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Eine gemeinsame Sprache

Wilhelmshaven, 17.09.2012, Bundeswehr „aktuell“.
Fregattenkapitän Christian Meyer war bis Anfang August als Commander Task Group (CTG) des deutschen Einsatzkontingents UNIFIL eingesetzt. Mit Bundeswehr „aktuell“ sprach der 43-Jährige über den Einsatz und seine Erfahrungen.

Welche Schwerpunkte hatten Sie mit ihren Soldaten in den vergangenen Monaten zu meistern, und was waren die Höhepunkte dabei?

Steht zur Begrüßung an der Pier in Limassol: Fregattenkapitän Meyer.
Einlaufen in den Hafen (Quelle: © 2012 Bundeswehr )Größere Abbildung anzeigen

Wie in den Vorkontingenten war der Auftrag des 19. UNIFIL-Kontingents, die libanesische Marine durch Ausbildung zu unterstützen und einen Beitrag zur Maritime Interdiction Operation der Vereinten Nationen zu leisten. Beide Aufgaben laufen professionell und finden in der Region viel Anerkennung. Jenseits davon haben die Entwicklung der Sicherheitslage insgesamt und die Geschehnisse in Syrien viel Aufmerksamkeit verlangt, um abzuschätzen, ob und inwieweit sich Auswirkungen auf den Einsatzauftrag ergeben.

Zusätzlich war der Kontingentzeitraum durch organisatorische Aufgaben bestimmt. Dazu gehörten zum einen das Ende des Einsatzzeitraums der Minenabwehrboote „Auerbach/Oberpfalz“ und „Ensdorf“ sowie die Übernahme der Einsatzaufgaben durch die Schnellboote S 71 „Gepard“ und S 73 „Hermelin“. Vorbereiten und Durchführen dieses Bootswechsels, einschließlich der Systemunterstützungsgruppen bei Aufrechterhalten der Einsatzlogistik haben viel Aufmerksamkeit gefordert Zum anderen stützt sich das UNIFIL-Kontingent nach Weggang des Tenders „Rhein“ hinsichtlich Führung und Logistik vollständig auf Land ab. Auch das war vorzubereiten.

Portrait: Fregattenkapitän Christian Meyer.
Fregattenkapitän Christian Meyer (Quelle: © 2012 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Wie sind Sie auf Ihre Aufgabe als CTG vorbereitet worden?

Das 7. Schnellbootgeschwader war seit 2006 immer wieder im UNIFIL-Einsatz. Deshalb ist im Geschwader eine Menge Wissen und Erfahrung verfügbar. Das war die Grundlage meiner persönlichen Vorbereitung, auf die dann umfangreiche Einweisungen durch das Einsatzführungskommando und Flottenkommando aufsetzten.

All das gibt ein recht gutes Bild über die Operation und die Aufgaben. Unverzichtbar ist dennoch ein intensives Selbststudium über die Region, beispielsweise. die politischen, kulturellen, geschichtlichen und religiösen Zusammenhänge.

Wie gestaltete sich die tägliche internationale Zusammenarbeit mit den libanesischen Streitkräften und den Vereinten Nationen (UNO)?

Das Verhältnis zur libanesischen Marine ist partnerschaftlich wenn nicht sogar freundschaftlich. Die libanesischen Marineangehörigen gehen herzlich auf die Deutschen zu. Die Angehörigen der Bundeswehr genießen ein sehr hohes Ansehen und Vertrauen. Das alles prägt die Zusammenarbeit mit den libanesischen Streitkräften. Die Zusammenarbeit mit den Bereichen der Vereinten Nationen war eingespielt und routiniert. Ich denke, dass das nach den Jahren, über die UNIFIL läuft, auch niemanden überraschen kann. Natürlich folgen die Abläufe anderen Regeln und Verfahren, als ich es aus der NATO gewohnt bin.

Ein maritimer UNO-Verband setzt sich auch aus anderen Nationen zusammen, als es sonst die Regel ist. Das bringt neue Eindrücke und auch Erfahrungen. Es hat sich für mich allerdings auch wieder bestätigt, dass die Seeleute aller Nationen letztlich eine gemeinsame Sprache sprechen und dieselben Fragen, Sorgen und Probleme haben. Das erweist sich immer wieder als die wichtigste Grundlage, um schnell zu einer guten Zusammenarbeit zu finden.

Was kommt nach dem Einsatz für Sie als nächstes?

Ich kehre zurück in das 7. Schnellbootgeschwader. In Warnemünde wartet dann schon die Ausbildung der nächsten Einsatzbesatzungen auf mich.

Die Fragen stellte Torsten Sandfuchs-Hartwig.

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Stand vom: 21.09.12 | Autor: 


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