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Atalanta-Blog: Die Fregatte „Bremen“ im Einsatz

Collage: Fregatte „Bremen“ mit Buch-Icon.
Fregatte „Bremen“ in See (Quelle © 2012 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

In See (Fregatte „Bremen“), 20.08.2012.
Am 7. Mai machte sich die Fregatte „Bremen“ unter dem Kommando von Fregattenkapitän Ingolf Schlobinsky auf den Weg in ihren zweiten Auslandseinsatz bei Atalanta. Am Horn von Afrika löste sie nun die "Berlin" beim Schutz der Seewege und Kampf gegen Piraterie ab. Obermaat René G. berichtet regelmäßig von seiner Zeit auf der Fregatte und den Eindrücken aus dem Einsatzgebiet.


20. August 2012

Collage:Fregatte „Bremen“ in See mit Buch-Icon.
Fregatte „Bremen“ auf dem Weg nach Hause (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Markus Jenzer)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Auslaufen aus Mombasa unternahm die „Bremen“ nun wieder in gewohnter Manier Seeraumüberwachung im Einsatzgebiet, wobei die Fahrt bis an die südlichen Grenzen des Einsatzgebietes führte. Während der Tage auf See gingen bereits die Erzählungen all jener Kameraden durch das Schiff, welche bereits einmal auf den Seychellen gewesen waren, sodass die Vorfreude in der Besatzung auf den anstehenden Hafenaufenthalt mit jedem Tag wuchs.

Die Erwartungen der Besatzung wurden mit Sicherheit nicht enttäuscht, denn die Seychellen zeigten sich während der vier Tage, die die „Bremen“ im Hafen von Port Victoria lag, von ihrer besten Seite. Leider neigt sich jeder Hafenaufenthalt irgendwann dem Ende entgegen, sodass das Auslaufen am 30. Juli doch recht bald kam und viele Besatzungsangehörige gerne noch den einen oder anderen Tag länger geblieben wären.

Nach dem Auslaufen verlegte die „Bremen“ wieder gen Norden und führte an der somalischen Küste Aufklärungsflüge der Bordhubschrauber durch. An Bord wurde derweil bereits täglich die gegenwärtige Position der Fregatte „Sachsen“ verfolgt, welche die „Bremen“ am 09. August in Dschibuti ablösen sollte.

Nach pünktlichem Einlaufen in den Hafen von Dschibuti wurde auf der „Bremen“ ebenso wie auf der Fregatte „Sachsen“ unverzüglich mit der Übergabe des „Staffelstabes“ begonnen. Mit tatkräftiger Unterstützung der DVUG wurde für den Einsatz benötigtes Material auf die „Sachsen“ verbracht, das Boardingteam der „Bremen“ ausgeschifft und die beiden Bordhubschrauber für den Transport in die Heimat vorbereitet. Parallel hierzu wurden im Rahmen einer großen Proviantübernahme noch ein letztes Mal die Lasten der „Bremen“ gefüllt um für den folgenden Auftrag und die Heimfahrt gerüstet zu sein. Die formelle Kontingentübergabe erfolgte am 09. August im Beisein der Besatzungen beider Schiffe auf dem Flugdeck der Fregatte „Sachsen“.

Der Einsatz „Atalanta“ ist für die Fregatte „Bremen“ somit beendet. Normalerweise verlegt die abgelöste Einheit im Anschluss an die Übergabe auf schnellstem Wege zurück nach Wilhelmshaven. Die „Bremen“ hat diesmal allerdings noch einen Folgeauftrag zu absolvieren, welcher sie zunächst in die entgegengesetzte Richtung führen wird. Im Rahmen des „Deutsch-Indischen Jahres“ wird die Fregatte „Bremen“ den Hafen von Mumbai besuchen und somit ihren Beitrag zu den Feierlichkeiten anlässlich des 60 jährigen Bestehens diplomatischer Beziehungen Deutschlands und Indiens zu leisten. Im Gegensatz zu den Anforderungen im Rahmen von „Atalanta“, stellt dieser Auftrag als „Botschafter in Blau“ andere und für viele Besatzungsmitglieder auch völlig neue Anforderungen, sodass der Aufenthalt in Mumbai in der Besatzung mit großer Spannung erwartet wird.

