Begegnungen im Einsatz
Limassol, 25.03.2008, Pressestelle Limassol.
Mitte März im Hafen von Limassol, Zypern. Zwischen zwei „on-task-Phasen“ in der AMO (Area of Maritime Operations) vor der Küste des Libanon liegt die Fregatte HESSEN im Rahmen einer Versorgungspause im Hafen.

Für alle unerwartet, gesellt sich erst ein US-amerikanisches Kriegsschiff, der moderne Lenk-waffenzerstörer USS ROSS, kurz darauf noch ein Zweites, die schon etwas ältere Fregatte USS INGRAHAM, dazu. Ein nicht ganz alltägliches Bild: ein deutsches und zwei US-Marineschiffe haben Heck an Heck im Hafen festgemacht.
Der direkte Vergleich der Schiffe verdeutlicht einen Aspekt der Entwicklung moderner Kriegsschiffe. Waren früher Fregatten in der Regel kleinere Geleitschiffe und Zerstörer deutlich größer, so erreichen erstere heute erheblich größere Dimensionen. Die HESSEN ist mit ihren knapp 6.000 Tonnen Einsatzverdrängung nur noch unwesentlich kleiner als die ROSS, während die INGRAHAM nur etwa halb so schwer ist.

Verändert hat sich auch das Fähigkeitsspektrum. Die HESSEN ist ein Führungsschiff mit Kapazitäten zur weitreichenden Luftaufklärung und –abwehr sowie Seezielbekämpfung. Die moderne Fregatte kann aber auch für klassische Geleitaufgaben eingesetzt werden, ähnlich wie die ROSS.
In früheren Zeiten wäre sie mit Sicherheit ebenfalls als Zerstörer klassifiziert worden, wobei auch hier gilt: Namen sind Schall und Rauch – es zählt das Potenzial. Die US-Kriegsschiffe, von denen zurzeit mehrere im östlichen Mittelmeer stationiert sind, gehören nicht zu den Einheiten der UNIFIL-Mission. Insofern war die Begegnung im Hafen von Limassol eher zufälliger Natur.

Angesichts des Andrangs im Hafen war für die HESSEN beim erneuten Auslaufen auch der Manövrierraum deutlich eingeschränkt. Zumal auch noch ein großes modernes Kreuzfahrtschiff, die COSTA CONCORDIA aus Genua, zusätzlich dort festgemacht hatte. Dieses wiederum war ein Treffen der ganz eigenen Art, verdeutlicht es doch eindrucksvoll die Dimension heutiger Passagierschiffe.
Unter dem Eindruck dieser Begegnungen verließ die HESSEN Limassol seewärts, um wieder für etwa zehn Tage „on task“ Richtung libanesische Küste zu fahren. Ob dort in See oder demnächst wieder im Hafen – ähnliche Zusammentreffen werden sich mit ziemlicher Sicherheit wiederholen.
