Zeitkapsellegung an der Marineschule Mürwik
Flensburg, 05.01.2010, Stefan Hausigk (PIZ Marine).
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres „100 Jahre Marineschule Mürwik“
wurde am 4. Januar eine Zeitkapsel in das ehrwürdige Gemäuer in Flensburg eingelassen. Einem alten Brauch folgend, werden in einem Behälter Gegenstände aufbewahrt, um sie der Nachwelt zu erhalten. Diese Kapseln werden dann nach einer bestimmten Zeit wieder geöffnet.

„Mit solch einer Zeitkapsellegung konservieren wir heute Informationen über uns für spätere Generationen“,
so der Schulkommandeur der Marineschule Mürwik (MSM), Flottillenadmiral Jürgen Mannhardt. Gemeinsam mit der Schulleitung der MSM beschloss er die Legung der Zeitkapsel. Der alte Brauch, der üblicherweise schon bei der Grundsteinlegung durchgeführt wird, ist weit verbreitet. So stellt die Partnerakademie der MSM, das „Britannia Royal Naval College"
in Dartmouth seit seiner 100-Jahrfeier im Jahre 2005 Exponate einer solchen Kapsel aus dem Jahre 1905 in seinem Schulmuseum aus.
Zeitkapsel verschollen?
Während der Renovierungsarbeiten im Schulflügel der MSM wurden leider keine historisch wertvollen Gegenstände aus der Gründerzeit gefunden. Ob sich diese vielleicht im Grundstein verstecken oder es sie überhaupt gibt, bleibt vorerst ein Rätsel. Anzunehmen ist aber, dass 2110 eine neue Generation gespannt vor der 100 Jahre alten Zeitkapsel stehen wird, noch nicht ahnend, was sich darin verbirgt.
„Von den hier Anwesenden wird wohl keiner mehr dabei sein, wenn die Kapsel in 2110 wieder geöffnet und der staunenden Nachwelt präsentiert wird. Sie wird vielleicht keine Briefmarken mehr kennen und den Euro durch den „Globo“ ersetzt haben“,
meint Jürgen Mannhardt. „Ich denke jedoch, man wird uns dann für dieses Zeitvermächtnis aus der heutigen Zeit dankbar sein. Wir hätten uns jedenfalls darüber gefreut, heute derartige Exponate aus der Gründerzeit der MSM in den Händen halten zu können“,
sagte der Kommandeur bei der Schließung der Kapsel.

Andenken an 100 Jahre Marineschule Mürwik
Die Hinterlassenschaft besteht aus einem Satz Euro-Münzen, der aktuellen Ausgabe der Zeitung „Flensburger Tageblatt“
und des Magazins „Marineforum“,
Fotos der aktuellen Lehrgänge sowie des Stammpersonals, dem ersten Briefmarkensatz 2010 mit Poststempel vom 2. Januar und Briefumschlägen mit dem Wappen der Marineschule Mürwik.
Gemeinsam ließen der Schulkommandeur und der Admiral für Weiterentwicklung und Ausbildung, Flottillenadmiral Karl-Heinz Riemke, die Kapsel in das Mauerwerk ein.
In der kommenden Woche wird abschließend, als Hinweis für das Zeitvermächtnis, eine gravierte Tafel angeschlagen. Möglicherweise werden diese zeitgeschichtlichen Exponate dann in 100 Jahren auch im Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum der Marineschule Mürwik ausgestellt.