Die Fregatte „Bremen“ meldet sich somit ab und wünscht der Fregatte „Sachsen“ viel Erfolg und das notwendige Quäntchen Glück im Einsatz. Für die „Bremen“ war es eine gute Zeit im Einsatzgebiet. Alle Aufträge vom Eskortieren von Schiffen des WFP und AMISOM, bis hin zu Aufklärungsmissionen konnten erfolgreich abgeschlossen werden, sodass die Besatzung wohl zu Recht stolz auf Ihre Leistung sein kann. Die in den vergangenen Monaten besuchten Häfen boten interessante, aber auch oft anstrengende Tage und eröffneten neue Blickwinkel, insbesondere auf Afrika. Alles in allem wird dieser Einsatz der Besatzung noch lange in guter Erinnerung bleiben.

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22. Juli 2012

Die Fregatte „Bremen“ liegt zur Proviantaufnahme im Hafen in Mombasa und Buch-Icon.
Fregatte „Bremen“ im Hafen (Quelle: © 2012 Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nach den häufig wechselnden Aufgaben der letzten Wochen im Einsatz versprach der anstehende lange Hafenaufenthalt in Mombasa eine Abwechslung vom bisherigen Einsatzalltag. Entsprechend groß war die Vorfreude, welche am Einlauftag im Schiff zu spüren war, auch wenn zunächst einmal harte Arbeit auf dem Plan stehen sollte. Die mittlerweile wieder arg zusammengeschrumpften Bestände mussten aufgefüllt werden. Waren es in Dschibuti 20 Tonnen, sollten es diesmal gleich 35 Tonnen sein, verpackt in neun „handliche“ Frachtcontainer.

Wie es aber nun einmal des Öfteren in den hiesigen Breiten vorkommt, hatte diese Planung nicht sonderlich lange Bestand. Da der geplante Liegeplatz nicht frei war, ankerten wir vorerst außerhalb und verschoben die Proviantübernahme auf den nächsten Tag. Auch am nächsten Tag gab es Probleme, die Lieferung war nicht da. Um nun nicht noch einen oder gar mehrer Tage mit dem Warten auf unseren Proviant zu verbringen, wurde ausnahmsweise entgegen des Grundsatzes, dass das Vergnügen erst nach der Arbeit folgen solle, entschieden, die Arbeit auf den geplanten Auslauftag zu verschieben und die Besatzung - selbstverständlich mit Ausnahme der Schiffshafenwache – in den Hafenaufenthalt zu entlassen.

Die freien Tage, welche jedem Besatzungsmitglied zwischen den Wachen und anderen Diensten zur Verfügung standen, konnten für Safaris oder Erkundung der näheren Umgebung Mombasas genutzt werden. Dies stellte eine willkommene und erholsame Abwechslung dar, nachdem nun über die Hälfte des Einsatzes hinter der „Bremen“ und ihrer Besatzung liegt.

Die Proviantübernahme am 21. Juli musste dann zwar aufgrund der weiterhin verspäteten Lieferung etwas verschoben werden, konnte aber am späten Nachmittag doch noch beginnen. Im „Alle-Manns-Manöver“ wurde in bekannter Weise der Inhalt aller neun Container an Bord gebracht, was bis in die Nacht dauerte. Da ein nächtliches Auslaufen nicht möglich war, wurde dieses bereits im Vorfeld verschoben, sodass die „Bremen“ am Morgen des 22. Juli zwar leicht verspätet, dafür aber wieder voll ausgerüstet und mit einer gut erholten und einsatzbereiten Besatzung den Hafen von Mombasa verlassen konnte.

