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„Berlin“ verlegt ans Horn von Afrika

Wilhelmshaven, 27.01.2012.
Als am Samstag, den 28. Januar um 11 Uhr, auf dem Einsatzgruppenversorger (EGV) „Berlin“ das Kommando „Alle Leinen los und ein!" ertönte, verließ das größte Schiff der Deutschen Marine ihren Heimatstützpunkt Wilhelmshaven. Unter dem Kommando von Fregattenkapitän Martin Waldmann wird die 230-köpfige Besatzung nach einem 14-tägigen Transit die Fregatte „Lübeck“ bei der Operation Atalanta ablösen.

EGV BERLIN legt mit Hilfe der Schlepper von der Instandsetzungspier ab.
EGV BERLIN und Schlepper (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sophie Fiebeler)Größere Abbildung anzeigen

Mit der „Berlin“ wird erstmals ein Einsatzgruppenversorger zur Operation Atalanta entsandt, der gemessen an dem Auftrag über das Fähigkeitsspektrum einer Fregatte verfügt. Zusätzlich befindet sich an Bord des EGV ein Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ). Das MERZ befähigt die „Berlin“ zur medizinischen Versorgung in See auf dem Niveau eines Kreiskrankenhauses.

„Die „Berlin“ geht nicht als Versorger, sondern als Kampfschiff in den Einsatz. Die Versorgung anderer Schiffe ist eine Nebenaufgabe. Unsere Hauptaufgabe wird darin bestehen, den sicheren Transport der humanitären Hilfsgüter mit Schiffen des Welternährungsprogramms sicherzustellen," sagte Fregattenkapitän Waldmann.

Zur Erfüllung seines Auftrages wird der EGV durch zusätzliches Personal unterstützt. Neben einem Boarding Sicherungsteam (BST) und einem Vessel Protection Detachment (VPD) befinden sich für den Einsatzzeitraum auch eine Bordfacharztgruppe, ein Rechtsberater sowie Feldjäger und ein Sprachmittler an Bord. Weiterhin wird die „Berlin“ durch zwei Bordhubschrauber vom Typ „Sea King“ des Marinefliegergeschwaders 5 aus Kiel verstärkt.

„Mein Wunsch ist es, die Männer und Frauen der „Berlin“ gesund und unversehrt nach Hause zu bringen. Darüber hinaus natürlich, unseren Auftrag zu erfüllen und einen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit in unserem Einsatzgebiet zu leisten," so der Kommandant.


Hintergrundinformationen

Angehörige der Besatzung Verabschieden den EGV BERLIN in den Einsatz.
EGV BERLIN in der Schleuse (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sophie Fiebeler)Größere Abbildung anzeigen

Der Deutsche Bundestag hat am 1. Dezember 2011 beschlossen, sich weiterhin für die Dauer eines Jahres mit einem signifikanten Beitrag an der Bekämpfung der Piraterie vor der somalischen Küste zu beteiligen.

Die EU-geführte Operation Atalanta hat zum Ziel, den humanitären Zugang nach Somalia durch Schutz von Schiffen des Welternährungsprogramms (WEP) und der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) sicherzustellen. Aktive Piraten vor der Küste Somalias und seinen Nachbarländern sollen abgeschreckt und die Seeräuberei eingedämmt werden.

Die Operation soll zum einen die durch Piratenüberfälle gefährdete humanitäre Hilfe für die Not leidende somalische Bevölkerung sicherstellen. Zum anderen trägt die Operation dazu bei, den zivilen Schiffsverkehr auf den dortigen Handelswegen zu sichern, Geiselnahmen und Lösegelderpressungen zu unterbinden und das Völkerrecht durchzusetzen.

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Stand vom: 15.11.12 | Autor: 


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