„Besatzung auf Gefechtsstation!“
In See, 18.09.2012.
Die letzten zwei Wochen führten das Minenjagdboot „Fulda“ mit dem Ständigen NATO Minenabwehrverband 1 vor die Küste Dänemarks. Dort stand das Manöver Danish Exercise/Northern Coast (DANEX/NOCO) mit über 50 Einheiten aus Mitgliedsländern der NATO und PfP-Nationen an. Flugzeug- und Speedbootangriffe wurden abgewehrt sowie Übungsminen gesucht, gefunden und geborgen.

In der ersten Woche des Manövers folgten wir einem strukturierten Ablaufplan. Zu den Übungen gehörten unter anderem das Ausschauhalten und Abwehren von Angriffen. Dabei mussten wir zunächst durch wiederholtes Ansprechen des mutmaßlichen Angreifers diesen als solchen identifizieren. Dann erst durfte durch simuliertes Feuer abgewehrt werden. Der scharfe Schuss wurde auf einer Art Schießbahn auf See geübt. Dort wurden feindliche Boote durch schwimmende Seeziele und Flugzeuge durch Drohnen ersetzt, die wir mit den Bordwaffen bekämpften sollten. Zum Einsatz kamen das Marineleichtgeschütz als Hauptwaffe des Bootes sowie die vier an Bord befindlichen Maschinengewehre.
Neben dem Schießtraining folgten auch allgemeine seemännische Manöver. Besondere Herausforderung war eine Search and Rescue Übung, bei der uns die ungefähre Position einer vermissten Person gemeldet wurde. Aufgabe der „Fulda“ war es, diese Position nach der Person abzusuchen und sie zu retten. Herausfordernd bei solch zeitkritischen Rettungsaktionen ist die akribische Berücksichtigung aller Umweltfaktoren, wie Strömung, Wind und Wellengang, die ein Auffinden der Person sehr erschweren.
Minen finden und Speedbootangriffe abwehren

Auf die erste Übungswoche folgte die Zeit der sogenannten Freeplay-Phase. Unterschied war, dass es nun keinen genauen Ablaufplan mehr gab und sich Ereignisse dynamisch entwickeln konnten. Während dieser Phase war es die Aufgabe des Minenabwehrverbandes der NATO und der „Fulda“, speziell gelegte Übungsminen um Hafenzufahrten zu finden und diese frei zu räumen, damit andere Einheiten diesen sicher anlaufen konnten. Erschwerend kam bei der Operation hinzu, dass jederzeit die Gefahr eines Flieger- oder Speedbootangriffs bestand. Dank der guten Zusammenarbeit mit einer finnischen Korvette und anderen Schiffen verschiedener Länder, konnte die Besatzung der „Fulda“ ihren Teil der Mission schnell und sicher erfüllen.
Im Anschluss an das große Manöver machte sich die SNMCMG 1 weiter zur nächsten Anlaufstation in Richtung Oslo auf den Weg. Die Passage des Skageraks, der Schnittstelle zwischen Nord- und Ostsee, war dabei für viele Besatzungsmitglieder ein neues Erlebnis. Denn hier wurde uns der sofortige Unterschied zwischen der relativ ruhigen Ostsee und der stürmischen Nordsee deutlich.