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1. Juli 2012

Der Schiffsarzt der Fregatte „Bremen“ bot sich für das Manöver „Mann über Bord“ an.
Manöver „Mann über Bord“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem fordernden Hafenaufenthalt in Dschibuti stand für die Besatzung der Fregatte „Bremen“ erst mal ein Wochenende in See an. Auch wenn ein solches natürlich nicht mit einem freien Wochenende in Deutschland zu vergleichen ist, bietet es dennoch einen gewissen Freizeitwert, welcher für die Regeneration der Besatzung dringend notwendig war und auch genutzt wurde. Sei es um den verpassten Schlaf nachzuholen oder einfach nur in Ruhe einen Kaffee in der Messe zu trinken.

An einer Stelle gibt es jedoch keinen Unterschied zwischen Wochenenden zu Hause und Wochenenden in See: Sie enden meist recht schnell. Da nun aber die allermeisten Besatzungsmitglieder Gelegenheit hatten, sich zumindest einen halben Tag lang zu erholen, konnten die anstehenden Aufgaben, welche die Fregatte „Bremen“ in See erwarteten wieder mit der altbekannten Tatkraft angegangen werden.

Somit widmeten wir uns wieder der Überwachung einzelner Seegebiete im Golf von Aden, sowie diversen Aufklärungsaufträgen. Darüber hinaus leisteten wir einem Frachtschiff Hilfe, welches aufgrund von Problemen an seiner Antriebsanlage mitten im Golf von Aden aufstoppen musste. Auch wenn keine Hilfe bei der Instandsetzung nötig war, konnten wir das treibende Schiff dennoch durch unsere bloße Anwesenheit sichern, bis es seine Fahrt wieder aufnehmen konnte.

Die restliche Zeit in See wurde selbstverständlich auch diesmal wieder für diverse Ausbildungsvorhaben genutzt. Neben Gefechtsdienst und Schiessausbildungen stand ebenso ein Mann über Bord Manöver auf dem Programm, wobei hier einmal am „echten“ Menschen geübt werden konnte. Normalerweise ist der „Mann“, welcher über Bord geht, eine Übungspuppe, die gemeinhin auf den Namen Oskar hört. Oskar wurde nun diesmal durch unseren Schiffsarzt ersetzt, der - selbstverständlich mit Schwimmweste und zu einem festgelegten Zeitpunkt - über Bord ging und somit ein realistisches Übungsobjekt bot.

In den letzten Tagen macht uns nun wieder der durch den vorherrschenden Monsun angepeitschte Seegang zu schaffen. Da wir uns auf unseren nächsten Hafen zubewegen und somit wieder weiter ostwärts verlegen mussten, hatten wir keine andere Wahl, als den „Windschatten“ des Horns von Afrika zu verlassen. Es ist aber zu beobachten, dass diesmal etwas weniger blasse Gesichter im Schiff zu sehen sind, als beim letzten stärkeren Seegang. Der eine oder andere hat sich nun doch noch an die Schaukelei gewöhnt, auch wenn es keine Schande ist, wenn einem dies nicht gelingt. Seegang gehört nun einmal zur Seefahrt dazu, ebenso wie seine Folgen.

Somit blickt die Besatzung weiterhin recht entspannt nach vorne. Man hat sich mittlerweile im Einsatz eingerichtet, die Routinen an Bord funktionieren und für die nächsten Wochen sind neue Aufgaben und vor allem neue und interessante Häfen zu erwarten.

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24. Juni 2012

Fregatte „Bremen“ bei voller Fahrt.
Schiff und Besatzung wieder „klar für alle Fahrtstufen“ (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Peter Straub)Größere Abbildung anzeigen

Wer zum ersten Mal in seinem Leben an einer großen Proviantübernahme an Bord einer Fregatte teilnimmt, oder auch nur dabei zuschaut, ist meistens mit schierem Unglauben erfüllt, wohin all die Sachen eigentlich im Schiff sollen. Denn riesige Lagerhallen, in welche man zum Beispiel zehn Europaletten mit Mineralwasser im Handumdrehen einstauen und ganz nebenbei auch noch seefest machen könnte, sucht man an Bord vergeblich. Ebenso gibt es keine geräumigen Ladeluken, wie auf Handels- oder Versorgungsschiffen.
Nach den Wochen auf See, welche am 14. Juni beim Einlaufen in Dschibuti hinter Schiff und Besatzung lagen, konnten einige Besatzungsmitglieder eine gute Mütze voll Schlaf vertragen, wie an den jeweiligen Gesichtern deutlich abzulesen war. Damit wurde es jedoch erst mal nichts.

