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Showdown zweier schlagkräftiger Truppen

Limassol, 21.12.2007, Pressestelle Limassol.
High Noon auf dem Versorgungsschiff DONAU. Es war 12 Uhr mittags im deutschen UN-Stützpunkt in Limassol, als sich die Mitglieder der deutschen Taekwondo-Nationalmannschaft und deutsche Minentaucher zu einem freundschaftlichen Schlagabtausch auf dem Flugdeck trafen.

Bei solch geballter Kraft staunen die deutschen Soldaten nicht schlecht

Bei solch geballter Kraft staunen die deutschen Soldaten nicht schlecht (Quelle: © 2007 Bundeswehr / Pressestelle Limassol)Größere Abbildung anzeigen

In aller Härte kam man sich im sprichwörtlichen Sinne nahe und lernte sich gegenseitig schätzen. Unsere Minentaucher waren vor allem von Levent Tuncat, dem 19-jährigen zweifachen Taekwondo-Europameister, beeindruck. Der mit 58 Kilogramm Körpergewicht doch eher schmächtige Kampfsportler wirbelte wie ein Derwisch übers Deck und teilte mit seinen Füßen harte und präzise Tritte in allen Richtungen aus.

Das bekam vor allem Korvettenkapitän Arne Krüger zu spüren, obwohl er mehr als einen Kopf größer und mit einem Körpergewicht von 86 Kilogramm auch erheblich schwerer ist, als sein Kontrahent. „Die Schläge gingen durch Mark und Bein,“ stellte Krüger nach dem kurzen aber heftigen Schlagabtausch respektvoll fest.


Auf dem Schnellboot PUMA: Daumen hoch für die deutschen UN Soldaten

Auf dem Schnellboot PUMA: Daumen hoch für die deutschen UN Soldaten (Quelle: © 2007 Bundeswehr / Pressestelle Limassol)Größere Abbildung anzeigen

Mitleid war allerdings fehl am Platz. Hatte Korvettenkapitän Krüger sich die Chose schließlich selber eingebrockt, denn er hatte die Taekwondo-Mannschaft eingeladen. Man hatte sich zufällig am Flughafen von Larnaca (Zypern) getroffen und war ins Gespräch gekommen. Die Themen: Kampfsport, Kampfschwimmer und Minentaucher.

Und wie es so oft geht, wenn Zivilisten und Soldaten aufeinander treffen, wurden die militärischen Begriffe heillos durcheinander geschmissen. „Ich zeig’ Ihnen mal, was richtige Minentaucher sind und welche Aufgaben sie haben,“ so Krüger schließlich zum Taekwondo-Sportdirektor Udo Wilke.

Gesagt, getan. Am Sonntag waren sie alle da, die olympischen Kampfsportler und ihre Betreuer. Unter anderem Damen-Bundestrainer Markus Kohlöffel, Herren-Bundestrainer Waldemar Helm, Sportdirektor Udo Wilke, die Sportsoldaten Boris Winkler, Sümeyye Gülec (WM- und EM-Bronze) und Daniel Manz (Militärweltmeister), die Schüler und Azubis Bashir Adam (EM-Bronze), Pinar Budak (Europameister, Weltcup-Zweiter) und Levent Tuncat (zweifacher Europameister).


Gruppendynamischer Kraftaufbau

Gruppendynamischer Kraftaufbau (Quelle: © 2007 Bundeswehr / Pressestelle Limassol)Größere Abbildung anzeigen

Die deutschen Soldaten haben ihnen gezeigt, was zu einem richtigen Minentaucher gehört, sowohl vom Geist her, als auch von der Ausrüstung. Levent Tuncat jedenfalls konnte sich trotz seiner Geschicklichkeit kaum mehr bewegen, als er in den EOD-7B-Anzug gesteckt wurde. „Wie eine Schildkröte fühlt sich das an,“ so Tuncat. Eindruck machte auch die Kampfausrüstung für die Bombenbeseitigung an Land. Als Tuncat „eingerüstet“ war, wog er 42 Kilogramm mehr als „ohne“. „Taekwondo ist in so einer Ausrüstung nicht mehr möglich,“ flüsterte Sportsoldatin Sümeyye Gülec ihrem Nachbarn zu.

Erstaunen dann auch bei den gemeinsamen „Gymnastik-Übungen“ auf dem Flugdeck der DONAU. Nach jeweils 50 Liegestützen, Sit-Ups und Kniebeugen an einem Stück war keiner der Kämpfer des traditionellen koreanischen Kampfsports mehr fähig, mit ruhiger Hand einen gezielten Schlag auszuführen.

Zittrig wäre es schon gegangen, aber nur auf Kosten der Präzision. Die Minentaucher dagegen machten noch weiter eine „Serie“ nach der anderen. Bei ihnen spielt vor allem die Kraftausdauer eine große Rolle. In Punkto Beweglichkeit und Schnelligkeit waren sie allerdings den flinken Sport-Profis eindeutig unterlegen.


Bauchmuskeltraining auf Minentaucherart

Bauchmuskeltraining auf Minentaucherart (Quelle: © 2007 Bundeswehr / Pressestelle Limassol)Größere Abbildung anzeigen

Bei der anschließenden Führung auf dem Tender DONAU und durch das Schnellboot S 72 PUMA waren die zukünftigen Olympioniken auffallend ruhig. Über die Technik, die Bewaffnung und vor allem über den engen Raum, auf dem unsere Soldaten Hand in Hand arbeiten müssen, staunten die Besucher nicht schlecht.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Offiziermesse der DONAU und Gesprächen mit dem Kommandanten, Korvettenkapitän Hauke Bunks, waren unsere Sport-Gäste voll des Lobes. „Uns haben vor allem der freundschaftliche und familiäre Umgangston und gleichzeitig die hohe Professionalität der Truppe gefallen,“ resümierte Sport-Direktor Udo Wilke mit einem breiten Lächeln. „Ach ja, noch etwas: Wir werden niemals mehr Kampfschwimmer mit Minentauchern verwechseln. Die „Serien“ waren uns eine gute Lehre.“

Derzeit sind rund 700 deutsche Marinesoldaten auf Zypern stationiert. Die Mittelmeerinsel dient als Stützpunkt für den maritimen UN-Libanoneinsatz. Die deutschen Blauhelme verhindern den Waffenschmuggel in den Libanon. Dazu gehören auch Minentaucher aus Eckernförde die als Kampfmittelbeseitiger deutsche Schiffe im Hafen von Limassol vor möglichen terroristischen Bombenanschlägen schützen.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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