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Militärsport auf weltklasse Niveau

Eckernförde, 24.07.2012.
„Kein Sieger glaubt an den Zufall“, heißt es in Sportlerkreisen. Denn während der Zufall das Eintreten eines unvorhergesehenen Ereignisses bezeichnet, ist mit einem Sieg Ehrgeiz, Talent und hartes Training verbunden. Dass es dabei trotzdem zu Überraschungen kommen kann, zeigte sich während des internationalen Vergleichswettkampfes im Maritimen Fünfkampf vom 11. bis 17. Juli in Eckernförde. Der Wettbewerb war für die Militärsportler gleichzeitig die letzte Generalprobe vor der im August stattfindenden Weltmeistermeisterschaft in Schweden.

Maat Gellert muss über die sich drehende Rolle.
Kraft und Ausdauer beim Hindernisschwimmen (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Raphael Keller)Größere Abbildung anzeigen

Der Maritime Fünfkampf besteht aus den Disziplinen Laufen, Tauchen, Schwimmen, Rudern, Klettern, Schießen, Balancieren und Schießen. Um hier Topplatzierungen zu erreichen, bedarf es also einer hohen sportlichen Koordination.

Den Auftakt des Wettkampfes machte der Hindernislauf. Hauptbootsmann Matthias Wesemann erzielte in dieser Disziplin eine Topleistung, die fast an die bestehende Weltbestzeit heranreichte: Mit sage und schreibe 5,2 Sekunden Vorsprung konnte er den Lauf vor dem Polen Karol Morek und dem Schweden Lars Ekmann für sich entscheiden. Bei den Frauen sicherte sich dagegen Caroline Buunk aus Norwegen die Spitzenposition.

Zweite Disziplin - Das Lebensrettungsschwimmen

Ohne längere Ruhepause ging es weiter, die zweite Disziplin des Tages stand auf dem Programm: Das Lebensrettungsschwimmen. Hierbei ging es um die Kombination aus Tauchen, Kleiderschwimmen und Bergen einer Puppe – alles verteilt auf 75 Meter Distanz.

Durch den krankheitsbedingten Ausfall des deutschen Favoriten, Bootsmann Jörg Porschhöfer, ging der Sieg an Jesper Levander aus Schweden. Auch bei den Frauen herrschte eine hohe Konkurrenz um den Sieg. Caroline Noedvall sorgte hier für einen schwedischen Doppelsieg.

Obermaat Dierk Schulke beim Seemannschaftwettbewerb.
Disziplin: Seemannschaft (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Giacomo Gellert)Größere Abbildung anzeigen

Dritte Disziplin - Die Seemannschaft

Zum der wohl spannendsten Wettkampf zählte die dritte Disziplin im Maritimen Fünfkampf, der Seemannschaftswettbewerb. Bevor die Militärsportler die Ruder in die Hand nehmen konnten, musste sie zuvor noch an Land ihre seemännischen Fertigkeiten unter Beweis stellen.

Maat Giacomo Gellert lieferte sich ein packendes Duell mit Karol Morek. Nach einem Kopf an Kopf Rennen kamen beide gleichzeitig ins Ziel, so dass sich Deutschland und Polen das oberste Siegertreppchen teilen durften. Bei den Frauen siegte erneut die Norwegerin Bluunk.

Wesemann beim Hindernisschwimmen in der Schwimmhalle.
Beim Hindernisschwimmen geht es um jede Sekunde (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Raphael Keller)Größere Abbildung anzeigen

Vierte Disziplin - Das Hindernisschwimmen

Nach dem Lebensrettungsschwimmen ging es zum zweiten Mal ins kühle Nass: In der vierten Disziplin galt es, eine Hindernisbahn, bestehend aus einer sich drehenden Rolle sowie einem Tauchhindernis, zu bezwingen. Die Distanz: 125 Meter.

Mit großem zeitlichen Vorsprung konnte der Pole Mateusz Szurmiej all seine Konkurrenten abhängen. Durch Ehrgeiz angetrieben und den Gesamtsieg vor Augen erkämpfte sich Hauptbootsmann Wesemann den zweiten Platz. Dritter wurde der Pole Lukasz Zieba. Bei den Frauen stach wiederholt die Norwegerin Caroline Nordvall durch ihre beachtlichen Leistungen hervor und holte sich so den ersten Platz.

Spitzensportler Hauptbootsmann Wesemann.
Konzentriert zum Sieg des Amphibischen Geländelaufes (Quelle: © 2012 Bundewehr / Raphael Keller)Größere Abbildung anzeigen

Fünfte Disziplin - Der Amphibische Geländelauf

Schlechtes Wetter bestimmte den dritten Tag. Doch auch Hagel und Regen konnten den Sportler letztlich nichts anhaben. Bei dem in drei Aufgaben unterteilten Amphibischen Geländelauf - der letzten für die Gesamtwertung entscheidenden Disziplin - mussten die Sportler eine Strecke von 2.500 Metern zurücklegen. Hier kam es auf die Fähigkeiten Schießen, Paddeln und Zielwerfen an.

Morek, der bislang den Gesamtsieg für sich beanspruchen konnte, rutschte von Platz eins auf Platz sechs, Gellert von Platz sieben auf Platz drei. Die Kombination aus einem fehlerfreien Rennen und der dazu benötigten Konzentration führte für Hauptbootsmann Wesemann zu einem der wohl schönsten Momente innerhalb des Wettkampfes: Er konnte sich durch diese spannende Aufholjagd den Gesamtsieg holen. Bei den Frauen gingen die vorderen Plätze, aufsteigend von Platz drei auf Platz eins, an Jorgensen, Nordvall und Buunk.

Obermaat Schulke überwindet den Schwebebalken.
Auf der Hindernisbahn ist volle Konzentration gefragt (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Raphael Keller)Größere Abbildung anzeigen

Sport verbindet Nationen

Den dritten Platz in der Mannschaftswertung errang Deutschland. Der zweite Platz ging an Schweden. Den Gesamtsieg holte sich das polnische Militärsportteam. Zwar hat sich die Sportfördergruppe aus Eckernförde in der Teamwertung nicht ganz oben platzieren können, aber die Aussichten auf einen möglichen Sieg bei den kommenden Weltmeisterschaften im August lassen erneut den Ehrgeiz aufleben. Aus gesundheitlichen Gründen konnte die einzige Frau im deutschen Team nicht in die Wertung der Frauenkonkurrenz eingreifen.

Internationale Wettkämpfe wie der Vergleichswettkampf in Deutschland tragen nicht nur dazu bei, die von der Bundeswehr geforderte interkulturelle Kompetenz zu stärken, sondern ermöglichen den Sportlern obendrein ihre Leistungen mit denen der anderen zu vergleichen. Für den Zeitraum des Wettkampfes wurden aus guten Bekannten kurzzeitig Konkurrenten, da der Siegeswille bei jedem Athleten den sportlichen Ehrgeiz weckt. Doch am Ende blickt ein Sportler nicht nur gewonnene Medaillen, sondern das faire Miteinander zurück.

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Stand vom: 07.08.12 | Autor: 


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