In den drei Tagen, an denen sich die Fregatte „Bremen“ im Hafen von Dschibuti befand, brachte die Besatzung im „Allemannsmanöver“ geschätzte 20 Tonnen Proviant und Getränke an Bord. Hierbei wurden wirklich alle Bestände aufgefüllt – von frischem Obst und Gemüse über Tiefkühlfleisch bis hin zu Mehl und Cola war alles dabei. Die Besatzung bildete also nach altbekannter Methode eine Menschenkette von der Pier bis in die Proviantlasten des Schiffes und beförderte jedes einzelne Teil von Hand zu Hand nach unten an seinen vorgesehenen Platz. Eine wahrhaft schweißtreibende Angelegenheit bei gemessenen 37°C.

Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Verbrauchsmaterial und Ersatzteile, angefangen bei Toilettenpapier bis hin zu Teilen, welche für Instandsetzungen an den technischen Anlagen des Schiffes benötigt werden, wurden aufgefüllt. Dieses Material wurde des Nachts mit zwei Maschinen der Luftwaffe eingeflogen und per LKW in den Hafen transportiert. Vor dem Schiff warteten also ungeachtet der späten Stunde bereits die Logistiker des Schiffes, um „ihr“ Material in Empfang zu nehmen und zu sichten, sowie die Techniker, welche ebenfalls noch in der Nacht damit anfingen, ihre Reparaturen durchzuführen.

Schließlich waren dann am Sonntagabend auch noch die letzten Dinge an Bord gebracht, die Pier aufgeklart und vom angefallenen Müll befreit, sodass dem Auslaufen mit einer nun wieder vollausgerüsteten Fregatte „Bremen“ nichts mehr im Wege stand, was nach erfolgreicher Kraftstoffübernahme am Sonntagabend dann auch stattfand.

Da die Besatzung sich in den zurückliegenden arbeitsreichen Tagen die Anerkennung der Schiffsführung verdient hatte, wurde der Montag auf See zum Sonntag erklärt und konnte zur Regeneration genutzt werden, so dass am Dienstag nicht nur das Schiff, sondern auch die Besatzung wieder „klar für alle Fahrtstufen“ war.

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18. Juni 2012

Collage: Fregatte „Bremen“ bei einem Seeversorgungsmanöver mit der „Fort Viktoria“, Hilfsschiff der britischen Royal Navy und Buch-Icon.
Versorgungsmanöver auf hoher See (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Pressestelle Dschibuti)Größere Abbildung anzeigen

„Welches Datum haben wir heute?“„Ist heute Mittwoch?“ Diese Fragen hörte man in den letzten Tagen vermehrt an Bord. Kein Wunder, da diese Dinge auf See für manch einen in der Besatzung zur Nebensache werden, wenn man bereits seit mehreren Wochen durchgängig auf See ist und seinen gesamten Tagesablauf hauptsächlich nach den zu absolvierenden Seewachen und Konstanten wie der Morgenmusterung und dem Reinschiff ausrichtet.

Langweilig wurde es der Besatzung der „Bremen“ selbstverständlich trotz dieser zu vermutenden Eintönigkeit nicht. Zwischen der konsequenten Aus- und Weiterbildung der Besatzung in allen Bereichen, Flugbetrieb und einem Seeversorgungsmanöver blieb auch in der vergangenen Woche keine Zeit zum Langweilen.

