Berichte der Minentaucher
Deutsche Hoheitsabzeichen sind auf schwarzen Neoprenanzügen zu sehen und eine Minentaucherflagge weht im Wind am Heck eines Speedbootes der Deutschen Marine. Dieses Bild zeigte sich im Hafen von Veli Porat auf der kroatischen Insel Veliki Drvenik. Ein ungewöhnliches Bild mit einem positiven wenn auch ernsten Hintergrund.
Am 4. August hieß es für uns: „Alle Leinen los und ein!“
Wir starteten mit dem Minenjagdboot „Fulda“ von Kiel aus in Richtung Nordsee, um uns dem Ständigen NATO-Minenabwehrverband 1 anzuschließen. Die „Fulda“ bildet hierbei den deutschen Anteil des Verbandes, der außerdem noch aus dem belgischen Versorger „Godetia“ und den Minenjagdbooten „Willemstad“ (NL), „Sakala“ (EST) und „Karmoey“ (NOR) besteht.
Das Minenjagdboot „Fulda" hat am 4. August seinen Heimathafen Kiel verlassen, um sich dem ständigen NATO-Minenabwehrverband 1 anzuschließen. Die Teilnahme an verschiedenen Manövern sowie die Munitionssuche und -beseitigung im Englischen Kanal steht auf dem Programm.
Ungefähr die Fläche des Stadtzentrums einer Großstadt, genauer gesagt circa neun Quadratkilometer; soviel Meeresgrund hat das Minentauchereinsatzboot „Rottweil“ während der Operation „Open Spirit“ in estnischen Gewässern abgesucht. 15 alte Weltkriegsminen wurden durch Minentaucher aufgespürt und beseitigt.
Bei der Bundeswehr ist es auf den ersten Blick ziemlich klar, wo welcher Soldat eingesetzt wird. Doch so einfach ist es mittlerweile nicht mehr. Besonders in den weltweiten Einsätzen der Bundeswehr sind Heer, Luftwaffe, Marine, Streitkräftebasis sowie der zentrale Sanitätsdienst zusammen eingesetzt, ganz gleich ob an Land oder auf dem Wasser.
Minentaucher der Marine haben am 25. April eine Grundmine vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesprengt. Die Altlast aus dem Zweiten Weltkrieg wurde bei Unterwasserarbeiten nahe Ahrenshoop gefunden. Da die normale Beseitigung der rund 350 Kilogramm Sprengstoff zu gefährlich war, hatte der Munitionsbergungsdienst des Landes Amtshilfe bei den Minentauchern ersucht.
Elf Minentaucher aus Eckernförde beteiligten sich seit dem 17. April an der Suche nach einer vermissten Person. Die baden-württembergische Polizei hatte um Amtshilfe ersucht.
Minentaucher sind vielseitige Experten, ob nun an Land oder im Wasser. Damit das so bleibt, ist Übung und kontinuierliches Training erforderlich. Die Herausforderungen lauern besonders unter Wasser, gerade in großen Tiefen. Ein Mal jährlich fahren sie zu Tauchrevieren der britischen Inseln, wo die Eckernförder Minentaucher ideale Bedingungen für das Tieftauchen vorfinden.
15 Jugendliche haben einen Traum: Sie wollen Kampfschwimmer, Minentaucher oder Boardingsoldat werden. Doch die Anforderungen an geeignete Bewerber sind hoch. Deshalb bieten die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine für Jugendliche eine Art Schnupperpraktikum an. Doch das hat es in sich und bringt die Teilnehmer an ihre Leistungsgrenzen.
Oberbootsmann Schlüter ist Minentaucher. Sein Aufgabengebiet ist das Suchen, Lokalisieren, Identifizieren und Beseitigen von Kampfmitteln sowohl im Wasser als auch an Land. Eine gefährliche und fordernde Arbeit, bei der sich die Männer der Minentaucherkompanie aufeinander verlassen müssen.