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Die Nordsee etwas sicherer gemacht

Den Helder, 05.03.2013.
Vom 18. bis zum 28. Februar hieß es für die „Weilheim“ im NATO-Verband auf zur Minenjagd. Während der zehn-tägigen Teilnahme an der Operation „Beneficial Cooperation 13“ galt es die noch zahlreich vorhandenen Altlasten aus den beiden Weltkriegen zu finden und zu beseitigen. Der Fokus lag dabei auf dem Beseitigen von Fliegerbomben, die im 2. Weltkrieg über der Nordsee abgeworfen wurden. Dabei verlangten die vorherrschenden Wetterbedingungen den Besatzungen alles ab.

Aufgenommen von der ferngelenkten Drohne „Seefuchs“.

Beseitigen einer Fliegerbombe (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Minenjagdboot „Weilheim“)Größere Abbildung anzeigen

Als es am 18. Februar im Marinestützpunkt von Den Helder (Niederlande) hieß, „Alle Leinen los und ein!“, war der Auftrag klar: Die Einheiten der Standing NATO Mine Countermeasures Group 1 (SNMCMG 1) liefen aus, um die Nordsee ein Stück sicherer zu machen. Da nach den beiden Weltkriegen immer wieder Munition und Munitionsteile in den Gewässern Belgiens, der Niederlande und Großbritanniens in den Fangnetzen der Fischer auftauchten, wurde Mitte der 90er Jahre auf Initiative der drei beteiligten Länder das Manöver „Beneficial Cooperation“ ins Leben gerufen.

Das Minenjagdboot M 1059 „Weilheim“ in Passierfahrt.

Archivbild des Minenjagdbootes „Weilheim“ (Quelle: © Bundeswehr / Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Selbst nach über 60 Jahren auf dem Grund des Meeres verfügen große Teile der Munition noch über intakte Zünder und natürlich Sprengstoff. Ziel ist es dabei, die Gewässer der Nordsee und des nördlichen Ärmelkanals von den nach wie vor gefährlichen Sprengkörpern Stück für Stück zu befreien. Dabei wurden zuvor den teilnehmenden Einheiten „Bellis“ (Belgien), „Czajka“ (Polen), „Schiedam“ (Niederlande) sowie dem deutschen Minenjagdboot „Weilheim“ klar abgesteckte Gebiete zugwiesen, die abzusuchen waren. Neben den Minenabwehreinheiten befand sich zudem noch das Führungs- und Unterstützungsschiff des Verbandes, die „Kontradmiral Xavery Czernicki“ im Seegebiet.

Suche an bekannten Positionen

Die Besonderheit bei „Beneficial Cooperation“ ist die Ausgangssituation bei der Suche nach Munition. Während bei der normalen Suche nach Seeminen ein vorgegebenes Gebiet abgesucht wird, in denen die Positionen der Minen nicht bekannt sind, verfolgt „Beneficial Cooperation“ einen anderen Ansatz. Die teilnehmenden Minenjagdeinheiten bekommen genaue Positionsmeldungen durch den belgisch-niederländischen Führungsstab.

Ihren Ursprung haben die Meldungen bei den Fischereifahrzeugen, die bis zum heutigen Tage immer wieder Munition in ihren Fangnetzen finden. Wenn die Situation es zulässt, werden die Sprengkörper durch die Besatzungen der Fischereifahrzeuge mit einer Schwimmboje markiert, bevor sie wieder ins Wasser geworfen werden. Diese Boje schwimmt einige Meter oberhalb des Sprengkörpers, was die Suche und das Wiederauffinden erheblich erleichtert. So zumindest die Theorie.

Mit dem „Seefuchs“ wird die Mine von Bord aus gesprengt.

Ferngelenkte Drohne „Seefuchs“ (Quelle: © 2013 Bundeswehr / Minenjagdboot „Weilheim“)Größere Abbildung anzeigen

Herausforderung Nordsee

Gerade zu dieser Jahreszeit stellt die Minenjagd in der Nordsee eine besondere Herausforderung dar. Faktoren wie Strömung und Seegang haben einen großen Einfluss auf das Finden von Objekten auf dem Meeresgrund. Beispielsweise kann eine Bombe wenige Monate nach ihrem Fund wieder komplett versandet sein. Da hilft dann leider auch die genauste Positionsangabe durch den Fischer nicht weiter.

Ist trotz widriger Bedingungen ein Kontakt auf dem Meeresgrund ausgemacht, so gilt es diesen zunächst als Munition zu identifizieren - mit Hilfe des Sonars lässt sich nämlich ein Stein oder ein Stück Rohr nicht unbedingt von einer Fliegerbombe unterscheiden. Dies geschieht auf dem Minenjagdboot „Weilheim“ mit Hilfe der Unterwasserdrohne „Seefuchs“ oder aber durch einen der eingeschifften Minentaucher aus Eckernförde. Nach einer positiven Identifizierung kann die Munition auf dem Grund der Nordsee schließlich mittels „Seefuchs“ oder Taucher gesprengt werden.

Gute Bilanz

Nach zehn Tagen der Munitionssuche in der Nordsee konnten die teilnehmenden Einheiten eine sehenswerte Bilanz vorweisen. Trotz Wind und Wetter bei der zeitintensiven Suche, wurden im Seegebiet Fliegerbomben mit einer Gesamtsprengmasse von über zwei Tonnen TNT beseitigt. So konnte das Minenjagdboot „Weilheim“ mit der SNMCMG 1 einen wertvollen Beitrag für die Sicherheit von Schifffahrt und Fischerei leisten.

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Stand vom: 27.11.13 | Autor: 


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