Zum Wochenende konnten wir selbstverständlich auch an Bord den Start der Fußball-EM verfolgen. Glücklicherweise war es in der sprichwörtlichen „letzten Minute“ gelungen, den Empfang des Bundeswehrsenders zu ermöglichen. Dieser Sender überträgt die Spiele aus dem öffentlich rechtlichen Fernsehen in die Einsatzgebiete. Somit waren die Aufenthaltsräume besonders zu den Spielen der deutschen Nationalmannschaft entsprechen voll und die Siege konnten auch fernab der Heimat bejubelt werden.

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5. Juni 2012

Collage: Ein Soldat seilt sich von einem Hubschrauber ab und Buch-Icon.
Soldat beim Boarding (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Pressestelle Dschibuti)Größere Abbildung anzeigen

Die Fregatte „Bremen“ steht nun bereits seit zwei Wochen in See. Gleichwohl werden die Tage auf See im Einsatzgebiet nicht so monoton, wie sie es zum Beispiel würden, wenn man nur von einem Hafen zum nächsten fährt.

So führten wir bereits mehrere Boardings durch, wobei es sich hier um sogenannte „friendly approaches“ handelte, was bedeutet, dass sich die Besatzungen der überprüften Fahrzeuge ausdrücklich damit einverstanden erklärten, unser Boardingteam an Bord zu lassen. Diese Boardings dienten dementsprechend auch nicht zur Durchsuchung ausgewählter Fahrzeuge, sondern vielmehr zur Vertrauensbildung mit den einheimischen Seeleuten sowie der Informationsgewinnung.

Nachdem wir in unserem bisher zur Überwachung zugeteilten Seegebiet ausschließlich drückende Hitze bei kaum vorhandenem Seegang hatten, war es eine Wohltat, zum Wochenende kurzfristig in ein weiter südlich gelegenes Gebiet zu verlegen, wo uns zwar deutlich mehr Seegang mit bis zu drei Metern erwartete, dafür aber auch frischere Luft (25°C) und eine steife Brise.

Mit einem Gottesdienst auf dem Flugdeck endete somit auch die vierte Woche seit dem Auslaufen aus Wilhelmshaven und es ist deutlich zu spüren, dass die Motivation in der Besatzung weiterhin hoch ist. Das liegt wohl an den deutlich sichtbaren Erfolgen der letzten Tage und ist insofern bemerkenswert, da wir uns mit Ausnahme des kurzen Aufenthaltes in Dschibuti fast durchgehend auf See befinden.

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30. Mai 2012

Collage: Einsatzgruppenversorger „Berlin“ im Hafen von Dschibuti und Buch-Icon.
Die Fregatte „Bremen“ hat die „Berlin“ (links) in Dschibuti abgelöst (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Pressestelle Dschibuti)Größere Abbildung anzeigen

Die ersten Tage im Einsatz der „Bremen“ gestalteten sich sehr ruhig. Dies gilt sowohl für das Wetter, welches sich - natürlich durchgehend sonnig - mit nur sehr geringem Seegang und leichtem Wind von seiner besten Seite zeigte, als auch für die aktuelle Auftragslage der letzten Tage.

Nach dem Auslaufen aus Dschibuti konnten wir unsere Besatzung mit dem Boardingteam endgültig komplettieren und uns somit unserer ersten Aufgabe zuwenden, indem wir ein Schiff der UN, welches Hilfsgüter nach Somalia transportierte, eskortierten. Die Eskorte verlief sehr ruhig, sodass Zeit blieb, mit der nun vollzähligen Besatzung noch einmal ausgiebig diverse Übungen zu absolvieren.

Nach einem Seeversorgungsmanöver mit einem britischen Versorgungsschiff wandten wir uns - nun wieder randvoll mit Kraftstoff - bis auf weiteres schließlich der Seeraumüberwachung zu, welche ja neben dem Schützen der UN Schiffe eine unserer Aufgaben darstellt. Die bisher überprüften Fahrzeuge stellten sich jedoch alle als Fischer heraus, was wohl daran liegen mag, dass unser Ruf uns vorauseilt und jeder Pirat lieber zu Hause bleibt, wenn die „Bremen“ in der Nähe ist. So hatten unsere englischen Ausbilder es uns jedenfalls im März nach abgeschlossener Einsatzvorbereitung mit einem Augenzwinkern prophezeit.

