Label Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Von der Leistungsfähigkeit begeistert

Von der Leistungsfähigkeit begeistert

Mayport, 09.04.2010, Andreas Müller .
Seit Anfang März nimmt die deutsche Fregatte HESSEN an einem ungewöhnlichen Einsatz teil. Das Schiff ist in eine US-amerikanische Flugzeugträgergruppe integriert. Der Kommandant der HESSEN, Fregattenkapitän Dirk Gärtner, zieht eine erste Bilanz und gibt einen Ausblick auf die weitere Fahrt mit dem Flugzeugträger HARRY S. TRUMAN.

Die HESSEN hat letztes Jahr im Vorfeld zu diesem Einsatz mit dem Flugzeugträger USS EISENHOWER geübt – welche Erfahrungen haben Sie damals gemacht?

Die Fregatte HESSEN an der Hafeneinfahrt.
Die Fregatte HESSEN an der Hafeneinfahrt. (Quelle: © 2005 Bundeswehr / Matthias Dörendahl)Größere Abbildung anzeigen

Die so genannte Übungsphase im letzten Jahr diente dazu, die Besatzung an die doch leicht unterschiedlichen Verfahrenweisen in einem US-Flugzeugträgerverband zu gewöhnen und natürlich auch, um die technische Interoperabilität der Anlagen gerade im Kommunikationsbereich zu überprüfen.

Die Erfahrungen waren durchweg sehr gut. Die Unterschiede zu den in der NATO üblichen Verfahren sind nur gering und auch im Bereich der technischen Interoperabilität traten keine Probleme auf.

Lässt sich ein deutsches Kriegsschiff eigentlich so einfach in einen US-amerikanischen Verband integrieren oder steht vor der Kooperation erst einmal die Kommunikation?

Letzteres natürlich. Die Kommunikation steht immer am Anfang und daher waren wir bereits seit Beginn des letzten Jahres im intensiven Kontakt mit den amerikanischen Stellen und haben auch mehrfach an entsprechenden Vorbesprechungen in den Vereinigten Staaten mit einer Vielzahl von Offizieren teilgenommen. Hierbei hat sich gerade wieder gezeigt, dass es wichtig und entscheidend ist, zu wissen, mit wem man am anderen Ende einer Leitung eigentlich persönlich zusammenarbeitet.

Trotz aller modernen Kommunikationsanlagen müssen immer noch Menschen zusammenarbeiten. Daher ist das gegenseitige Verständnis und auch der persönliche Kontakt aus meiner Sicht für den Erfolg jeglicher Operationen von ganz besonderer Bedeutung.

nach oben


Der Kommandant der Fregatte HESSEN, Fregattenkapitän Dirk Gärtner.
Fregattenkapitän Dirk Gärtner (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Andreas Müller)Größere Abbildung anzeigen

Wie steht die Besatzung der HESSEN zu dieser ungewöhnlichen Mission?

Die Besatzung nimmt dieses bisher in der Deutschen Marine einmalige Vorhaben als besondere Herausforderung an und freut sich über eine doch sehr abwechslungsreiche Übungs- und Vorbereitungstätigkeit.

Die Hafenaufenthalte an der Ostküste der USA bieten natürlich auch nach Dienst noch das eine oder andere und - im wahrsten Sinne des Wortes - die Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen.

nach oben

Welche Ziele verfolgt die gemeinsame Fahrt? Gibt es schon erste erfüllte Aufträge?

Die Ziele sind natürlich auf verschiedenen Ebenen zu sehen. Einerseits geht es darum, die langjährigen, guten und engen bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA weiter zu stärken.

Außerdem geht es darum, für die Deutsche Marine Erfahrung in der gemeinsamen Operation mit einer Trägerkampfgruppe zu sammeln. Und für die Fregatte 124, deren Hauptaufgabe die Verbandsflugabwehr ist, geht es darum, erstmalig zur Wahrnehmung dieser Hauptaufgabe eingesetzt zu werden.

nach oben

Seit einem Monat befindet sich die HESSEN an der Ostküste der USA – was stand in diesem Zeitraum auf dem Programm?

Zunächst stand ein Hafenbesuch in Boston anlässlich des St. Patricks Days an. Die Teilnahme von insgesamt 70 Besatzungsangehörigen mit Truppenfahne an der Parade war natürlich ein sichtbares Zeichen, auch für die Präsenz einer deutschen Marineeinheit an der Ostküste der Vereinigten Staaten.

Anschließend ging es nach einem kurzen Aufenthalt in Norfolk und Vorbesprechungen mit der HARRY S. TRUMAN- Trägergruppe in ein achttägiges Manöver. Zielsetzung dieser Phase war es, das erste Mal in der kompletten Zusammenstellung des Trägers und aller Begleitfahrzeuge auf See zu üben.

Am Beginn dieser Fahrt wurde die Fregatte HESSEN vom Deutschen Botschafter in den USA, Dr. Klaus Scharioth, für einen Tag in See begleitet. Der Diplomat zeigte sich von der Leistungsfähigkeit und der Motivation der Besatzung begeistert. Er unterstrich, dass aus seiner Sicht, wichtige Zeichen der deutschen Beteiligung an einer US-Trägergruppe gesetzt wurden. Anschließend konnte die Besatzung das Osterfest im sonnigen Florida genießen.

nach oben

Wie sehen Sie den Einsatz der HESSEN bislang?

Sehr positiv. Wir haben in dem Umfeld die Stärken des Waffensystems F-124 deutlich nutzen können und natürlich auch sehr viel dazugelernt. Gerade im Bereich des Betriebs eines Trägers kommt es zu einer Anzahl von Flugbewegungen, die wir in Deutschland in dieser Intensität nicht mehr gewöhnt sind.

nach oben

Ein kurzer Ausblick – welche Ereignisse stehen demnächst auf dem Plan?

Als nächstes steht ein erneuter Hafenaufenthalt in Norfolk auf dem Programm. In diesem Rahmen werden weitere vorbereitende Besprechungen durchgeführt. Ein anderer Schwerpunkt dieser Phase ist die Öffentlichkeitsarbeit.

Neben einem Empfang für circa 200 Gäste wird die HESSEN einen Tag auf See mit Pressevertretern und hochrangigen amerikanischen Militärs verbringen, um ihnen die Leistungsfähigkeit der Fregatte im Einsatz anschaulich zu demonstrieren.

nach oben


Stand vom: 13.04.2010 | Autor:

http://www.marine.de/portal/a/marine/aktuelle%3Fyw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW284CCEN396INFODE%2Fcontent.jsp.html