Reine Ehrensache
Wilhelmshaven, 26.02.2010, Beate Hannig.
Wenn ihre Ehemänner, Söhne und Töchter in den Einsatz gehen, steht Brigitte Hallmeier den Familienangehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Als Ehefrau eines ehemaligen Marinesoldaten weiß sie, wovon sie spricht, wenn sie ehrenamtlich im Familienbetreuungszentrum (FBZ) Wilhelmshaven anderen Menschen hilft.

Sich für andere Menschen einzusetzen, ohne dafür materiell entschädigt zu werden – für viele Menschen undenkbar, für Brigitte Hallmeier eine Selbstverständlichkeit. Seit sechs Jahren arbeitet sie ehrenamtlich im FBZ Wilhelmshaven und unterstützt Familienangehörige von Soldaten, die für einen mehrmonatigen Einsatz ins Ausland gehen.
Mindestens einmal in der Woche ist die 45-Jährige im Familienbetreuungszentrum und informiert über Veranstaltungen und Feste, die das FBZ regelmäßig für die Daheimgebliebenen organisiert. Wenn diese dann am Wochenende stattfinden, ist Brigitte Hallmeier fast immer mit dabei. Ob beim Sommerfest oder auch beim Einlaufen der Schiffe, wo sie mit frisch gebrühtem Kaffee und leckeren Würstchen gemeinsam mit den Angehörigen dem Wiedersehen entgegenfiebert.
Bei den vielen Gelegenheiten entwickelt sich nicht selten ein Gespräch, in dem Brigitte Hallmeier den Menschen Mut macht. Mut, die für die Familien oftmals unendlich lange Zeit des Wartens durchzustehen, bis der Ehemann, die Ehefrau, der Sohn oder die Tochter vom Einsatz zurückkehrt. Denn nicht jeder hat am Wohnort Freunde und Familie, die einen unterstützen können.
„Ich hatte da mehr Glück“
, verrät Brigitte Hallmeier, deren Ehemann die meiste Zeit in ihrem Geburtsort Wilhelmshaven stationiert war. 30 Jahre lang war ihr Mann bei der Marine, viele Jahre davon fuhr er zur See. Eine Erfahrung, die Brigitte Hallmeier nun an andere weitergeben kann.

„Das Ehrenamt gebe ich nicht auf“
Dabei sieht die Mutter zweier erwachsener Kinder oft, wie sie mit ihren Worten und Taten den Menschen helfen kann. „Wenn die Angehörigen traurig zu einer Veranstaltung erscheinen und am Abend mit einem Lächeln nach Hause gehen, dann freut mich das“
, sagt sie.
Daher denkt sie auch noch lange nicht daran, ihre Arbeit im FBZ Wilhelmshaven irgendwann zu beenden. „Das Ehrenamt gebe ich nicht auf, solange es mir möglich ist“
, ist sich Brigitte Hallmeier, die nebenher noch im Infocenter des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven arbeitet, sicher. Das freut sicherlich auch den Leiter des Familienbetreuungszentrums Wilhelmshaven, Oberstabsbootsmann Horst Villmow. Er schätzt seine Mitarbeiterin und wünscht sich, dass sich noch mehr Menschen ein Beispiel an ihrem Engagement nehmen.
„Wir vom FBZ sind immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitabeitern“
, sagt er. Neben Brigitte Hallmeier und Horst Villmow haben noch vier weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und vier Soldaten ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Angehörigen.

Der Weg zum Ehrenamt
Sorgen hatte sich auch Brigitte Hallmeier gemacht, als ihr Ehemann 2002 für sechs Monate in einen Einsatz ging. In dieser für sie nicht leichten Zeit ist Brigitte Hallmeier das erste Mal mit dem FBZ Wilhelmshaven in Berührung gekommen.
„Ich habe eine Einladung erhalten, andere Menschen kennenzulernen, deren Angehörige ebenfalls im Einsatz sind. Als mich dort dann ein Bekannter, der auch jetzt noch im FBZ arbeitet, gefragt hatte, ob ich nicht Lust hätte dort mitzuarbeiten, habe ich es einfach mal ausprobiert“
, erinnert sie sich. Aus dem Versuch sind dann sechs Jahre geworden – und ein Ende ist nicht abzusehen.
So wird Brigitte Hallmeier wohl auch in den nächsten Jahren das Team des FBZ Wilhelmshaven unterstützen und den Menschen ehrenamtlich helfen. Als Belohnung erhält Brigitte Hallmeier zwar keinen Scheck, bekommt dafür aber etwas, das unbezahlbar ist: Anerkennung durch andere Menschen und das Gefühl, für jemanden da gewesen zu sein.
Bilder
Mit Herz und Seele im Ehrenamt (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Ann- Katrin Hoffmann)
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