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Die ROTTWEIL, das Einsatzboot der Minentaucher

Kiel, 08.06.2010, Stefan Hausigk (Redaktion Marine).
Wenn es um die Beseitigung von Kampfmitteln im maritimen Umfeld geht, sind die Minentaucher zur Stelle. Mit Hilfe ihres Einsatzbootes ROTTWEIL, das speziell für diesen Aufgabenbereich umgebaut wurde, können sie flexibel agieren. Als einziges Boot dieses Typs sind die Minentaucher deshalb auch international eine gern gesehene Unterstützung.

Eine Bootsglocke mit der Gravur: MiTaEinsBoot ROTTWEIL 1993.
Bootsglocke der ROTTWEIL (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Lukas Wernicke)Größere Abbildung anzeigen

Als Nachfolger für das Minentaucherboot MÜHLHAUSEN, wurde die ROTTWEIL im Juni 2007 den Spezialisierten Einsatzkräften der Marine (SEK M) unterstellt. Um die Flexibilität der Minentaucher im Einsatz und während der Ausbildung zu gewährleisten, wurden an der ROTTWEIL verschiedene Umbauten vorgenommen. Das macht dieses Einsatzboot einzigartig.

Als ehemaliges Systemboot der FRANKENTHAL-Klasse verfügt die in Minentauchereinsatzboot (MiTaEinsBoot) umbenannte ROTTWEIL nun über eine auf die neuen Aufgaben angepasste Operationszentrale (OPZ). Von hier aus hat der Kommandant den besten Überblick, neben elektronischen Seekarten werden hier moderne Radar- und Führungssysteme bedient sowie das neue 27mm-Geschütz.


Das Heck des Minentauchereinsatzbootes ROTTWEIL.
Das umgebaute Heck der ROTTWEIL (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Thomas Lerdo)Größere Abbildung anzeigen

Einzigartig in der NATO

Die ROTTWEIL ist in der Lage, große Wasserflächen nach Minen und anderer Munition abzusuchen. Das Besondere daran: Sie kann ihre Minentaucher auch in sehr flachem Wasser einsetzen. Hier helfen ihr sogenannte AUVs (Autonomous Underwater Vehicles) – unbemannte Mini-Uboote, die mit ihrem Seitensichtsonar selbstständig nach Munition und anderen Gegenständen suchen können. Sie dienen als „verlängerter Arm der Minentaucher“ und ermöglichen es, Minenräumoperationen schneller als zuvor durchzuführen.

Der Hangar der ROTTWEIL hatte ehemals Platz für zwei Unterwasserdrohnen und bietet nun Raum für die komplette Ausrüstung von 15 Tauchern. Hier bereiten die Taucher ihre Ausrüstung vor und haben diese immer schnell griffbereit. Auf dem Achterdeck, von wo aus vorher die Drohnen über ein Kransystem zu Wasser gelassen wurden, kann das Boot zwei Schlauchboote transportieren.

Die Minentaucher tragen mit ihren Atemgeräten ein Zusatzgewicht von bis zu 50 Kg. Da die Beweglichkeit mit dieser Zusatzlast und der restlichen Ausrüstung sehr eingeschränkt ist, können sie von einer am Heck angebrachten Plattform ins Wasser gleiten oder sicher in die Schlauchboote steigen.

Umgestaltete Munitionskammern ermöglichen es den Minentauchern, ihre speziellen Sprengladungen zu transportieren. Diese sind nötig, um Minen und andere Munition zu beseitigen. Mit diesen Veränderungen konnten die Minentaucher ihre Geschwindigkeit und Effektivität noch erhöhen und werden auch deshalb gern in NATO-Verbänden gesehen. „Es gibt momentan in der ganzen NATO keine Einheit, die diesen Aufgabenbereich kompensieren kann“ erläutert der Kommandant, Kapitänleutnant Kurt Altfuldisch.

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Das auf dem Achterdeck untergebrachte Schlauchboot ermöglicht den Minentauchern schnell an ihren Einsatzort zu kommen.
Eine Plattform ermöglicht ein schnelles an Bord gehen (Quelle: © 2010 Bundeswehr / Stefan Hausigk)Größere Abbildung anzeigen

Stark in der Minenabwehr

Mit diesen neuen Fähigkeiten unterstützt das MiTaEinsBoot NATO-Verbände wie die Standing NATO Mine Counter Measure Group 1 (SNMCMG 1). Sie helfen unter anderem dabei, Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg zu beseitigen. Dabei können sie Minen bis in den Flachwasserbereich hinein bekämpfen – also dort, wo andere Minenabwehreinheiten nicht operieren können.

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Stand vom: 01.07.2010 | Autor:

http://www.marine.de/portal/a/marine/ueberuns/einheiten/landeinheiten/sekm/rottweil/berichte%3Fyw_contentURL=%2F01DB070000000001%2FW2868FAF664INFODE%2Fcontent.jsp.html