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IDAS-Flugkörper erstmals vom Uboot gestartet

Eckernförde, 30.05.2008, Björn Arne Krüger (PIZ Marine).
Am 29. Mai ist der Uboot-Lenkflugkörper IDAS (Interactive Defence and Attack System for Submarines) zum ersten Mal vom getauchten Uboot U 33 zu einem Testflug gestartet. Versuche von Land aus waren vorher bereits erfolgreich.

Der erste IDAS-Verschuss aus einem Uboot wird vorbereitet. Der Flugkörper wird von Mitarbeitern der Herstellerfirmen montiert und das Uboot mit dem Flugkörper beladen. (Beladung von U33 im Munitionsdepot Jägersberg)
Der erste IDAS-Verschuss aus einem Uboot wird vorbereitet (Quelle: © 2008 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Selbstverteidigungssystem

Das Boot der Klasse 212 A startete vor der Eckernförder Bucht den gelenkten Flugkörper aus einem Torpedorohr. Noch unter Wasser entfaltete er seine Flügel, zündete das Triebwerk und durchstieß die Wasseroberfläche. Danach ging IDAS in einen kontrollierten Flug über. Nach Ende des Versuches wurden Teile des Flugkörpers wieder geborgen.

"Mit IDAS könnten unsere konventionellen Uboote künftig das fortschrittlichste Selbstverteidigungssystem der Welt erhalten", sagt Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker. "Das Waffensystem bietet für Uboote in küstennahen Gewässern den größtmöglichen Eigenschutz", ergänzt der Befehlshaber der Flotte.

Zur Einführung des Systems sind jetzt noch weitere technische Schritte notwendig. Nach der derzeitigen Bundeswehrplanung könnte der Flugkörper frühestens 2014 der Marine zur Verfügung gestellt werden.

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Demonstration der Vielseitigkeit eines IDAS-Flugkörpers
Demonstration der Vielseitigkeit eines IDAS-Flugkörpers (Quelle: © 2008 Bundeswehr / ARGE IDAS)Größere Abbildung anzeigen

Einzigartige Technik

Bei dem Lenkflugkörper IDAS handelt es sich um eine Mehrzweckwaffe zur effektiven Selbstverteidigung speziell für Uboote. Sie soll vorrangig langsame Ziele in der Luft bekämpfen, wie etwa U-Jagd-Hubschrauber. IDAS wird aus einem Torpedorohr unter Wasser ausgestoßen, bricht dann durch die Oberfläche und fliegt sein Ziel an.

Einzigartig ist eine permanente Datenverbindung zwischen Uboot und Flugkörper mittels eines Lichtwellenleiters. Durch die Übermittlung aktuellster Zieldaten einer Suchkopfkamera kann die Besatzung des Ubootes später jederzeit noch Einfluss auf die Flugbahn und die Zielauswahl nehmen.

Der Lenkflugkörper IDAS ist der erste Flugkörper, der sich unter Wasser ohne zusätzliche Schutzhülle bewegt. Er kann dadurch sehr platzsparend im Uboot gelagert werden. Kein anderes System konnte bisher den zuverlässigen Einsatz eines Lichtwellenleiters beim Austritt aus der Wasseroberfläche demonstrieren.

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Ein IDAS-Flugkörper bei der Montage
Ein IDAS-Flugkörper bei der Montage (Quelle: © 2008 Bundeswehr / Björn Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Auszeichnung mit Technologiepreis

Das System IDAS wurde am 29. November 2007 mit dem Technologiepreis der wehrtechnischen Industrie in der Kategorie "Sonderpreis" ausgezeichnet. Der Preis würdigt innovative technologische Konzepte, die der Sicherheitsvorsorge Deutschlands dienen. Die einzigartige Entwicklung ist von deutschen Firmen bestimmt. Eine norwegische Firma ist beteiligt. Die Arbeitsgemeinschaft IDAS besteht aus Diehl BGT Defence (DBD), Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW) und Kongsberg (KDA).

Die Unterseeboote der Klasse 212 A gelten als die modernsten nicht-nuklearen Uboote der Welt. Sie besitzen einen weltweit einmaligen Antrieb, der durch Brennstoffzellen-Technik Ubooteinsätze über mehrere Wochen hindurch im dauergetauchten Zustand und weitgehend unabhängig von Außenluftzufuhr ermöglicht.

Durch die Entwicklung des IDAS könnten die Uboote in absehbarer Zukunft um die Fähigkeit der aktiven Gegenwehr ergänzt werden, zum Beispiel gegen angreifende U-Jagd-Hubschrauber. Die vier Boote der Klasse 212 A sind im 1. Ubootgeschwader in Eckernförde stationiert.

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Stand vom: 06.06.2008 | Autor:

http://www.marine.de/portal/a/marine/aktuelle%3Fyw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW27F59HC250INFODE%2Fcontent.jsp.html