Alles in allem war es eine erfolgreiche erste Woche und man kann wohl behaupten, dass sich die Besatzung nun wirklich als solche gefunden hat und bereit ist, in den nächsten Wochen und Monaten alles zu geben, wenn es darauf ankommt.

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25. Mai 2012

Collage: Kommandoübergabe mit Buch-Icon.
Kommandoübergabe in Dschibuti (Quelle: © 2012 Bundeswehr / bundeswehr.de)Größere Abbildung anzeigen

Die Fregatte „Bremen“ befindet sich nun bereits seit einigen Tagen im Einsatzgebiet und ist somit Teil des Einsatzes „Atalanta“. Nach den vorangegangenen Übungen, welche ja bereits in den beiden letzten Beiträgen beschrieben wurden, beginnt der Einsatz für die Besatzung.

Der offizielle Kontingentwechsel von der „Berlin“ an uns fand zwar erst am vergangenen Montag statt, jedoch wären wir nicht die „Bremen“, wenn wir nicht schon etwas früher mit der Arbeit beginnen würden.

Bereits am Samstag, also zwei Tage vor dem geplanten Einlaufen in Dschibuti, konnten wir unseren ersten Beitrag zum Einsatz leisten, indem wir uns als Transportmittel für ein italienisches Vessel Protection Detachment anboten. Dieses hatte ein italienisches Schiff auf dem Transit durch den Golf von Aden und das Rote Meer begleitet und sollte eigentlich in Ägypten wieder „aussteigen“. Aufgrund plötzlicher Änderungen in der Einsatzplanung, steckten die italienischen Kameraden etwas in der Klemme, weil Dschibuti – ihr neuer Bestimmungsort – nun bereits ein gutes Stück hinter ihnen lag. Da wir nun aber gerade in der Nähe waren, holten wir die Kameraden und ihr gesamtes Material kurzerhand mit einem unserer Bordhubschrauber ab, und nahmen sie mit nach Dschibuti. Nach den Entbehrungen auf dem Handelsschiff freuten sich unsere italienischen Gäste sichtlich über eine Dusche und sonstige Annehmlichkeiten.

Der Kontingentwechsel auf unserem Flugdeck fand dann wie geplant am Montag im üblichen feierlichen Rahmen statt.

Mit dem Auslaufen aus Dschibuti geht die Besatzung motiviert und guter Dinge an die Arbeit und es ist wohl keiner an Bord, der nicht darauf brennt in den nächsten Tagen die ersten Einsatzaufgaben zu übernehmen.

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16. Mai 2012

Fünf Tage Transit einmal durch das gesamte Mittelmeer, von Gibraltar bis nach Ägypten. Die Zeit wurde für ein intensives Übungsprogramm genutzt. Angefangen bei unzähligen Übungen im Alarmschiessen, wobei es gilt, ein plötzlich auftauchendes Ziel möglichst schnell mit dem 76 Millimeter-Turm, oder mit dem 27 Millimeter-Geschütz zu bekämpfen. Genannt wird dieses dann „Goldhammer“, beziehungsweise „Silverhammer“. Komplettiert wurde das Übungsprogramm durch mehrere Gefechtsdienste, wobei die gesamte Besatzung auf Gefechtsstation ging und die Reaktionen auf einen Treffer des Schiffes übte.

Trotz aller Übungen, der vielen Stunden auf Seewache und dem ganz normalem Tagesdienst gibt es auf einer Seefahrt natürlich auch immer Momente zum Innehalten. So wurde zum Beispiel am vergangenen Samstag das Abendessen in Form eines „Grillex“ auf das Flugdeck verlegt, bevor es anschließend zum gemeinsamen Schauen des DFB-Pokalfinales in die Messen ging. Als besonderes Highlight bleibt noch das Besatzungsfliegen zu erwähnen. Der Hauptabschnitt 500, welcher die fliegende Komponente der Fregatte darstellt, erklärte sich dankenswerter Weise bereit, einige Kameraden auf einen kleinen Übungsflug rund um das Schiff mitzunehmen. Und auch wenn nicht jeder, der gerne gewollt hätte, mitfliegen konnte, war es für jeden der das Glück hatte ein unvergleichliches Erlebnis.

