Mittelmeer auf dieser Überfahrt von seiner angenehmen Seite: Ruhige See, Sonnenschein und das ein oder andere Highlight, wie das Passieren der Straße von Bonifazio zwischen Korsika und Sardinien, den Stromboli oder der Straße von Messina zwischen Sizilien und Italien, ließen auch ein wenig Urlaubsstimmung aufkommen. Besonders die beiden Vulkane, Stromboli und Ätna, zeigten sich nachts in den Infrarotoptiken der Korvette von ihren beeindruckensten Seiten.

Aber spätestens mit Einlaufen in Catania auf Sizilien war klar, dass es sich hier um einen Arbeitsbesuch handeln würde. Besonders für das OPZ-Team stand alles im Zeichen der Vorbereitungen für das anstehende Manöver - so war die sowieso schon recht kurze Zeit auch umso schneller vorbei, als dass wir zwei Tage später zusammen mit französischen, italienischen und später auch amerikanischen Schiffen zusammen als Verband in See standen und auf Ubootjagd gingen. Die folgenden Tage waren selbst für eine Korvette, die sonst wenig mit U-Jagd zu tun hat doch recht anstrengend, aber letztendlich konnten wir auch hier zeigen, dass unsere „Braunschweig“ auch in diesem Umfeld ihren Beitrag leisten kann.

Viel gelernt und erlebt

Ein wenig wehmütig, aber hinsichtlich der bevorstehenden Rückkehr in die Heimat doch mit zwei lachenden Augen, war Ende Februar unsere Teilnahme an „Proud Manta“, und damit auch am Einsatzausbildungsverband 2013, zu Ende.

Spannende Wochen der Seefahrt liegen hinter uns. Das Team der „Braunschweig“ ist ein weiteres Stück zusammen gewachsen, die Abläufe sind noch routinierter geworden. Gerade die Neuen an Bord konnten viel lernen und erleben und werden spätestens zurück in Warnemünde die Korvette auf zwei Seebeinen verlassen.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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