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Unter fremden Sternen ... Der zweite und letzte Teil

Mombasa, 11.11.2010, Bernd Schwendel (Radio Andernach).
Als Korrespondent von Radio Andernach hat Hauptmann Bernd Schwendel auf der Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN einiges zu tun. Neben der täglichen Berichterstattung vom Alltag an Bord in die Heimatredaktion in Mayen, begeistert der Moderator die Besatzung mit einem live Radioprogramm über die Bordanlage. Aber nicht nur der Allgemeine Tagesablauf war interessant für den Hauptmann. Vor allem die Kameradschaft auf See hat ihn beeindruckt, wie er im Zweiten Teil seines Berichtes festhielt.

Hauptmann Bernd Schwendel interviewt den Kommandanten der Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN, Fregattenkapitän Nils Brandt.

Interview mit dem Kommandanten (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Yvonne Knoll)Größere Abbildung anzeigen

Meine Arbeit beginnt. Fast immer habe ich Mikrofon und Aufnahmegerät am Mann. Allzeit bereit, Geräusche, Stimmungen, Interviews auf meine MiniDisk zu bannen. Vom Kommandanten der SCHLESWIG-HOLSTEIN, Fregattenkapitän Nils Brandt habe ich völlig freie Hand und Bewegungsfreiheit an Bord. Und einen Auftrag: Ich möge doch in der täglichen Stunde „Rein Schiff“ ein kleines Radioprogramm für die Besatzung machen! Na klar! Ich hatte ja insgeheim gehofft, dass dies möglich sein würde.

Improvisation ist alles! So lege ich mit meinem Schnittplatz-Laptop und dem Radio Andernach Mikrofon los. Täglich, von 10 bis 11 Uhr, gibt’s über die Bordanlage Musik, bunte Moderation. Dank einer täglichen E-Mail aus dem Radio Andernach Regionalstudio Masar-e Sharif, präsentiere ich live die aktuellen Tagesnachrichten.

Das Feedback der Besatzung ist toll und motiviert mich jeden Tag aufs Neue mein Bestes zu geben! Schnell entwickelt sich eine Art „Lager Meet&Greet. Bei Anruf auf meiner Kammer gibt’s einen Gruß aus dem einen in einen anderen Schiffsabschnitt sowie einen Musikwunsch für die Kameraden. Das alles live! Näher am Hörer bist Du nirgends!


Live in alle Einsätze

Hauptmann Bernd Schwendel interviewt einen Soldaten der Marineschutzkräfte.

Interview mit einem MSK-Soldaten (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Yvonne Knoll)Größere Abbildung anzeigen

Mein Hauptauftrag ist aber, als Korrespondent, täglich zwei Mal, von der Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN für Radio Andernach zu berichten. Das klappt wunderbar mittels Satellitentelefon. Die Heimatredaktion aus dem Zentrum Operative Information in Mayen zeichnet mich auf, bearbeitet den Take kurz und dann Abmarsch auf die Sendestrecke! So bin ich zwei Wochen lang, annähernd live, bei unserer Hörerschaft in Afghanistan, Südusbekistan, in Kosovo sowie rund um Sarajevo zu hören.

Zu berichten gibt es für uns „Landratten“ schließlich jede Menge von solch einem Kriegsschiff in der Anti-Piraterie-Mission ATALANTA: Von der Seewache nachts auf der Brücke – ich durfte selbst mal Rudergänger sein und eine große Acht fahren – aus der Kombüse und den Messen, aus dem Leitstand, aus dem Maschinenraum, über die eingeschifften Marinesicherungskräfte (MSK) – ein Zwölf-Mann-Team, das als VPD (Vessel Protection Deployment) an Bord von Handelsschiffen geht und diese vor Piratenangriffen schützt – das eingeschiffte Boarding-Team, gestellt von den Spezialeinsatzkräften Marine (SEK M), die Besatzungen und Techniker der beiden Bordhubschrauber SEA LYNX, aus der Operationszentrale – dem Gefechtsstand der Fregatte – vom Versorgungsmanöver in See durch den Tanker RÖHN der Deutschen Marine und vieles, vieles mehr. Am Ende werde ich ca. 3,5 Gigabyte Tonmaterial aufgenommen haben. Ergebnis ist eine vierstündige Sondersendung, im Radio Andernach Programm.

Zu Zwischenfällen mit Piraten kommt es während meines Aufenthaltes auf der SCHLESWIG-HOLSTEIN nicht. Ein Beweis für die Richtigkeit der Anwesenheit internationaler Kriegsschiffe im Golf von Aden und im Somali Bassin. Davon ist der I SEO, der I. Schiffseinsatzoffizier, Kapitänleutnant Saphörster im Radio Andernach-Interview überzeugt. Auch wenn die Anzahl der bisher geglückten Schiffsentführungen durch Piraten nicht kleingeredet werden dürfe, meint er.

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Beeindruckt von der Besatzung

Sogenanntes Allemannsmanöver: So wird die Fregatte mit Gütern versorgt.

Allemannsmanöver an der SCHLESWIG-HOLSTEIN (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Yvonne Knoll)Größere Abbildung anzeigen

Nach 14 Tagen hautnahem Erleben des Schiffseinsatzalltags, der für unsere Marinesoldaten echt fordernd ist, schiffe ich in Salalah, einer Hafenstadt im Süden des Sultanats Oman, wieder aus.

Ich bin nachhaltig beeindruckt von der Leistung, den Entbehrungen und der Motivation der Besatzung, aber auch von den Momenten der Seefahrerromantik, die ich ebenfalls erleben durfte. Ich kann nach zwei Wochen wieder ausschiffen. Die Männer und Frauen an Bord haben noch einen weiteren Monat in See vor sich. Mittlerweile sind sie, nach genau fünf Monaten Einsatz, wieder im Marinestützpunkt Wilhelmshaven eingelaufen. Statistisch bedeutet das dann 86% in See und nur 14% Hafenliegezeit.

Tief bewegt und dankbar bin ich für die tolle Kameradschaft, an der mich die Besatzung der SCHLESWIG-HOLSTEIN jederzeit hat teilhaben lassen. Ich freue mich der Besatzung ein klein wenig „Radio Andernach – Dein Einsatzradio!“ an Bord, in ihren Einsatz bringen konnte und als Erinnerung daran, die Sondersendung auf CD. Außerdem war es so möglich, auch unseren KFOR- und ISAF-Soldaten die Aufgaben sowie die Einsatzbedingungen unserer Marine im ATALANTA- Einsatz einmal anschaulich vorzustellen.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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