Flugkörperschiessen vor Südafrika
Kapstadt, 02.03.2010, Jasper Don, Tim Adomat & Alexander Wald .
Die Hälfte von GOOD HOPE IV hat der Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) 2010 mit Erfolg absolviert. Der EAV ist der Marineanteil des bilateralen Manövers der deutschen und südafrikanischen Streitkräfte vor der Südspitze Afrikas. Gemeinsam mit den Luftwaffen beider Länder üben die Marinen seit rund zwei Wochen intensiv operative Verfahren und Methoden. Im Anschluss verbrachte der EAV die “Halbzeitpause”
im Hafen von Kapstadt.

Diese kurze Auszeit hatten sich die rund 600 Marinesoldaten und ihre südafrikanischen Kameraden verdient. Nach zwei Wochen des Manövers GOOD HOPE IV liefen die Einheiten im Hafen von Kapstadt, der südafrikanischen Metropole am Fuße des Tafelbergs, ein.
Einer Woche der arbeitsreichen Vorbereitung im Marinestützpunkt der südafrikanischen Marine in Simon’s Town war eine harte Woche in See gefolgt. Dabei hatte Petrus zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt des Auslaufens kein Einsehen: Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten (über 70 km/h) wurde der Stützpunkt vom zuständigen Hafenkapitän vorübergehend geschlossen. Schließlich wäre allein der Versuch, die enge Hafeneinfahrt zu passieren, für die auslaufenden Einheiten zu gefährlich gewesen.
Doch selbst der zusätzliche Hafentag wurde für Vorbereitungen nicht ungenutzt gelassen. So liefen die an dieser Manöverphase teilnehmende deutsche und südafrikanische Task Group bestens präpariert aus. Besonders die Offizieranwärter (OA) der Marineschule Mürwik (MSM) waren alle sehr gespannt, wie es wohl auf See und auf so einem Schiff zugehen würde. Nun mußten die OA beweisen, dass sie das in den vergangenen Tagen Gelernte, auch in die Tat umsetzen konnten.

Datengewinnung beim Flugkörperschießen
Auf See standen dem Verband anspruchsvolle Aufgaben bevor: Fahr-und Stationierungsübungen, Flugbetrieb mit Bordhubschraubern sowie Flugabwehr im Verband wurden trainiert. Neben den deutschen Einheiten nahmen an der Übung die südafrikanischen Fregatten SAS AMATOLA und SAS SPIOENKOP sowie Tornados der Deutschen Luftwaffe teil.
Ganz oben auf der Tagesordnung, die bei einem Manöver "Serial Plan"
heißt, standen in dem Schießgebiet östlich des Kaps der Guten Hoffnung mehrere Schießvorhaben mit Lenkflugkörpern. So feuerten die Fregatten NIEDERSACHSEN wie BRANDENBURG erfolgreich
(RAM) auf anfliegende Drohnen. "Rolling Airframe Missile"
Wichtige Erkenntnisse konnten dabei aus den ausgewerteten Telemetriedaten gewonnen werden: Flugbahn und andere wichtige Parameter wurden im Detail vermessen. Tornados der Luftwaffe nahmen ebenfalls teil und erprobten den Abschuss von mehreren Kormoran-Flugkörpern zur Luft-See-Kriegsführung.

Empfang der OA durch den deutschen Botschafter
Eine besondere Ehre erfuhr eine Gruppe der Offizieranwärter, die durch den deutschen Botschafter in Südafrika, Dieter W. Haller, in den Räumlichkeiten des Generalkonsulats begrüßt wurde. Botschaftsrat Dr. Martin Schäfer gab den OA einen Abriss über die Geschichte Südafrikas, dessen Kultur und die Aufgaben des Auswärtigen Amtes in diesem Land.
Dabei stellte er auch einige interessante Parallelen zwischen dem Berufsbild des Soldaten und des Beamten im diplomatischen Dienst fest. Insgesamt stand das Wochenende in Kapstadt für den EAV ganz im Rahmen der Repräsentation. Beim zweitägigen OPEN SHIP hatten viele neugierige Besucher die Möglichkeit, einmal auf ein Kriegsschiff zu kommen, um sich hautnah über das Leben der Soldaten an Bord zu informieren.
Neben den sehr interessierten Südafrikanern nutzten auch zahlreichen Touristen die Gelegenheit, sich die Schiffe aus dem fernen Deutschland anzusehen. An den zwei Tagen des OPEN SHIP's wurden weit über 2.000 Besucher gezählt.

Inspekteur der Marine zu Gast beim EAV
Im Verlauf des Wochenendes trat auch die BIG BAND der Bundeswehr mehrfach in Kapstadt auf. Dabei begeisterte sie ihr Publikum jedes Mal aufs Neue. Einen besonderen gesellschaftlichen Höhepunkt stellte der Empfang auf dem Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN dar.
Zu den vielen prominenten Gästen gehörten neben dem deutschen Botschafter auch der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, sowie der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker. Beide Admirale nahmen nach dem Auslaufen des EAV am Dienst an Bord teil, um sich persönliche Eindrücke vor Ort zu verschaffen.







