Munitionssuche im Englischen Kanal
Glücksburg, 04.08.2012.
Das Minenjagdboot „Fulda" hat am 4. August seinen Heimathafen Kiel verlassen, um sich dem ständigen NATO-Minenabwehrverband 1 anzuschließen. Die Teilnahme an verschiedenen Manövern sowie die Munitionssuche und -beseitigung im Englischen Kanal steht auf dem Programm.

Erstes Ziel der „Fulda" wird Zeebrügge in Belgien sein. Dort werden sich die 38 Besatzungsangehörigen unter dem Kommando von Kapitänleutnant Marco Reinisch dem NATO-Verband (Standing NATO Mine Counter Measures Group 1, kurz SNMCMG 1) anschließen, der aktuell unter norwegischem Kommando steht. Das Flaggschiff ist das Versorgungsschiff „Valkyrien". An der SNMCMG 1 beteiligen sich derzeit Einheiten der belgischen, niederländischen und estnischen Marine.
„Ein Höhepunkt neben der Teilnahme an den Manövern NORTHERN COAST und JOINT WARRIOR ist sicherlich die Übung HOD (Historical Ordonance Disposal) in der Somme-Bucht. Dabei soll im Englischen Kanal Munition aus dem Zweiten Weltkrieg aufspürt und beseitigt werden. Für dieses Manöver wurden auch vier Minentaucher aus Eckernförde an Bord der Fulda eingeschifft"
, sagt Kapitänleutnant Reinisch.

Große Bedeutung wird für Boot und Besatzung auch die Fahrt nach Scapa Flow in Schottland haben. „Dort hat sich nach Ende des Ersten Weltkrieges die Kaiserliche Hochseeflotte selbst versenkt, um eine Übernahme ihrer Kriegsschiffe zu verhindern", erklärt der Kommandant. „Und fast 100 Jahre später besuchen wir diesen Ort als Teil eines NATO-Verbandes. Das ist schon eine besondere Situation."
Im weiteren Verlauf des Einsatzes sind unter anderem Hafenbesuche in Oslo (Norwegen), Edinburgh und Glasgow (beide Schottland), Boulogne (Frankreich) und Cork (Irland) geplant. Das Highlight stellt jedoch der Besuch der britischen Hauptstadt London dar.
Mitte Dezember wird das zum 3. Minensuchgeschwader gehörende Boot samt seiner Besatzung in Kiel wieder zurückerwartet.


