„Joint Warrior 12“ – Der EAV mittendrin
In See, 10.05.2012.
Nach einem Hafenaufenthalt in Glasgow startete für den Einsatz- und Ausbildungsverband das NATO-Manöver „Joint Warrior“. Der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ sowie die Fregatten „Emden“ und „Hessen“ übten dabei mit zahlreichen internationalen Marineschiffen in einem fiktiven Szenario, das an aktuelle Einsätze angelehnt war. In der intensiven Übung galt es simulierten Angriffen durch Schiffe, Flugzeuge und Uboote zu begegnen.

Angesiedelt war das Szenario in Großbritannien, Hauptoperationsgebiet das Seegebiet rund der Hebriden (Schottland). Das Land „Pastonia“ stellte einen gescheiterten Staat dar, zu dem Gebiete mit dragonischstämmiger Bevölkerung gehören. In diesen Gebieten kam es vermehrt zu Terroranschlägen und Piratenangriffen durch radikale Gruppierungen. Auf Grundlage einer UN-Resolution versucht sowohl ein multinationaler Verband als auch das Nachbarland „Dragonia“ die Region zu stabilisieren und weitere Angriffe zu unterbinden. Der EAV wurde zusätzlich durch die niederländische Fregatte „De Ruyter“ sowie die „Rheinland-Pfalz“ ergänzt und stellte eine Einsatzgruppe auf dragonischer Seite dar.
Jetskis, Speedboote und ein Drache

Das vor der eigentlichen Operation stattfindende „Inter Task Group Training“ begann mit sprichwortwörtlich hohem Tempo: Die Fregatte „Hessen“ wich zur Übung diversen Speedbooten und Jetskis aus, die sie hartnäckig verfolgten und sich dem Schiff bis auf Rufweite näherten. Um die Verfolger abzuschütteln und durch Wellen aus dem Gleichgewicht zu bringen, fuhr die „Hessen“ Zickzack-Kurse. Was zunächst niemand bemerkte: Die Fregatte hatte sich für das Manöver etwas Besonderes einfallen lassen, war sie doch Darsteller „Dragonias“.
Mit Manöverbeginn führte sie neben der schwarz-rot-goldenen Flagge nun an jeder Seite eine Drachenflagge. Diese dragonischen Nationalitätsabzeichen waren in den Tagen zuvor von Besatzungsmitgliedern liebevoll von Hand angefertigt worden. Die Flaggen machten das Szenario noch lebhafter und die neue „Nationalität“ des Schiffes weithin sichtbar. Zum Leidwesen aller fielen sie schon bald starken Winden zum Opfer.Eine handvoll Übungen

Starke Winde und die bis zu sechs Meter hohen Wellen forderten am folgenden Tag von der Besatzung einiges ab. Nicht alle waren bereits an einen solchen Seegang gewöhnt, wie er in den Seegebieten vor der Westküste Schottlands herrschte. Dennoch ging das Szenario weiter: Ubootjagd, Flugabwehr, Versorgungsmanöver und Brandabwehr übte die Besatzung der „Hessen“ zusammen mit den anderen Einheiten.
Pünktlich zum Ende des Trainings baute der Seegang etwas ab, so dass die dragonischen Streitkräfte mit der Aufklärung der terroristischen Vereinigungen und dem Aufbau des Lagebildes beginnen können. Zu diesem frühen Zeitpunkt war die Lage noch relativ ruhig. Eine Verschärfung der Gesamtsituation im weiteren Verlauf war jedoch zu erwarten.