Somit beendeten wir unsere „Mittelmeerkreuzfahrt“ der etwas anderen Art am Mittwoch gegen Mittag, indem wir vor Port Said unseren Anker fallen ließen, um auf die Passage der Suezkanals zu warten.

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11. Mai 2012

Die Besatzung der Fregatte „Bremen" winkt zum Abschied.
Winken zum Abschied (Quelle: © 2012 Bundeswehr / Sophie Fiebeler)Größere Abbildung anzeigen

Immer wenn man ausläuft, ist es ein bisschen so, wie das erste Mal auszulaufen. Damit sind nicht die, nennen wir sie einfach „handwerklichen“ Fertigkeiten gemeint, sondern vielmehr die dem Auslaufen innewohnende Neugier auf das, was da so kommen möge und was man wohl auf See erleben wird. Beim Auslaufen zu einem Einsatz verstärkt sich dies noch um ein vielfaches.

So oder so ähnlich würden es wohl die meisten Besatzungsmitglieder der „Bremen“ beschreiben, würde man sie nach der Grundstimmung am vergangenen Montagmorgen fragen. Ergänzt wird das Ganze dann noch von einer, je nach Gemüt des einzelnen, mehr oder weniger großen Prise Abschiedsschmerz.

Mit dieser Gemütslage machte sich die Besatzung der Fregatte „Bremen“ also auf den Weg in ihren zweiten Auslandseinsatz unter dem „Atalanta“ Mandat. Die Besatzung wurde von einigen hundert Familienangehörigen, Kameraden, sowie dem Marinemusikkorps herzlich und mit besten Wünschen für die nächsten vier Monate verabschiedet. Für Melancholie blieb dennoch keine Zeit, da wie bei fast jedem Auslaufen zu einer solchen „Tour“ noch am Auslauftag reichlich Arbeit ansteht. So konnten wir zum Beispiel unsere Helikopter an Bord nehmen und übten ein erstes Mal „Mann über Bord“ sowie das Besetzen der Gefechtstationen. Spätestens gegen Abend kehrte dann die für die meisten altbekannte Seeroutine ein, was bedeutet, dass alles an Bord etwas ruhiger, ja fast entspannter abläuft.

Die folgenden Tage waren ebenfalls von Ausbildungen und Übungen geprägt, auch wenn diese nicht in derselben rasanten Folge stattfanden, wie in der Ausbildung in England am Anfang des Jahres. Währenddessen folgte das Schiff selbstverständlich die ganze Zeit der geplanten Route in Richtung Suez Kanal. Zunächst durch den Englischen Kanal und am Mittwoch schließlich durch die Biscaya, welche sich mit drei Metern Welle wieder einmal nicht von ihrer besten Seite zeigte und bei einigen Kameraden für anhaltende Blässe sorgte. Nichtsdestotrotz wurde es mit jeder Meile, die wir nach Süden zurücklegten, wärmer und wärmer, sodass man sich bereits am Donnerstag mit kurzem Hemd an Oberdeck aufhalten konnte, auch wenn allen, die bereits am Horn von Afrika gewesen sind klar war, dass die geschätzten 20 Grad vor der Küste Portugals allenfalls ein lauer Vorgeschmack auf die Temperaturen sind, die uns noch erwarten werden, wenn wir erst das Rote Meer erreicht haben.

Das Passieren der Straße von Gibraltar und unser „Boxenstop“ in Algeciras stellten dann schließlich ein weiteres Highlight dar, da wir bei strahlendem Sonneschein den Ausblick auf Europa und Afrika genießen konnten. Nach erfolgreicher Kraftstoffübernahme auf der Reede von Algeciras konnten wir schließlich unseren Weg fortsetzen.

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Stand vom: 11.12.12 | Autor: 


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